Bayern-Sieg gegen Piräus: Karl-Heinz Rummenigge poltert, Lucas Hernández droht langer Ausfall

Piräus (Griechenland) - Beim nächtlichen Bankett des FC Bayern München richtete Karl-Heinz Rummenigge (64) klare Worte an Trainer Niko Kovac (48) und das Starensemble. Ein längerer Ausfall von Lucas Hernández (23) ist wahrscheinlich.

Karl-Heinz Rummenigge war mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden.
Karl-Heinz Rummenigge war mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden.  © Simon Hofmann/Getty Images Europe/DFB/dpa

"Ich glaube nicht, dass die Leistung, die wir heute Abend gebracht haben, uns in diesem Jahr große Erfolge bescheren wird, wenn wir nicht die Kurve langsam kriegen", sagte der Vorstandschef tief in der Nacht zum Mittwoch und wies auf alarmierende Signale hin: "Wir spielen ein bisschen zu sorglos. Das wird irgendwann zu Problemen führen."

Zuvor hatte sich der deutsche Rekordmeister zu einem 3:2-Auswärtssieg in der Champions League bei Olympiakos Piräus gemüht.

Robert Lewandowski (31), der doppelt traf, und Corentin Tolisso (25) sorgten für die Tore, der in die Startelf zurückgekehrte Thomas Müller (30) war an allen Treffern beteiligt. "Das Ergebnis ist super", sagte Kapitän Manuel Neuer (33). Die Mannschaft stehe aktuell aber nicht da, "wo sie sein soll".

Nach zwei verpassten Siegen in der Bundesliga gegen Hoffenheim (1:2) und in Augsburg (2:2) bleibt das Team von Kovac somit allerdings wenigstens in der Königsklasse punktemäßig auf Kurs.

"Ein kleiner Schritt vorwärts ist es auf jeden Fall", sagte Neuer, der von selbstkritischen Analysen der zurzeit schwankenden Mannschaft sprach.

Defensive des FC Bayern im Fokus: Sorgen um Lucas Hernández

Lucas Hernández droht dem FC Bayern München lange zu fehlen.
Lucas Hernández droht dem FC Bayern München lange zu fehlen.  © Angelos Tzortzinis/dpa

In der griechischen Hafenstadt wurmte die Verantwortlichen vor allem das anfällige Defensivspiel. "Man wird verrückt, wenn man so ein Spiel sieht. Wir haben nicht die Kontrolle. Es muss alles besser werden", forderte Hasan Salihamidzic (42) im Hinblick auf die Leistung der Bayern.

Zu allem Übel haben die Bayern nach dem Drama um Niklas Süle (24, Kreuzbandriss) den nächsten verletzten Verteidiger zu beklagen: Rekordeinkauf Hernández verließ das Stadion an Krücken.

Eine Diagnose hinsichtlich der Verletzung soll im Laufe des Mittwochs erfolgen. Der erste Eindruck spricht für einen längeren Ausfall. "Lucas wird auch länger ausfallen. Wie lange, werden wir sehen. Es ist sicherlich ein Band angerissen", sagte Salihamidzic.

Kritik am französischen Verband konnte sich Salihamidzic nicht verkneifen. Er sei "ein bisschen verärgert" über den Umgang mit der Thematik, sagte der Sportdirektor.

"Wir wollen natürlich, dass unsere Spieler so viele Spiele machen, wie es möglich ist. Aber es ist schon bitter, dass er sich heute verletzt hat. Das hängt nicht nur an dem Spiel heute. Er kommt aus einer langen Verletzungspause und hat viele Spiele gemacht", sagte Salihamidzic zum drohenden Ausfall.

Er wolle "da keinem die Schuld geben" sagte der 42-Jährige, aber man hätte der Einschätzung des FC Bayern München in diesem Fall letztlich vertrauen sollen.

FC Bayern in der Champions League aktuell auf Kurs

Lucas Hernández verletzte sich beim CL-Spiel gegen Olympiakos Piräus.
Lucas Hernández verletzte sich beim CL-Spiel gegen Olympiakos Piräus.  © Sven Hoppe/dpa

Neun Punkte aus drei Spielen lautet die Ausbeute der Münchner in der Champions League. "Beim Blick auf die Tabelle kann man optimistisch in die Zukunft schauen, dass wir damit zumindest den ersten Step, die Qualifikation für das Achtelfinale erreichen können", führte Rummenigge aus.

Doch zittern mussten die Bayern am Dienstagabend erneut - und das trotz eines zwischenzeitlichen 3:1-Vorsprungs. "Wir sind hier in Griechenland, und da ist der Marathonlauf erfunden worden. Heute Abend war das so ein bisschen wie Marathonlauf mit Hürden, den wir auf dem Platz erlebt haben", sagte es Rummenigge.

Ein Erfolgsfaktor war wieder einmal Lewandowski: Treffer Nummer 18 im 13. Pflichtspiel der Saison, die Tore 57 und 58 beim 83. Königsklasseneinsatz. Als Vorbereiter glänzte Müller, der sich zuletzt sechsmal bei Anpfiff auf der Bank wiedergefunden hatte.

"Ich versuche, mich aufs Fußballspielen zu konzentrieren. Langsam können die ganzen Diskussionen auch mal ein bisschen zu Ende gehen", sagte der 30-Jährige. "Die Feuertaufe haben wir bestanden, aber natürlich wissen wir auch, dass nicht alles perfekt war."

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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