RB Leipzig nach Verlängerungs-Krimi erstmals im Pokal-Halbfinale

Augsburg - RB Leipzig hat erstmals in seiner Vereinsgeschichte das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. Die Sachsen gewannen ihr Viertelfinalspiel am Dienstagabend beim Ligakonkurrenten FC Augsburg mit 2:1 (1:1; 0:0) nach Verlängerung. Timo Werner (74.) und Marcel Halstenberg (120.+1/Handelfmeter) machten vor gut 30.000 Zuschauern in der WWK-Arena den Einzug in die Runde der letzten vier Teams perfekt, Alfred Finnbogasons (90.+4) Ausgleich brachte am Ende nichts.

Timo Werner setzt sich gegen Kevin Danso durch und überwindet Georg Kobel zum 1:0 in der 74. Minute.
Timo Werner setzt sich gegen Kevin Danso durch und überwindet Georg Kobel zum 1:0 in der 74. Minute.  © DPA

3:1 bei Viktoria Köln, 2:0 gegen Hoffenheim, 1:0 gegen Wolfsburg: Mit diesen Ergebnissen zogen die Roten Bullen erstmals in ihrer fast zehnjährigen Vereinsgeschichte in das Pokal-Viertelfinale ein. Gegner war einmal mehr Augsburg, gegen die sie schon doppelt gescheitert waren (0:1, 0:2). In der Bundesliga trennte man sich in dieser Saison zweimal 0:0.

0:0 stand es auch am Dienstagabend nach 45 Minuten. Die Erstligisten neutralisierten sich beinahe komplett. Zwar hatten die Gäste aus Sachsen leichte Feldüberlegenheiten, konnten diese aber nicht in Zählbares ummünzen. Kevin Kampl (43.) vergab die beste (Doppel-)Chance.

Nach dem Seitenwechsel übten die Kontrahenten mehr Druck aufeinander aus. Nach einem Ballverlust von Georg Teigl schaltete RB blitzschnell um, Timo Werner setzte sich im Laufduell mit Kevin Danso durch und erzielte das entscheidende 1:0 (74.) - dachten alle. Denn mit dem letzten Angriff nach Ablauf der Nachspielzeit kam Augsburg durch Alfred Finnbogason noch zum Ausgleich (90.+4).

Und in der Nachspielzeit der Verlängerung versenkte Marcel Halstenberg einen Handelfmeter zum Sieg (120.+1).

RB Leipzig steht erstmals im DFB-Pokal-Halbfinale, das am kommenden Sonntag ausgelost wird.

Forsberg und Adams müssen verletzt passen - Torlose erste 45 Minuten

Beackerten sich häufig gegenseitig: RB Leipzigs Marcel Sabitzer (l.) und Augsburgs Kapitän Daniel Baier.
Beackerten sich häufig gegenseitig: RB Leipzigs Marcel Sabitzer (l.) und Augsburgs Kapitän Daniel Baier.  © Picture Point

Wegen Adduktorenbeschwerden musste Ralf Rangnick auf Emil Forsberg und Tyler Adams verzichten. Im Vergleich zum 5:0 gegen Hertha standen Konrad Laimer, Diego Demme, Marcel Sabitzer und Bruma neu in der Startelf.

Die Anfangsphase in der Augsburger WWK-Arena verlief äußerst hektisch. Beide Teams versuchten es immer wieder mit hohen, weiten Bällen.

Péter Gulácsi im Tor der Leipziger musste mehrmals eingreifen, konnte die Angriffsversuche der Bayern aber abwehren.

Die Begegnung blieb in der ersten Hälfte umkämpft, ohne dass sich eine der beiden Mannschaften entscheidende Feldvorteile verschaffen konnte. Ein Leistungsunterschied wie in der Liga (Fünfzehnter gegen Dritter) war nicht zu erkennen.

Eine der besten Chancen hatte RB in der 43. Minute, als Kevin Kampls erster Schuss zunächst von Rani Khedira abgeblockt, der zweite von der Strafraumgrenze zur Ecke abgeblockt wurde. Aus dem anschließenden Standard entwickelte sich keine gefährliche Gelegenheit.

RB Leipzigs Bollwerk hält bis zur 4. Minute der Nachspielzeit

Alfred Finnbogason (#27) konnte in der 4. Minute der Nachspielzeit den Ausgleich für den FCA erzielen und sorgte für die Verlängerung.
Alfred Finnbogason (#27) konnte in der 4. Minute der Nachspielzeit den Ausgleich für den FCA erzielen und sorgte für die Verlängerung.  © DPA

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufhörte: absolut ausgeglichen. Aber es ging mehr zur Sache. Nur die Tore fehlten zunächst.

Schrecksekunde in der 53. Minute: Bei einer Flanke in den Leipziger Strafraum kam Marco Richter angesprungen und knallte mit voller Wucht mit Willi Orbans Kopf zusammen. Beide blieben benommen liegen, konnten aber weiterspielen.

Und aus dem Nichts passierte es dann: Der Ex-Leipziger Georg Teigl verlor den Ball am RB-Strafraum, der eingewechselte Amadou Haidara passte sofort weit auf Timo Werner, der im Laufduell mit seinem Gegenspieler Kevin Danso die Oberhand behielt und den Ball an Georg Kobel vorbei in den Kasten schob - 1:0 (74.).

Drei Minuten Nachspielzeit waren angezeigt. Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) ließ noch einen Angriff zu und der sollte den Ausgleich bringen: Nach 3:15 Minuten hielt Alfred Finnbogason den Fuß in eine Richter-Flanke - 1:1 (90.+4).

In der 30-minütigen Verlängerung ging Michael Gregoritsch nach einem Freistoß eindeutig mit der Hand zum Ball - Elfmeter. Marcel Halstenberg trat an und und traf sicher zum 2:1 und damit auch zum verspäteten Halbfinaleinzug (120.+1).

Am Sonntag (18 Uhr/ARD) findet die Auslosung des Pokal-Halbfinals statt. Erst einmal geht es aber für RB Leipzig am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Liga bei Bayer Leverkusen weiter.

Nach dem Siegtreffer war der Jubel bei den Rote Bullen grenzenlos.
Nach dem Siegtreffer war der Jubel bei den Rote Bullen grenzenlos.  © DPA
Die mitgereisten RB-Fans präsentierten diese Choreographie.
Die mitgereisten RB-Fans präsentierten diese Choreographie.  © Picture Point

Mehr zum Thema RB Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0