Neuzugänge beim FC Bayern? Robert Lewandowski erhöht den Druck

München - Der FC Bayern München hat bei Robert Lewandowski (30) einen klaren Plan. Die Transferbemühungen des Rekordmeisters sind bislang jedoch offenbar weniger stringent. Der Stürmer hat deshalb eine eindeutige Forderung.

Stürmer Robert Lewandowski könnte beim FC Bayern München verlängern.
Stürmer Robert Lewandowski könnte beim FC Bayern München verlängern.  © dpa/Christian Charisius

"Eingetütet ist es nicht, aber bei Robert gibt es schon die Entwicklung, dass er sich bei Bayern München extrem wohl fühlt", hatte Karl-Heinz Rummenigge (63) kurz nach der Landung des amtierenden Meisters und Pokalsiegers aus dem Süden in Los Angeles (USA) erklärt. Geplant ist eine vorzeitige Verlängerung des Vertrages, der bis Sommer 2021 läuft, bis Mitte des Jahres 2023.

Lewandowski selbst ist einer frühzeitigen Vertragsverlängerung, die wohl nahezu gleichbedeutend mit einem möglichen Karriereende in München sein könnte, gegenüber nicht abgeneigt, dürfte seine Unterschrift jedoch sicher auch von der sportlichen Perspektive, bei der es weniger um nationale Titel geht, abhängig machen.

"Ich muss ehrlich sagen, dass es momentan nicht optimal ist, dass wir so wenig Profispieler im Kader haben", erklärte der 30-Jährige nun während der USA-Reise des Rekordmeisters kritisch. "Das weiß jeder". Die klare Forderung des polnischen Nationalspielers überrascht folglich wenig: "Wenn du daran denken willst, alle Titel zu gewinnen, brauchst du Verstärkungen."

Sonst werde es laut des Torschützenkönigs der zurückliegenden Saison der Bundesliga "schwierig, um große Titel zu spielen".

Während Lewandowski mit seinen klaren Worten den Druck auf die Verantwortlichen zweifelsohne nicht verringert, hielt sich Trainer Niko Kovac (47) zurück. Der nicht unumstrittene Übungsleiter wollte während der Pressekonferenz vor dem Testspiel gegen den FC Arsenal (Donnerstag, 5 Uhr) zu Transfers keinerlei Stellungen beziehen.

Neuzugänge? Niko Kovac verweist auf Hasan Salihamidzic

Robert Lewandowski betont die Bedeutung von Neuzugängen beim FC Bayern.
Robert Lewandowski betont die Bedeutung von Neuzugängen beim FC Bayern.  © dpa/Carmen Jaspersen

Kovac verwies stattdessen darauf, dass es die Aufgabe von Hasan Salihamidzic (42) als Sportdirektor sei. Dieser hatte die Reise in die Vereinigten Staaten nicht angetreten, um in München mit etwaigen Neuzugängen, die der Rekordmeister in der Offensive dringend benötigt, besser verhandeln zu können.

Einem Bericht der spanischen Marca zufolge könnte mit dem spanischen U21-Europameister Marc Roca (22) in der Tat möglicherweise schon äußerst zeitnah ein Zugang vermeldet werden. Verein und Spieler sollen sich geeinigt haben, verhandelt werde lediglich noch über die Ablösesumme, die der FC Bayern an den Arbeitgeber des 22-Jährigen, Espanyol Barcelona, zahlen muss.

Roca, der im defensiven Mittelfeld agiert, könnte die Münchner rund 40 Millionen Euro kosten. Dies soll jedenfalls die Höhe der Ausstiegsklausel sein, die im aktuellen Vertrag des Linksfußes, der bis zum Sommer 2022 gültig ist, mit Barcelona verankert ist.

Es wäre ein weiterer Neuzugang für die Defensive der Münchner, die zuvor mit Lucas Hernández (23) und Benjamin Pavard (23) verstärkt wurde. Am anderen Ende des Feldes sieht es mit Sturm-Talent Jann-Fiete Arp (19) als einzig neuem Akteur eher mau aus. Der Youngster wird nicht sofort helfen, soll erst an das Niveau herangeführt werden.

Nationalspieler Leroy Sané (23) von Manchester City wird auch weiterhin als potenzieller Flügelspieler gehandelt, hat selbst allerdings offenbar keine Ambitionen, im Dress des FC Bayern auf der Außenbahn sein Können zu zeigen. Eine Verpflichtung von Ousmane Dembélé (22) vom FC Barcelona scheint äußert unwahrscheinlich. Steven Bergwijn (23) von der PSV Eindhoven könnte eine Alternative darstellen, wäre allerdings eher eine Ergänzung zu einer Verpflichtung vom Kaliber Sanés.

Fest steht: Will der FC Bayern München wettbewerbsübergreifend nach Titeln greifen und Lewandowski von einem Verbleib überzeugen, dann müssen zeitnah Fakten geschaffen werden. Das Transferfenster der Bundesliga ist zwar noch bis zum 2. September geöffnet, die wirklich interessanten Akteure dürften sich jedoch bereits mehrere Wochen vor eben jenem letztmöglichen Zeitpunkt entschieden haben. Der Druck wächst.

Der FC Bayern sucht Ersatz für Franck Ribéry und Arjen Robben: Ein Trio ist im Fokus. (Bildmontage)
Der FC Bayern sucht Ersatz für Franck Ribéry und Arjen Robben: Ein Trio ist im Fokus. (Bildmontage)  © Montage: dpa/Maris Becker, dpa/Mosaab Elshamy, dpa

Titelfoto: dpa/Carmen Jaspersen

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