FC Bayern zieht die Reißleine! Trainer Niko Kovac entlassen

München - Paukenschlag beim FC Bayern München! Der Deutsche Rekordmeister hat Trainer Niko Kovac (48) nach der 1:5-Klatsche bei Eintracht Frankfurt rausgeworfen.

Niko Kovac ist nicht länger Trainer des FC Bayern München.
Niko Kovac ist nicht länger Trainer des FC Bayern München.  © dpa/Uwe Anspach

Das bestätigte der Verein am Sonntagabend, nachdem zuvor die "Bild" darüber berichtete.

In der Pressemitteilung heißt es zur Entlassung: "Kovač hatte dem FC Bayern München seinen Rücktritt als Trainer angeboten."

Rummenigge wird wie folgt zitiert: "Die Leistungen unserer Mannschaft in den vergangenen Wochen und auch die Resultate haben uns gezeigt, dass Handlungsbedarf bestand."

Er habe mit Uli Hoeneß, Hasan Salihamidžić und Niko "auf dieser Grundlage am heutigen Sonntag ein offenes und seriöses Gespräch geführt mit dem einvernehmlichen Ergebnis, dass Niko nicht mehr Trainer des FC Bayern ist."

Man bedauere das. "Ich möchte mich im Namen des FC Bayern bei Niko Kovač für seine Arbeit, besonders für den Gewinn des Doubles in der vergangenen Saison bedanken."

Kovac selbst wird wie folgt zitiert: "Ich denke, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung für den Klub ist. Die Ergebnisse und auch die Art und Weise, wie wir zuletzt gespielt haben, haben mich zu diesem Entschluss kommen lassen."

Niko Kovac wünscht dem FC Bayern München "alles erdenklich Gute" für die Zukunft

Für Niko Kovac (l.) wird die Lage immer schwerer. Auch eine Aussage über Thomas Müller (r.) trug zu negativen Schlagzeilen rund um den Coach bei.
Für Niko Kovac (l.) wird die Lage immer schwerer. Auch eine Aussage über Thomas Müller (r.) trug zu negativen Schlagzeilen rund um den Coach bei.  © dpa/Hasan Bratic

Er fügt hinzu: "Mein Bruder Robert und ich danken dem FC Bayern für die zurückliegenden knapp anderthalb Jahre. In dieser Zeit hat unsere Mannschaft die Meisterschaft, den DFB-Pokal und den Supercup gewonnen. Es war eine gute Zeit. Ich wünsche dem Klub und der Mannschaft alles erdenklich Gute."

Kovac wurden letztlich die Negativerlebnisse der vergangenen Wochen und das sichtlich angespannte Verhältnis zur Mannschaft zum Verhängnis.

Am Sonntagmorgen hatte er wie gewohnt noch das Training des FCB geleitet.

Ein gutes Gefühl hatte er da aber nicht mehr: "Ich gehe sehr enttäuscht und sehr traurig in den Bus. Ich weiß auch, wie das alles läuft in unserem Geschäft", hatte der Kroate aus Berlin laut der "Bild" bereits am Samstag nach dem Spiel eine böse Vorahnung.

Diese sollte sich am Ende bestätigen. Und er selbst hatte zuletzt immer wieder für Schlagzeilen gesorgt.

Erst sagte er über Thomas Müller: "Wenn Not am Mann sein sollte, wird er mit Sicherheit auch seine Minuten bekommen", dann entschuldigte er sich und nahm alles zurück, ehe er Ende Oktober zum Pressing-Verhalten seines Teams meinte: "Man muss auch die Spielertypen haben. Man kann nicht versuchen, 200 auf der Autobahn zu fahren, wenn sie nur 100 schaffen" (TAG24 berichtete).

Diese äußert unglücklichen Aussagen sollen nur eines von vielen Beispielen dafür sein, dass bei den Münchnern momentan mächtig Sand im Getriebe ist und die Mannschaft nur bedingt als solche funktioniert.

Der FC Bayern München erinnert wieder an den FC Hollywood

Karl-Heinz Rummenigge (mit Hand vorm Mund) und Uli Hoeneß (mit rot-weißem Schal) haben immer wieder gegensätzliche Meinungen - auch zu Niko Kovac.
Karl-Heinz Rummenigge (mit Hand vorm Mund) und Uli Hoeneß (mit rot-weißem Schal) haben immer wieder gegensätzliche Meinungen - auch zu Niko Kovac.  © dpa/Uwe Anspach

Zur Erinnerung: Der überragende 7:2-Kantersieg in der Champions League bei den Tottenham Hotspurs ist erst etwas mehr als einen Monat her. Gefühlt ist es eine Ewigkeit. Seitdem gab es keinen einzigen souveränen Bayern-Sieg mit mehr als einem Tor Unterschied.

In Frankfurt war die Niederlage auch in dieser Höhe verdient, weil zwischen beiden Mannschaften große Unterschiede deutlich wurden.

Während sich die Eintracht in einen Rausch spielte und ein echtes Team war, das bedingungslos füreinander kämpfte, wirkten die Münchner wie eine lustlose Truppe aus Individualisten, die keinen guten Tag erwischte, schludrig mit ihren Chancen umging und in der Defensive nach Jerome Boatengs Platzverweis erschreckend schlecht stand.

Es kriselt also erkennbar beim FCB, bei dem in der jüngeren Vergangenheit zu viele Dinge schief gelaufen sind.

Seien es getätigte (Benjamin Pavard, Philippe Coutinho) oder verpasste (Leroy Sané, Timo Werner) Transfers, die viele Jahre lang fehlende Ausnahmequalität im Nachwuchs, die irritierenden Aussagen der Verantwortlichen oder die Entscheidungen auf der Trainer-Position: So viele Fehler wie in den letzten Jahren hat der FC Bayern früher nicht gemacht!

Es mussten deshalb dringend Veränderungen her, sonst drohen die Bayern ihre großen Saisonziele schon frühzeitig aus den Augen zu verlieren.

Der FC Bayern München hat zu viele Fehler in den letzten Jahren gemacht

Wer wird die Mannschaft in Zukunft trainieren? Zunächst übernimmt Co-Trainer Hansi Flick.
Wer wird die Mannschaft in Zukunft trainieren? Zunächst übernimmt Co-Trainer Hansi Flick.  © dpa/Hasan Bratic

Deshalb ist Kovac nur das letzte Glied in dieser langen Kette. Ja, auch der Kroate ist zu oft ins Fettnäpfchen getreten und hat einige Sachen nicht richtig gemacht. Damit hat er Kredit bei Mannschaft und Fans verspielt, weshalb es nur noch eine Frage der Zeit zu sein schien, bis er gehen musste.

Der schlechteste Saisonstart seit neun Jahren wurde von den Verantwortlichen verständlicherweise nicht einfach so hingenommen.

In Zukunft müssen nun dringend die richtigen Entscheidungen getroffen werden, wenn Bayern gerade international nicht den Anschluss verlieren will.

Dazu müsste intern auch endlich mal wieder eine klare Linie vorgegeben werden, der alle folgen. Zuletzt war auffällig, wie oft sich die Aussagen der Verantwortlichen um Hoeneß, Rummenigge, Salihamidzic und Kovac widersprochen haben.

Das erinnerte teilweise gar an den früheren "FC Hollywood". Immer wieder wurden neue Brandherde aufgemacht, oft kurz nachdem der letzte erst gelöscht wurde.

Nun ist es an der Zeit für die Bayern, wieder Ruhe in den Verein und die Mannschaft zu bekommen.

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