So reagiert das Netz auf den fragwürdigen Auftritt der Bayern-Bosse

München - Die jüngste Berichterstattung der Medien über den seit vier Spielen sieglosen FC Bayern München hat den Bossen des Rekordmeisters nicht gefallen. In einer denkwürdigen halben Stunde rechneten Karl-Heinz Rummenigge (63) und Uli Hoeneß (66) deshalb mit Journalisten ab und kündigten für die Zukunft vermehrt rechtliche Schritte an.

Uli Hoeneß (l.) und Karl-Heinz Rummenigge (r.) haben Kritik geäußert. (Archivbild)
Uli Hoeneß (l.) und Karl-Heinz Rummenigge (r.) haben Kritik geäußert. (Archivbild)

"Hämisch und polemisch" sei laut Rummenigge über den Verein berichtet worden, der trotz aller Aussagen der Verantwortlichen in einer Krise steckt.

Der 63-Jährige verwies im Presseraum an der Säbener Straße gar auf Artikel 1 des Grundgesetzes. "Die Würde des Menschen ist unantastbar", erklärte Rummenigge - und dies gelte in Deutschland natürlich ebenso für sämtliche Fußball-Profispieler.

Im Rahmen der umfassenden Medienschelte drohten die Verantwortlichen, zu denen auch der eher ruhige Sportdirektor Hasan Salihamidzic (41) gehörte, juristische Konsequenzen an und sprachen deshalb von einem sehr wichtigen "Tag für den FC Bayern, weil wir Ihnen mitteilen, dass wir uns das nicht mehr gefallen lassen".

"Es scheint offensichtlich, dass man sich überhaupt keine Gedanken mehr macht über Werte wie Würde und Anstand", nahm Rummenigge die Medienvertreter in Pflicht.

Hoeneß sorgt für Unverständnis

Es vergingen jedoch nur wenige Minuten, ehe die Worte durch Hoeneß auf beeindruckende und erschreckend nebensächliche Weise ad absurdum geführt werden sollten.

"Als wir in Sevilla gespielt haben, war er alleine dafür verantwortlich, dass wir fast ausgeschieden sind. Und an dem Tag ist entschieden worden, dass wir ihn abgeben. Weil er uns fast die ganze Champions League gekostet hat", stellte Hoeneß, der für seine zuweilen überaus direkte Wortwahl - unter anderem bei der Diskussion um das Thema Mesut Özil (30) - bekannt ist, den früheren Bayern-Akteur Juan Bernat (25) knallhart an den öffentlichen Pranger und sorgte so bei vielen für Unverständnis.

Nach der Schelte hat der Deutsche Journalisten-Verband indes dazu aufgerufen, nicht vor den FCB-Bossen zu kuschen.

"Wie Journalisten über den Fußballclub, die Spiele und die Verantwortlichen des Vereins berichten, lassen wir uns nicht von der Chefetage des Vereins vorschreiben", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. "Mir ist kein Gesetz bekannt, das uns zum Katzbuckeln vor dem FC Bayern verpflichtet."

Auch im Netz kam die Pressekonferenz des FC Bayern bei vielen Usern, darunter auch langjährige Anhänger des Vereins, wohl auch aus diesem Grund nicht sonderlich gut an. TAG24 gibt einen kleinen Überblick über einige Reaktionen auf der Social-Media-Plattform Twitter.

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