Bayern an Dembélé, Sané und Bergwijn dran: Warum holen sie eigentlich nicht alle drei?

München - Der FC Bayern München sucht Ersatz für Franck Ribéry (36) und Arjen Robben (35). Leroy Sané (23) gilt als Favorit, Ousmane Dembélé (22) als Plan B und Steven Bergwijn (21) als Geheimtipp. Warum sollte es nur einer werden?

Leroy Sané steht beim FC Bayern München offenbar ganz oben auf der Wunschliste.
Leroy Sané steht beim FC Bayern München offenbar ganz oben auf der Wunschliste.  © dpa/Uwe Anspach

"Die Finanzlage von Bayern München ist absolut gut, so dass ich mir um die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Transfermarkt keine Sorgen mache", erklärte Karl-Heinz Rummenigge (63) am Donnerstag, als der Meister eine Partnerschaft mit Konami, einem japanischen Hersteller und Verleger von Videospielen, verkündete.

Im Kampf um von der internationalen Konkurrenz umworbene Akteure sieht der 63 Jahre alte Vorstandsvorsitzende die Münchner folglich auf Augenhöhe - zumindest, sofern der Spieler überhaupt an die Säbener Straße und somit in die Fußball-Bundesliga wechseln will.

Gegeben scheint diese früher scheinbar unbändige Wechsellust in den Süden Deutschlands allerdings schon längere Zeit nicht mehr zu sein. Im Zuge eines möglichen Wechsels von Sané zur Mannschaft von Trainer Niko Kovac (47) könnte sie jedenfalls zum Zünglein an der Waage werden.

Rummenigge und die Verantwortlichen sind bereit, die Geldschatulle zu öffnen und eine Rekordsumme zu zahlen, um den Youngster, der bei Manchester City noch einen Vertrag bis zum Sommer des Jahres 2021 hat, an die Isar zu locken. Sané, der unter Citizens-Coach Pep Guardiola (48) in dessen Star-Ensemble zuletzt nur als Ergänzungsspieler fungierte, wäre nicht nur unumstrittener Stammspieler, sondern einer der ganz großen Stars der Mannschaft - das Gesicht der Zukunft.

Trotz diesen verlockenden Aussichten und wohl auch einem fürstlichen Gehalt kamen die Verhandlungen zwischen beiden Seiten offenbar ins Stocken. Inzwischen wird sogar spekuliert, ob die aktuelle Freundin des deutschen Nationalspielers und Mutter des gemeinsamen Kindes, Candice Brook, lieber weiterhin auf der Insel leben würde und sich Sané aus diesem Grund von einem Wechsel nach München distanzieren könnte.

Die Sinnhaftigkeit solcher Überlegungen hält sich zwar in Grenzen, sie zeigen jedoch deutlich auf, in welchem Maß ein möglicher Transfer die Fans und Medien nicht umsonst beschäftigt. Denn der FC Bayern benötigt zweifelsohne einen Flügelspieler vom Kaliber des 23-Jährigen. Nach den Abgängen von Ribéry und Robben sowie der Anfälligkeit für Verletzungen von Kingsley Coman (23) sowie mitunter Serge Gnabry (23) sieht es auf den Außenbahnen aktuell äußerst mau aus.

Leroy Sané ist Wunschspieler, aber nicht der einzige Kandidat

Ousmane Dembélé soll ebenfalls das Interesse des FC Bayern München geweckt haben.
Ousmane Dembélé soll ebenfalls das Interesse des FC Bayern München geweckt haben.  © dpa/ap/Mosaab Elshamy

Doch was passiert, wenn sich Sané gegen den Rekordmeister entscheidet?

Dembélé gilt als Plan B und wäre wohl noch etwas teurer als der Wunschkandidat. Fußballerisch hat der 22-Jährige Fähigkeiten, die nur wenige Spieler vorweisen können, wenngleich das Talent noch geformt werden muss. Charakterlich wirft das Verhalten des Barca-Flügelspielers aber Fragen auf, was Uli Hoeneß (67) ins Grübeln bringen soll.

Rummenigge gilt im Gegenzug wohl als Fürsprecher Dembélés, der vor zwei Jahren für die stolze Summe von rund 125 Millionen Euro von der Borussia aus Dortmund zum FC Barcelona in die spanische Primera Division gewechselt war und in der Vergangenheit den Münchnern schon einen Korb erteilt und sich für den BVB entschieden hatte. Es soll sogar erste Gespräche gegeben haben.

Dennoch wirkt Dembélé, den die Katalanen entweder gar nicht abgeben oder in ein Tauschgeschäft etwa mit Paris Saint-Germain im Zuge einer möglicherweise zeitnahen Rückkehr von Superstar Neymar (27) ins Camp Nou involvieren könnten, wie eine Notlösung - eine technisch starke, schnelle und beidfüßige. Allein mit dieser "Rolle" ist der junge Franzose keinesfalls.

Die Liste möglicher Kandidaten umfasst unter anderem noch Steven Bergwijn (21) von der PSV Eindhoven, Hakim Ziyech (26) von Ajax Amsterdam oder auch Yannick Carrasco (25), der bei seinem chinesischen Klub Dalian Yifang gerade erst suspendiert worden ist, nachdem er offenbar festgestellt hat, dass die Liga im Alter von 25 Jahren und für einen Spieler mit unbestrittenem Talent doch eher keinen Karrieresprung darstellt.

Wirklich interessant ist allerdings vor allem Bergwijn. Der Niederländer ist ein äußerst hochveranlagter Außenspieler, der dem FC Bayern durchaus gut zu Gesicht stehen würde und darüber hinaus noch ein großes Entwicklungspotenzial aufweist. Gebunden ist der 21-Jährige zwar noch bis zum Sommer des Jahres 2022 an seinen Arbeitgeber, dass er seinen Kontrakt bei der PSV jedoch erfüllen wird, ist sehr unwahrscheinlich.

Steven Bergwijn und Leroy Sané als doppeltes Ausrufezeichen?

Steven Bergwijn? Der Niederländer gilt als Geheimtipp und hat positive Signale gesendet.
Steven Bergwijn? Der Niederländer gilt als Geheimtipp und hat positive Signale gesendet.  © dpa/Marius Becker

Es locken angeblich Klubs wie Ajax Amsterdam, Inter Mailand, Tottenham Hotspur oder Manchester United. Vom Kostenfaktor wäre Bergwijn deutlich günstiger zu haben als etwa Sané oder Dembélé. Und genau an dieser Stelle könnten und sollten die Verantwortlichen des Rekordmeisters ansetzen.

Warum sollte der Youngster, der sich natürlich in einer deutlich stärken Liga erst beweisen muss, nur als eine "billige" Alternative betrachtet werden? Sané und Dembélé sind zu teuer, Sané und Bergwijn möglicherweise nicht.

Der Rechtsfuß, der in der zurückliegenden Saison der niederländischen Eredivisie maßgeblichen Anteil am denkbar knappen zweiten Platz Eindhovens (83 Punkte) hinter Amsterdam (86) hatte, sollte auch im Falle eines ersehnten Sané-Transfers unbedingt an die Isar gelotst werden - natürlich nur, sofern die in den Raum gestellten finanziellen Mittel in der Tat vorhanden sind.

Mit Sané, Coman, Gnabry und Bergwijn wären die Münchner bestens aufgestellt für eine lange Saison mit einer Vielzahl an Spielen in der Bundesliga, Champions League und dem DFB-Pokal. In allen genannten Wettbewerben dürfte es für die Kovac-Truppe weit gehen, so zumindest die Zielsetzung. Angesichts des Alters der Akteure hätten die Verpflichtungen auch perspektivisch Sinn.

Bergwijn, der auf der rechten sowie linken Seite spielen kann, kann sich einen Wechsel laut SportBild wohl gut vorstellen. Eine Verpflichtung von beiden Spielern wäre ein Fingerzeig an die Konkurrenz.

Die Zeit drängt jedoch. Die Transferfrist der Bundesliga endet zwar erst am 2. September, potenzielle Neuzugänge, die den hohen Ansprüchen genügen, dürften sich allerdings schon viel früher entschieden haben.

Weitere "Wasserstandsmeldungen", wie es bei Sané der Fall war, wird es seitens der Münchner aber wohl nicht geben. "Mit Transferangelegenheiten gehen wir weniger offensiv in der Öffentlichkeit um. Wir arbeiten, und wenn es etwas zu verkünden gibt, werden wir das tun", erklärte Rummenigge am Donnerstag.

Der FC Bayern sucht Ersatz für Franck Ribéry und Arjen Robben: Ein Trio ist im Fokus. (Bildmontage)
Der FC Bayern sucht Ersatz für Franck Ribéry und Arjen Robben: Ein Trio ist im Fokus. (Bildmontage)  © Montage: dpa/Maris Becker, dpa/Mosaab Elshamy, dpa

Titelfoto: Montage: dpa/Maris Becker, dpa/Mosaab Elshamy, dpa

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