FC Bayern zu Gast in Frankfurt: Niko Kovac nimmt Spieler vor SGE-Duell in Pflicht

München - Der FC Bayern München bekommt es am 10. Spieltag der Bundesliga mit Eintracht Frankfurt zu tun. Für Trainer Niko Kovac (48) und seine Spieler geht es um viel, ist die Stimmung doch auf einem Tiefpunkt angelangt.

Bayern-Trainer Niko Kovac und seine Spieler stehen zunehmend in der Kritik.
Bayern-Trainer Niko Kovac und seine Spieler stehen zunehmend in der Kritik.  © Sven Hoppe/dpa

Das schwache Spiel im DFB-Pokal gegen den VfL Bochum, das der Rekordmeister denkbar knapp mit 2:1 in den letzten Minuten der Partie für sich entscheiden konnte, dürfte endgültig dafür gesorgt haben, dass auch intern der Haussegen schief hängt. Zwar stimmen die Ergebnisse zumindest im Pokal und der Champions League, die gezeigten Leistungen sind jedoch deutlich zu schlecht.

In Frankfurt müssen alle Akteure eine Schippe drauflegen, sonst droht der nächste Rückschlag gegen die Mannschaft von Adi Hütter (49), die zuletzt mit starken Auftritten Werbung in eigener Sache betrieb und mit Sicherheit dem Favoriten aus München nur allzu gerne ein Bein stellen würde.

Entsprechend deutlich wurde Kovac am Donnerstag dann ebenso während der Pressekonferenz vor dem Schlagabtausch in der Commerzbank-Arena im Frankfurter Stadtwald. "Ich erwarte, dass wir von der ersten Minute an da sind. Wir müssen genau so arbeiten, wie die anderen auch", sagte der 48-Jährige im Hinblick auf das generelle Auftreten wie auch auf das im anstehenden Spiel gegen seinen ehemaligen Verein.

Qualität habe die Mannschaft, das "sei klar". Bei allen Vorgaben entscheide auf dem Platz aber noch immer der Spieler selbst.

"Es ist nicht immer leicht, wir sind Menschen", erinnerte Kovac. "Es ist so, dass wir Sachen ganz klar ansprechen. Aber die Jungs setzen es im Moment nicht um." Es gehe dabei weniger um taktische Aspekte, sondern vor allem darum, "den Ball von A nach B zu spielen". Es fehle teils aufgrund der leichten Fehler schlicht an Selbstvertrauen.

Die Marschroute für die kommenden Wochen und somit die Partie am Samstag ist klar: "Ich möchte mehr Leidenschaft in den Zweikämpfen sehen." Es sei wichtig, "ein gutes Gefühl" zu haben, "um ins Spiel zu kommen". Sonst sei es selbst für einen Verein wie den FC Bayern München gegen jeden Kontrahenten sehr schwer.

FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt: Das erwartet Niko Kovac

Die Spieler des FC Bayern München wirkten zuletzt hin und wieder selbst ratlos.
Die Spieler des FC Bayern München wirkten zuletzt hin und wieder selbst ratlos.  © Guido Kirchner/dpa

"In Frankfurt geht sicherlich die Post von der ersten Minute an ab", mahnte Kovac. "Da müssen wir hellwach sein." Der Trainerstab fordert deshalb von jedem Akteur, das Maximum herauszuholen. "Wir fordern von den Jungs absolute Konzentration."

"Das ist ein absolutes Topspiel", erklärte der Kroate. Frankfurt sei "eine sehr gute Mannschaft". Angetrieben werden die Adler-Träger dabei oft von den Fans, die Kovac unlängst gelobt und als beste Anhänger der gesamten Bundesliga bezeichnet hatte. Auf Nachfrage bezog er dazu erneut Stellung.

Kovac wiederholte eben jenes Lob am Donnerstag - ungeachtet der kritischen Worte, die dieses im Hinblick auf die eigenen Fans als unmittelbare Folge hatte. Er wolle sich nicht verstellen, gab der Übungsleiter des amtierenden Meisters und Pokalsiegers mit Nachdruck zu Protokoll.

"Wenn das nicht mehr erwünscht ist, können wir einpacken", sagte der Trainer der Presserunde in der Allianz Arena. Dann hätten "andere bessere Chancen", er selbst sei dafür in jedem Fall "der Falsche".

Ändern werde er sich nicht, erklärte Kovac. Ehrlichkeit spiele für ihn eine große Rolle.

Ehrlich bewertete er dann die Leistungen der letzten Wochen: "Wir wollen und wir müssen gewinnen. Darüber hinaus wollen wir unseren Fans aber auch schönen Fußball bieten." Das sei aktuell jedoch nicht der Fall, selbst wenn die Ergebnisse stimmen. "Es ist mir lieber, dass wir solche Spiele (wie gegen Bochum, Anm. d. Red.) gewinnen, als sie mit brillantem Fußball zu verlieren."

Es gehe darum, geduldig zu bleiben. "Die Spieler beschäftigen sich mit ihrer Leistung. Und das ist gut so", erklärte Kovac. Denn nur, wenn dies der Fall sei, könnten Akteure "besser werden". Erfreulich dürfte sein, dass Javi Martínez (31) wieder an Bord ist.

"Javi hat heute trainiert, er könnte eine Option werden", sagte Kovac, der sich auf das "Topspiel" gegen Frankfurt freut.

Niko Kovac sitzt alles andere als fest im Sattel: Ist der Trainer Schuld an den Leistungen?
Niko Kovac sitzt alles andere als fest im Sattel: Ist der Trainer Schuld an den Leistungen?  © Matthias Balk/dpa

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

Mehr zum Thema FC Bayern München:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0