FC Bayern holt Nübel: Kein Platz mehr für Sven Ulreich?

München - Der FC Bayern München verpflichtet mit Alexander Nübel die wohl größte deutsche Torwart-Hoffnung. Mit dem Wechsel einher gehen die Spekulationen rund Spielzeit und der Situation mit Manuel Neuer. Auch die Zukunft von Eigengewächs Christian Früchtl scheint nun offen - doch was wird eigentlich aus Sven Ulreich?

Die Nummer 1 und die Nummer 2 im kommenden Jahr. Ist im Bayern-Kader überhaupt noch Platz für Sven Ulreich?
Die Nummer 1 und die Nummer 2 im kommenden Jahr. Ist im Bayern-Kader überhaupt noch Platz für Sven Ulreich?  © Arne Dedert/dpa

Da ist er also, der möglicherweise neue Neuer. So sehr man dem FC Bayern natürlich dazu beglückwünschen kann, so viel Pulverfass steckt auch in dem Transfer des 23-Jährigen.

Ab 1. Juli 2020 ist Nübel dann beim deutschen Rekordmeister unter Vertrag. Von halb Europa gejagt, von den Bayern verpflichtet - und das ablösefrei.

Doch so sehr man sich wohl an der Säbener Straße freut, ein solches Talent an die Isar gelockt zu haben, die Baustelle die sich der FC Bayern hier jedoch im Kader aufmacht, sollte nicht zu unterschätzen sein. Welttorhüter Neuer hat noch Vertrag bis 2021, eine Verlängerung bis 2023 war eigentlich so gut wie fix. Der Nübel-Transfer rüttelt jedoch massiv am Fundament dieses Plans.

Der 33-Jährige hat wohl intern in aller Klarheit deutlich gemacht, kein Spiel abgeben zu wollen. Wenn er fit ist, will er alles spielen und wenn es ein Test ist.

Auch die Zukunft vom Torwart-Talent und Eigengewächs Christan Früchtl scheint nun völlig offen. Mit 15 Jahren unter dem damaligen Trainer Pep Guardiola bereits mit den Profis ins Trainingslager nach Katar mitgereist, schien es lange Zeit so auszusehen, dass der inzwischen 19-Jährige irgendwann in die großen Handschuhe von Manuel Neuer schlüpfen würde.

Die Verpflichtung Nübels dürfte als auch dem derzeitigen Keeper der "kleinen Bayern" nicht unbedingt schmecken.

Neuer, Nübel, Früchtl: Kein Platz mehr für Sven Ulreich beim Rekordmeister?

Kam in den beiden letzten Spielzeiten, durch die Verletzungen von Manuel Neuer, zu einigen Einsätzen bei den Bayern: Sven Ulreich.
Kam in den beiden letzten Spielzeiten, durch die Verletzungen von Manuel Neuer, zu einigen Einsätzen bei den Bayern: Sven Ulreich.  © Rachel Boßmeyer/dpa

Und was passiert eigentlich mit Sven Ulreich? In den letzten beiden Spielzeiten noch zu satten 59 Pflichtspieleinsätzen für den Rekordmeister gekommen, spielte die Nummer Zwei in dieser Saison noch keine Minute. Dass er die klare Nummer Zwei ist, weiß er seit Vertragsunterzeichnung.

Doch der Nübel-Wechsel könnte ausgerechnet für den sich stets korrekt verhaltenden Ex-Stuttgarter das Aus bei den Bayern bedeuten.

Im Trainingslager in Doha hat er sich jetzt kurz und spärlich auf Nachfrage positioniert. Und dabei merkte man ihm an: glücklich ist er wohl mit der Situation nicht.

Vor allem aber das Thema Kommunikation scheint ihm ein massiver Dorn im Auge zu sein. Auf die Fragen der Reporter antwortet er knapp. So habe er "erst gestern davon erfahren", so Ulreich der nun zunächst mal "schauen" möchte, wie es für ihn weitergeht.

"Es ist die Entscheidung von Bayern. Wenn so ein Torhüter auf dem Markt ist, muss man natürlich hinterher sein" so der 31-Jährige weiter.

Scheint also, dass sich der gebürtige Schorndorfer wohl jetzt auf seinen Abschied bei den Bayern vorbereiten wird. Schwer vorzustellen, dass er sich nur mehr als Nummer Drei auf die Bank der Münchner setzt.

Wie geht es weiter mit Sven Ulreich?
Wie geht es weiter mit Sven Ulreich?  © Peter Kneffel/dpa

Mehr zum Thema FC Bayern München:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0