Klassenunterschied zwischen Bayern und BVB, aber Titelkampf noch nicht entschieden

München - Was für ein Spitzenspiel! Mit einem 5:0 (4:0)-Sieg des FC Bayern München über Borussia Dortmund hatte fast niemand gerechnet. Ein Kommentar zur Lage im Meisterschaftskampf.

Großer Jubel beim FC Bayern München: Im Top-Spiel führte der Deutsche Rekordmeister Borussia Dortmund nach allen Regeln der Kunst vor.
Großer Jubel beim FC Bayern München: Im Top-Spiel führte der Deutsche Rekordmeister Borussia Dortmund nach allen Regeln der Kunst vor.  © DPA

Für das deutliche Endergebnis mussten extrem viele Sachen zusammenkommen: Die Bayern waren in herausragender Verfassung und hatten allesamt eine grandiose Tagesform.

Der BVB wurde dagegen gerade im ersten Abschnitt fast durchgehend überrannt. Trainer Lucien Favre entschied sich außerdem für die falsche Aufstellung. Zwar hatte Dortmund die erste Chance, als Mahmoud Dahoud an den Pfosten schoss (6. Minute), doch anschließend kam von den Schwarz-Gelben nichts mehr.

Dieser leblose Auftritt war dem eines Tabellenführers nicht würdig! Denn die Borussen fanden überhaupt nicht in die Zweikämpfe, hatten der spielerischen Klasse der Münchner nichts entgegenzusetzen und mit Dan-Axel Zagadou und Lukasz Piszczek zwei Abwehrspieler, die an diesem Tag völlig überfordert waren.

Zagadou leitete mit seinem schlimmen Fehlpass in die Füße von Robert Lewandowski das vorentscheidende 2:0 des polnischen Sturmstars ein, Piszczek ließ sich unzählige Male ausspielen. Das war nicht sonderlich verwunderlich, weil der erfahrene Rechtsverteidiger sein erstes Spiel seit dem 9. Februar bestritt.

Ihn aufzustellen (und später auch nicht auszuwechseln) war wohl der größte Fehler Favres, der sich aber auch an anderen Stellen verspekulierte. So hätte er die bestens aufeinander abgestimmten Marco Reus und Mario Götze lieber nicht auseinanderreißen sollen. Doch bei der schlechten Tagesverfassung vieler seiner Spieler hätte wohl auch das nicht viel gebracht.

Kampf um die Deutsche Meisterschaft trotzdem noch nicht entschieden

Bayerns Leon Goretzka (M.) und Robert Lewandowski (r.) bejubeln das Tor zum 5:0-Endstand, während BVB-Sechser Axel Witsel nicht fassen kann, was in diesem Spiel passiert ist. (Bildmontage)
Bayerns Leon Goretzka (M.) und Robert Lewandowski (r.) bejubeln das Tor zum 5:0-Endstand, während BVB-Sechser Axel Witsel nicht fassen kann, was in diesem Spiel passiert ist. (Bildmontage)  © DPA

Götze schmorte gegen seinen Ex-Club mehr als eine Stunde auf der Bank. Dann war es auch schon zu spät, weil Dortmund zum Zeitpunkt seiner Einwechslung bereits 0:4 zurücklag. Das Spitzenspiel, erinnerte weniger an ein Spitzenspiel,als an eine Machtdemonstration der Münchner.

Der Deutsche Rekordmeister konnte es sich im zweiten Durchgang sogar leisten, mehrere Gänge zurückzuschalten, Leistungsträger frühzeitig zu schonen, dominierte die Partie dennoch und traf kurz vor Schluss sogar nochmal.

Wegen all dieser Punkte war ein Klassenunterschied erkennbar. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass die Meisterschaft bereits vorzeitig entschieden ist.

Auch wenn man es nach diesem denkwürdigen Match gar nicht fassen kann: Die beiden Teams trennt lediglich ein Punkt! Und da die Bayern sich in dieser Saison bereits mehrere überraschende Aussetzer geleistet haben, ist noch längst nicht klar, ob die Münchner am Ende den Titel holen.

Für Spannung ist deshalb in den nächsten Wochen gesorgt. Denn wenn es Favre gelingt, seine angeschlagene Mannschaft wieder aufzubauen und Dortmund am kommenden Samstagabend (18.30 Uhr) gegen den 1. FSV Mainz 05 gewinnen kann und damit wieder in die Spur findet, könnte auch der BVB noch Meister werden.

Nach den gänzlich unterschiedlichen Leistungen der beiden Teams am heutigen Samstagabend ist das kaum vorstellbar, aber der Fußball hat schon verrücktere Geschichten geschrieben.

Kommentar von TAG24-Redakteur Stefan Bröhl.
Kommentar von TAG24-Redakteur Stefan Bröhl.  © Holm Röhner

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