Bayern in Athen: PK im Hinterkopf, ein Sieg ist Pflicht

Athen - Der nächste Champions-League-Gegner des FC Bayern München spielt eigentlich keine Rolle. Die Turbulenzen der Pressekonferenz begleiten die Münchner beim Trip nach Athen weiter. Ein Star fehlt zudem in Griechenland.

Der FC Bayern München trifft in der Champions League am Dienstag auf AEK Athen.
Der FC Bayern München trifft in der Champions League am Dienstag auf AEK Athen.  © DPA

Uli Hoeneß (66) schwieg diesmal lieber. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (63) war nach den Turbulenzen der denkwürdigen Pressekonferenz auf dem Weg seiner Bayern zum Sonderflieger nach Athen dagegen bemüht, den Blick auf den Champions-League-Auftrag zu lenken.

"Sinn und Ziel der ganzen Geschichte war, der Mannschaft und dem Trainer zu zeigen, dass wir bereit sind, sie nach außen zu schützen", begründete Rummenigge den viel kritisierten Auftritt der Münchner Chef-Riege vom Freitag und wies gerne auf den Sieg in Wolfsburg hin.

"Entscheidend war, dass wir schnell die Kurve kriegen. Das war ein erster wichtiger Schritt in die Richtung. Ich hoffe, dass jetzt weitere folgen", sagte der Bayern-Boss. Trainer Niko Kovac (46) war im Olympiastadion schon ganz auf das Spiel bei AEK Athen fokussiert.

"Die PK klar, wir haben sie alle mitbekommen, die war für mich aber überhaupt nicht maßgebend, was die Vorbereitung des Spiels in Wolfsburg betraf", sagte der Bayern-Trainer. Und die Taktik des Athens-Spiels wird sie dann wohl erst recht nicht beeinflussen.

Nach dem für das Betriebsklima so wichtigen 3:1 vom Samstag in der Bundesliga soll für den angestrebten Gruppensieg in der Königsklasse ein weiterer Sieg folgen. Auch ohne den verletzten Franck Ribéry (35), der mit einer Wirbelblockade in München blieb.

Der Münchner Plan: Mit fußballerischen Erfolgen soll das verheerende Medienecho auf die Rundumschlag-Pressekonferenz abklingen. Dazu setzt der deutsche Rekordmeister auf den Faktor Zeit.

Zu der harschen Kritik von Bayern-Legende Paul Breitner (67) äußerten sich die Münchner deshalb gar nicht erst. Der Weltmeister von 1974 hatte erklärt, er sei "deprimiert" nach dem Auftritt der langjährigen Weggefährten, der Verein habe sich eine "Blöße" gegeben.

In der Tabelle der Gruppe E liegt der deutsche Dauermeister wegen des schlechteren Torverhältnis nach einem Sieg und einem Remis hinter Ajax Amsterdam. Der griechische Meister ist noch ohne Punkt.

Paul Breitner (r.) hat die Bosse des FC Bayern für ihr Handeln kritisiert. (Archivbild)
Paul Breitner (r.) hat die Bosse des FC Bayern für ihr Handeln kritisiert. (Archivbild)

"Wir wollen in der Champions League idealerweise Gruppenerster werden", sagte Rummenigge und versicherte: "Der Trainer hat alles im Griff."

Doch der Coach und seine Spieler wissen: Nach vier sieglosen Partien vor dem Wolfsburg-Spiel muss ein weiterer Dreier her.

Bei einer überraschenden Pleite wird es dagegen wieder heiß hergehen. Die Fallhöhe ist groß, Rummenigge und Hoeneß erwarten Zeichen von Team und Trainer.

"Pressekonferenz hin oder her, das Wichtigste war, dass wir das Spiel gewonnen haben", sagte Nationalspieler Joshua Kimmich (23). "Es ist wichtig, das Spiel in Athen auch zu gewinnen, weil wir Gruppenerster werden wollen." Verteidiger Niklas Süle (23) forderte eine "neue Siegesserie".

"Nicht der Freitag war entscheidend, sondern der Samstag, als wir gewonnen haben. Die Stimmung ist sehr gut, besser als die zwei Wochen davor", berichtete Süle. Es ist das erste Aufeinandertreffen dieser Mannschaften im Europapokal.

"Wir dürfen auf keinen Fall verlieren", warnte Mats Hummels (29). "Ich hoffe, es geht jetzt von Sieg zu Sieg", sagte Torjäger Robert Lewandowski (30). Vor der Fortsetzung in Europas Eliteliga traf der zuletzt wiederholt torlose Pole in Wolfsburg doppelt.

Athen, Mainz, Rödinghausen heißen die leichteren Aufgaben, mit denen die vor der Länderspielpause schwächelnden Bayern wieder Tempo aufnehmen sollen.

Erster richtiger Prüfstein wird dann Borussia Dortmund am 10. November sein. "Dortmund macht das gut, ohne Frage", sagte Rummenigge. "Aber ich darf auch daran erinnern: Wir haben jetzt acht Spieltage, und es sind noch 26 Spieltage."

Niko Kovac und der FC Bayern München treffen auf AEK Athen aus Griechenland.
Niko Kovac und der FC Bayern München treffen auf AEK Athen aus Griechenland.  © DPA

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