Steak-Affäre um Ribéry: Matthäus macht sich über Bayern-Star lustig

München - Die Kontroverse um ein mit Blattgold verziertes Steak hat beim FC Bayern München für einigen Wirbel gesorgt. Nun hat sich Lothar Matthäus (57) zu Wort gemeldet - und Franck Ribéry (35) auf die Schippe genommen.

Franck Ribéry vom FC Bayern München hat für großen Wirbel gesorgt. (Archivbild)
Franck Ribéry vom FC Bayern München hat für großen Wirbel gesorgt. (Archivbild)  © DPA

Der deutsche Rekordnationalspieler (150 Länderspiele), der sich gerade im Urlaub befindet, hat auf seinem offiziellen Facebook-Kanal ein Bild veröffentlicht, auch welchem er beim Abendessen zu sehen ist.

Mit einem Teller Muscheln in der Hand lächelt Matthäus im Dolce & Gabbana-Shirt in die Kamera und schreibt als Kommentar zu seinem Schnappschuss: "Familien-Dinner - aber nur mit Golden Toast." Dass der Seitenhieb aber wohl nicht allzu ernst gemeint ist, verdeutlicht ein Smiley.

Ribéry hatte nach anhaltender Kritik an seiner Person mit einer obszönen Hass-Tirade via Kurznachrichtendienst Twitter reagiert, für die er seitens des Vereins zu einer hohen Geldstrafe verdonnert wurde.

Die Follower des 57-Jährigen können jedenfalls lachen. "Loddar, lass es dir schmecken und genieße das Leben!! Hast dir alles erarbeitet. Wenn du eine hübsche Frau aus Bulgarien oder so für mich hast, bitte melden", ist in den Kommentaren zu lesen.

"Soviel Witz hab ich Ihnen gar nicht zugetraut", attestiert ein weiterer User.

Sogar die Nachfolge von Joachim Löw (58) als Bundestrainer wird ins Spiel gebracht. "Alles wird gut werden in diesem Jahr der Veränderungen kannst du Bundestrainer werden, denn es gibt nur einen Lothar", schreibt ein Anhänger des Franken.

Zwar finden sich vereinzelt auch negative Kommentare, dennoch scheint Matthäus mit seinem humoristischen Beitrag voll ins Schwarze getroffen zu haben. Ob Ribéry, der sich unlängst zu seinem Twitter-Ausraster zu Wort gemeldet hat, das ebenfalls so sieht, ist allerdings unklar.

Update, 8.15 Uhr: Stefan Effenberg mischt mit

Ex-Spieler Stefan Effenberg hat Kritik am FC Bayern München geübt. (Archivbild)
Ex-Spieler Stefan Effenberg hat Kritik am FC Bayern München geübt. (Archivbild)  © DPA

Der nächste große Name mischt mit: In der Affäre um Ribéry hat der frühere Bayern-Kapitän Stefan Effenberg (50) seinem Ex-Club fehlende Transparenz vorgeworfen.

Effenberg geht bei der Strafe von einer sechsstelligen Summe aus, wenngleich bislang keinerlei Details aus dem Kreis des Vereins nach außen gedrungen sind.

In einer Kolumne für t-online.de schreibt Effenberg: "Das Strafmaß ist angemessen. Das Problem ist, dass niemand kommuniziert, wie hoch diese Geldstrafe wirklich ist - und wohin das Geld geht. An den FC Bayern oder an einen gemeinnützigen Zweck? Wenn das im Verborgenen bleibt, ist es kein Wunder, dass weiter diskutiert wird. Transparenz wäre hier der wichtigste Punkt."

Effenberg führt die milde Strafe dabei vor allem auf die letzten Leistungen des Franzosen im Dress der Bayern zurück: "Wenn Ribéry eine richtig schlechte Hinrunde gespielt hätte, oft ausgefallen und unzufrieden gewesen wäre, wäre die Entscheidung womöglich anders ausgefallen. So aber war die Gefahr zu groß, dass das sportlich in der Rückrunde nicht gut geht."

Aus Sicht von Effenberg verständlich: "Wer jetzt seine Suspendierung oder seinen Rauswurf fordert, hat nie selbst professionell Fußball gespielt."

Update, 7.40 Uhr: Alfons Schuhbeck spricht über Ribéry

Alfons Schuhbeck ist bereits lange für den FC Bayern München tätig. (Archivbild)
Alfons Schuhbeck ist bereits lange für den FC Bayern München tätig. (Archivbild)  © DPA

Er muss es wissen - zumindest teilweise: Ribéry isst nach Angaben von Starkoch Alfons Schuhbeck (69) eigentlich ganz normal.

"Als Koch des FC Bayern München kann ich zu Franck Ribérys Essverhalten nur sagen, dass er keinerlei merkwürdige Vorlieben hat", sagte Schuhbeck der Deutschen Presse-Agentur in der Landeshauptstadt.

Aus Sicht Schuhbecks hat Blattgold in der Küche "nichts mit kulinarischem Mehrwert oder gutem Geschmack" zu tun, "sondern nur mit schillernden Vorlieben der "Bling-Bling"-Gesellschaft". TV-Köchin Sarah Wiener (56) fand gar noch drastischere Worte.

"Deshalb gibt's vergoldete Tomahawk-Steaks auch nicht in den Sternerestaurants von München, Paris oder Barcelona, sondern an extravaganten Schauplätzen der Glitzerwelt", so Schuhbeck weiter. "In unseren Breitengraden wird Gold als zugelassene Lebensmittelfarbe mit der Nummer E175 nach meinem Wissen nur noch zum Überziehen oder Dekorieren von Süßigkeiten und aufgebrezelten Wurstwaren verwendet."

Schuhbeck ist nach Angaben auf seiner Website seit fast 30 Jahren Mannschaftskoch des Rekordmeisters, bei dem der Franzose Ribéry seit 2007 unter Vertrag steht.

Online posiert der bekannte Koch mit Ex-Bayern-Star Philipp Lahm (35) - und Ribéry. Schuhbeck schreibt dort: "Eine gesunde Ernährung ist maßgeblich für den Trainingserfolg mit verantwortlich."

Erstmeldung am 5. Januar: Franck Ribéry rastet aus

Franck Ribéry befindet sich aktuell mit dem FC Bayern im Trainingslager in Doha.
Franck Ribéry befindet sich aktuell mit dem FC Bayern im Trainingslager in Doha.  © DPA

Franck Ribéry (35) vom FC Bayern München holt nach der Kritik am Verzehr eines Gold-Steaks in Dubai auf Twitter zum Gegenschlag aus. Dieser ist überaus heftig - vor allem die Wortwahl des Franzosen lässt aufhorchen.

"Beginnen wir mit den Neidern, den Hatern, die durch ein löchriges Kondom entstanden sein müssen: Fi**t eure Mütter, Großmütter und euren gesamten Stammbaum", schrieb der 35 Jahre alte Flügelspieler in Diensten des Rekordmeisters am Samstag in einer Generalabrechnung auf Twitter.

Die Tirade des exzentrischen Bayern-Akteurs war damit jedoch noch lange nicht beendet: "Ich schulde euch gar nichts. Meinen Erfolg habe ich vor allem Gott zu verdanken, mir selbst und meinen Vertrauten, die an mich geglaubt haben", fuhr er fort. Alle anderen seien nichts als "Kieselsteine in meinen Strümpfen".

Auch die schreibende Zunft, die wie viele Fans und Nutzer den Verzehr eines vergoldeten Steaks im Wert von rund 1200 Euro, den der Franzose ebenfalls via Social Media der Welt zur Schau gestellt hatte, überwiegende äußerst kritisch gesehen hatte, bekam von Ribéry eine Breitseite ab.

Die sogenannten "Pseudo-Journalisten", wie der Fußballer anführte, die "immer nur negativ über mich und meine Taten schreiben", hatte der Franzose nachfolgend besonders im Visier.

"Wenn ich spende, (denn man hat mir beigebracht, auch zu geben, wenn ich viel bekomme) - warum berichtet dann kein einziges großes nationales Medium davon?", ist zu lesen. "Nein, ihr bevorzugt es, über meine Ferien zu berichten, die ich mit meiner Familie verbringe, ihr nehmt meine Taten und Gesten unter die Lupe, was ich esse etc. Oh ja, für diese Sorte von Belanglosigkeiten seid ihr zur Stelle!"

Ob sich Ribéry, der sich zurzeit mit seinen Teamkollegen in Doha (Katar) auf die Rückrunde der Fußball-Bundesliga vorbereitet, mit dieser Form der Abrechnung einen gefallen getan hat, ist mehr als ungewiss.

Titelfoto: DPA, Screenshot/Facebook (Bildmontage)

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