Neun Tore! Bayern schafft es nur knapp gegen Heidenheim ins Pokal-Halbfinale

München - Die Generalprobe für den Bundesliga-Kracher gegen Borussia Dortmund ist geglückt! Der FC Bayern München hat den 1. FC Heidenheim im Viertelfinale aus dem DFB-Pokal geworfen. Am Ende war es ein 5:4 (1:2)-Krimisieg.

Der FC Bayern München tat sich im DFB-Pokal gegen den 1. FC Heidenheim schwer.
Der FC Bayern München tat sich im DFB-Pokal gegen den 1. FC Heidenheim schwer.  © DPA

Die Tore für die Hausherren in der mit 75.000 Zuschauern erneut ausverkauften Allianz Arena erzielten Leon Goretzka (12. Minute), Thomas Müller (53.), Robert Lewandowski (56., 84./HE) und Serge Gnabry (65.). Robert Glatzel (26., 74., 77./FE) und Marc Schnatterer (39.) trafen für Heidenheim. Niklas Süle musste zudem nach einer Notbremse mit glatt Rot früh vorzeitig zum Duschen (15.).

Bayern-Trainer Niko Kovac nahm im Vergleich zum Remis gegen den SC Freiburg drei Änderungen an seiner Startformation vor. Jérôme Boateng, Kingsley Coman und ein angeschlagener Lewandowski mussten auf der Bank Platz nehmen. Ersetzt wurden sie von Süle, Gnabry sowie Franck Ribéry.

Gegen den Außenseiter aus Heidenheim, der direkt von Beginn an mit dem Mut der Verzweiflung ebenso engagiert wie bissig und vor allem extrem lauffreudig an die Partie heranging, tat sich die Kovac-Truppe zunächst schwer, übernahm nach wenigen Minuten aber dennoch die Kontrolle.

Kurz darauf durften die Fans der Münchner dann auch bereits das erste Mal jubeln. Nach einer Ecke durch Joshua Kimmich von links tauchte Goretzka mitten im Fünfer frei vor Gäste-Keeper Kevin Müller auf und musste nur zur Führung einnicken (12.).

Wer nun jedoch damit gerechnet hatte, einen entspannten Abend zu erleben, der irrte gewaltig. Ausgangspunkt war ein Fehlpass von Thiago, den Süle nur mit einem Foul an Robert Andrich kurz vor dem Strafraum ausbügeln konnte.

Doppelter Schock für FC Bayern

Marc Schnatterer konnte für den 1. FC Heidenheim in München ein Tor erzielen.
Marc Schnatterer konnte für den 1. FC Heidenheim in München ein Tor erzielen.  © DPA

Schiedsrichter Guido Winkmann zeigte zunächst Gelb, wurde allerdings aus Köln zur Nutzung des Videobeweises aufgefordert. Die Folge hätte für den FC Bayern kaum bitterer sein können: Winkmann korrigierte sich und verwies einen überraschten Süle aufgrund einer Notbremse des Feldes (15.).

Schnatterer scheiterte mit dem fälligen Freistoß zwar denkbar knapp an der Latte (17.), Heidenheim witterte nach den turbulenten Szenen aber Morgenluft. Kovac reagierte und brachte Boateng für einen angefressenen Ribéry (24.).

Es war eine Maßnahme, die den Gästen jedoch herzlich egal zu sein schien. Nach einem Ballgewinn von Schnatterer ging alles blitzschnell. Eine Flanke des FCH-Kapitäns fand am langen Pfosten den Kopf von Glatzel, der die Nerven behielt und das Leder gegen die Laufrichtung von Sven Ulreich stark zum Ausgleich über die Linie drückte (26.).

Und es kam noch dicker: Gegen verunsichert wirkende Münchner, die trotz Unterzahl viel zu fahrlässig und desolat offen agierten, legte Schnatterer nach Vorlage von Sebastian Griesbeck noch vor der Pause einen weiteren Nackenschlag nach. Ulreich hatte gegen den präzisen Schuss von der halbrechten Strafraumgrenze keine Abwehrchance (39.).

Eine Antwort des Rekordmeisters in Durchgang eins blieb aus, es ging mit einem Rückstand in die Kabinen.

Kovac zieht früh alle Register

Thomas Müller konnte den FC Bayern mit seinem Treffer wieder in die Spur schießen.
Thomas Müller konnte den FC Bayern mit seinem Treffer wieder in die Spur schießen.  © DPA

Angesichts der Ausgangslage zog Kovac bereits in der Halbzeitpause alle Register. Lewandowski kam für Rafinha, Coman für einen schwachen James.

Während die Gastgeber defensiv weiterhin anfällig wirkten, gelang am anderen Ende des Feldes der Start nach Maß. Nach Vorarbeit von Lewandowski erzielte Müller artistisch aus der Drehung den schnellen und extrem wichtigen Ausgleich (53.).

Keine drei Minuten später folgte gar der nächste Streich. Diesmal glänzte Müller als Vorlagengeber, Lewandowski vollstreckte aus wenigen Metern (56.). Die Bayern zeigten in Unterzahl endlich Charakter, Gnabry erhöhte auf 4:2 (65.). Die Entscheidung?

Nein! Zwar schienen die Münchner alles unter Kontrolle zu haben, allerdings hatten die Akteure auf dem Rasen sowie die Zuschauer auf den Rängen die Rechnung ohne den aufopferungsvoll kämpfenden Zweitligisten und Glatzel gemacht!

Wie aus dem Nichts erzielte der Heidenheimer Mann des Tages nicht nur den Anschlusstreffer aus gut 16 Metern (74.), sondern nach einem Foul im Strafraum von Mats Hummels an Maurice Multhaup vom Elfmeterpunkt auch noch den Ausgleich (77.).

Dann es wurde noch verrückter! Diesmal jedoch auf der anderen Seite. Marnon Busch bekam den Ball im Sechzehner an die Hand, Winkmann zeigte einmal mehr auf den Punkt. Lewandowski blieb eiskalt, nahm Maß - und entschied die Partie (84.).

Nach einer letztlich nicht ganz erwartungsgemäß verlaufenen "Pflichtaufgabe" im Pokal wartet am Wochenende nun der große Showdown im erbitterten Kampf um die Meisterschaft mit der Borussia aus Dortmund auf den FC Bayern. Am Samstagabend (18.30 Uhr, Sky) geht es in der Bundesliga für Kovac und Co. wohl um alles - nur ein Sieg zählt.

Robert Lewandowski (r.) kam zwar erst zur Pause, war dann jedoch maßgeblich am Sieg der Bayern beteiligt.
Robert Lewandowski (r.) kam zwar erst zur Pause, war dann jedoch maßgeblich am Sieg der Bayern beteiligt.  © DPA

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