BVB zu Gast beim FC Bayern: Das waren die denkwürdigsten Duelle

München - Kung-Fu-Parade und Halsbiss von Oliver Kahn (49), Heulsusen-Geste von Lothar Matthäus (58) und bis heute gültiger Kartenrekord: Die Duelle zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund sorgen für Gänsehaut.

Bayern-Keeper Oliver Kahn (r.) sorgte beim Duell am 3. April 1999 für kuriose Szenen.
Bayern-Keeper Oliver Kahn (r.) sorgte beim Duell am 3. April 1999 für kuriose Szenen.  © Imago

Es waren Duelle im Kampf um die Meisterschaft in der Bundesliga, Endspiele im DFB-Pokal und gar ein Finale der Champions League. Ein Rückblick auf denkwürdige Aufeinandertreffen zweier Giganten.

9. August 1986: Der FC Bayern und der BVB treffen am 1. Spieltag aufeinander. BVB-Stürmer Frank Mill (60), später Weltmeister, läuft über viele Meter alleine auf das leere Tor zu, kommt ins Straucheln und schießt den Ball an den Pfosten. Mill ist bis heute genervt davon, immer auf die Szene angesprochen zu werden. "An jeder Ecke musste ich mich verarschen lassen, sogar von den eigenen Teamkollegen", sagte er.

19. April 1997: Von einem eigentlich mäßig spannenden 1:1 in Dortmund bleibt das Scharmützel zwischen den beiden 90er-Weltmeistern Matthäus und Andreas Möller (51). Matthäus signalisiert durch das Abwischen imaginärer Tränen, dass er Möller als Heulsuse ansehe, woraufhin ihm dieser ins Gesicht greift. Matthäus beteuerte später, es sei nicht persönlich gewesen, sagte aber auch über Möller: "Man wusste ja, er ist ein Spieler, der die Härte nicht so gut verträgt."

3. April 1999: Top-Spiele wie gegen den BVB motivierten Bayern-Torhüter Kahn immer ganz besonders. An diesem April-Tag scheint er allerdings wie von Sinnen. Erst versucht er BVB-Stürmer Heiko Herrlich (47) in den Hals zu beißen, dann springt er in Kung-Fu-Manier auf den entgeistert schauenden BVB-Stürmer Stephane Chapuisat (49) zu. Kahn erklärte später, er habe wegen Kritik unter Druck gestanden und nach einem Gegentor sei einfach der "Deckel vom Kessel" geflogen.

7. April 2001: Diese hitzige Partie in Dortmund hält bis heute den Bundesliga-Rekord für die meisten Karten in einem Spiel. Schiedsrichter Hartmut Strampe (63) zeigte Dortmunds Evanilson (43) und Münchens Stefan Effenberg (50) jeweils Rot sowie Bayern-Profi Bixente Lizarazu (49) Gelb-Rot und zudem noch zehn Gelbe Karten. "Ab einem gewissen Zeitpunkt spürte ich, dass die Spieler auf die Karten nicht mehr reagierten", sagte Strampe nach der Partie.

Demütigungen auf beiden Seiten und eine kleine Einkaufstour

Borussia Dortmund konnte den FC Bayern im Pokalfinale 2012 mit 5:2 schlagen.
Borussia Dortmund konnte den FC Bayern im Pokalfinale 2012 mit 5:2 schlagen.  © DPA

9. November 2002: BVB-Torhüter Jens Lehmann (49) fliegt vom Platz, doch der BVB kann nicht mehr wechseln. Also geht der 2,02 m große Stürmer Jan Koller (46) ins Tor. Stolze 24 Minuten lang - und blieb ohne Gegentor. Der Kicker berief ihn in die Elf des Tages, als Torhüter natürlich. Koller hatte auch das 1:0 für den BVB erzielt, der verliert in München am Ende trotzdem mit 1:2.

26. Februar 2011: Schon vor dem Duell lag der BVB überzeugende 13 Punkte vor den Bayern und machte beim 3:1-Sieg sein Meisterstück. Dabei trat Dortmund mit der bis heute jüngsten Startelf seiner Bundesliga-Historie (22,8 Jahre im Schnitt) an.

12. Mai 2012: Die Dortmunder schaffen die ultimative Demütigung des FC Bayern - und müssen es später büßen. Nach dem Meistertitel 2011 und der bereits sicheren Titelverteidigung zerlegte der BVB die Münchner im DFB-Pokalfinale mit 5:2. Bayern-Präsident Uli Hoeneß (67) kündigte direkt an, zu zeigen "wo der Hammer hängt". Die Münchner zücken den Geldbeutel und kaufen den Dortmundern nacheinander Mario Götze (26), Robert Lewandowski (30) sowie Mats Hummels (30) weg und werden von da an bis heute immer Meister.

25. Mai 2013: Das Spiel, das deutsche Fußball-Geschichte schrieb: Zum ersten und einzigen Mal bestreiten zwei deutsche Mannschaften ein Champions-League-Finale. Im Londoner Wembley-Stadion ist Dortmund ebenbürtig. Als alle sich schon auf eine Verlängerung einrichten, schießt Arjen Robben (35) das 2:1-Siegtor für die Münchner, die ein Jahr zuvor nicht nur im Pokalendspiel eine bittere Niederlage kassierten, sondern auch im Champions-League-Finale "dahoam" gegen Chelsea.

31. März 2018: Schon zu Pause lag Bayern verdient mit 5:0 in Front. Für die Münchner war das 6:0 der höchste Sieg über den BVB seit dem historischen 11:1 im Jahr 1971.

10. November 2018: Im spektakulärsten Klassiker seit Jahren triumphierte der BVB mit 3:2. Zwei Mal gingen die Bayern durch Lewandowski in Führung, zweimal konnte der überragende Marco Reus (29) ausgleichen. Am Ende sorgte Paco Alcácer (25) für den Siegtreffer und einen Sieben-Punkte-Vorsprung der Borussia aus Dortmund.

Das Duell in der Münchner Allianz Arena verspricht also einiges. Ob die großen Erwartungen erfüllt werden? Die Antwort gibt es am Samstag ab 18.30 Uhr (Sky).

Robert Lewandowski feierte mit dem BVB Erfolge - und wurde dann vom FC Bayern München verpflichtet.
Robert Lewandowski feierte mit dem BVB Erfolge - und wurde dann vom FC Bayern München verpflichtet.  © DPA

Titelfoto: DPA, Imago (Bildmontage)

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