RB Leipzigs Nullnummer gegen Augsburg: Und alle gegen die Schiedsrichter!

Augsburg - Die spielerische Fußball-Magerkost beim 0:0 von RB Leipzig beim FC Augsburg geriet nach dem Abpfiff am Samstag schnell ins Hintertreffen. Top-Thema war vielmehr die Leistung des Schiedsrichtergespanns. Die war für viele Akteure auf und neben dem Platz fragwürdig.

Die Szene, die eine vierminütige Unterbrechung und viel Gesprächsstoff lieferte: Timo Werner fällt im Zweikampf mit Jeffrey Gouweleeuw im Strafraum. Was danach passierte, irritierte viele.
Die Szene, die eine vierminütige Unterbrechung und viel Gesprächsstoff lieferte: Timo Werner fällt im Zweikampf mit Jeffrey Gouweleeuw im Strafraum. Was danach passierte, irritierte viele.  © Picture Point/R. Petzsche

Allen voran ging es um eine Szene in der 10. Spielminute. Timo Werner (22) wurde mit einem langen Pass geschickt, geriet im Strafraum mit Augsburgs Jeffrey Gouweleeuw (27) aneinander und kam zu Fall. Schiedsrichter Tobias Welz (41, Wiesbaden) zögerte kurz, zeigte aber auf den Punkt - Elfmeter!

Die Spieler des FCA rannten ungläubig zu Welz, diskutierten mit ihm über seine Entscheidung. Dann bekam er von Videoassistent Markus Schmidt (45) aus Köln ein Zeichen aufs Ohr. Der Unparteiische ging an einen Monitor und schaute sich die strittige Aktion selbst an. Und dann wurde es kurios!

Erst bestätigte Welz seine erste Entscheidung, zeigte erneut Elfmeter an. Doch er bekam währenddessen das nächste Signal - und entschied nach insgesamt vier Minuten auf Abseits. Was war da los?

Der 41-Jährige erklärte, die Überprüfung der vorangegangenen Abseitsposition sei zu spät durchgeführt und er dementsprechend auch mit deutlicher Verzögerung darüber informiert worden.

Die beiden Trainer finden deutliche Worte

Sowohl Augsburg-Trainer Manuel Baum (39, l.) als auch Leipzigs Coach Ralf Rangnick (60, r.) waren wenig angetan vom Wirrwarr um das vermeintliche Foul an Timo Werner.
Sowohl Augsburg-Trainer Manuel Baum (39, l.) als auch Leipzigs Coach Ralf Rangnick (60, r.) waren wenig angetan vom Wirrwarr um das vermeintliche Foul an Timo Werner.  © Picture Point/R. Petzsche

Am Sky-Mikrofon signalisierten die Beteiligten anschließend ihr Unverständnis.

"Das hab ich noch nicht oft erlebt, dass man zweimal einen Elfmeter bekommen hat", sagte beispielsweise Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick (60). "Ich bin ein Befürworter des Videobeweises, aber das hat eindeutig zu lang gedauert. Und am Ende mit einer Abseitssituation aus dem Keller zu kommen, da muss man schon ein bisschen früher draufkommen und nicht nach vier Minuten."

Der blass gebliebene Timo Werner habe nicht gewusst, was genau der Schiedsrichter am Monitor überprüft. "So oft kann man sich ja keine Foulszene angucken." Und Kapitän Willi Orban (25) kritisierte die Dauer der (am Ende korrekten) Entscheidungsfindung: "Das unterbricht den Spielrhythmus."

Deutlicher drückte sich der Augsburger Trainer Manuel Baum (39) aus. Es sei eine "unglückliche Leistung des Schiedsrichters" gewesen, "es würden auch Tore fallen, wenn man Situationen laufen lassen würde." Er peilte auf die Zweikampfstatistik an, denn insgesamt pfiff der Unparteiische 44 Fouls ab. Baum: "Wenn ich jeden Zweikampf pfeife, kommt sowas zustande."

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