FC Bayern: SC Paderborn vor Augen, CL-Kracher gegen FC Chelsea im Hinterkopf

München - Im Alltag der Bundesliga gegen das Schlusslicht SC Paderborn verfolgt der FC Bayern München gleich zwei Ziele: Schwung holen für den FC Chelsea und erfolgreich vorlegen im "schönen Vierkampf" um die Meisterschaft.

Thomas Müller will mit dem FC Bayern München weitere Titel gewinnen.
Thomas Müller will mit dem FC Bayern München weitere Titel gewinnen.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Knapp 15 Minuten stand Hansi Flick (54) gewohnt geduldig und souverän Rede und Antwort - ohne in Gegenwart der Journalisten auch nur einmal "Chelsea" auszusprechen.

Das Wiedersehen mit dem englischen Top-Klub in der so bedeutsamen Champions League acht Jahre nach dem im Elfmeterschießen verlorenen "Finale dahoam" ist in München in aller Munde.

Aber der Trainer des FC Bayern fordert von seinen Profis vor der Liga-Pflicht gegen den Tabellenletzten aus Paderborn am Freitagabend (20.30 Uhr, DAZN) in der Münchner Arena, die überaus brisante Königsklassenaufgabe auszublenden.

"Es wäre ein riesiger Fehler, wenn wir einen Schritt weiter denken. Die Mannschaft hat große Ziele, es geht weiter step by step. Erst kommt die Bundesliga, dann die Champions League. Wir konzentrieren uns auf das Spiel gegen Paderborn und machen unseren Job", sagte Flick am Donnerstag.

Schließlich geht es auch gegen Paderborn um viel: Mit einem Heimsieg kann das Team um Kapitän Manuel Neuer (33) nicht nur Schwung für Chelsea holen, sondern zum Auftakt des anstehenden 23. Spieltages die Tabellenführung behaupten und darüber hinaus die Verfolger RB Leipzig, Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach stark unter starken Zugzwang setzen.

"Es ist ein schöner Vierkampf in der Bundesliga. Der neutrale Zuschauer findet das klasse. Wir wollen schauen, dass wir in den nächsten Wochen den Vorsprung ausbauen", sagte Thomas Müller (30) und schob unmittelbar nach: "Ich sehe uns in einer guten Periode und Verfassung."

FC Bayern gegen SC Paderborn: Keine echte Generalprobe für FC Chelsea

Bayern-Trainer Hansi Flick fordert von seinem Team volle Konzentration in der Liga.
Bayern-Trainer Hansi Flick fordert von seinem Team volle Konzentration in der Liga.  © Sven Hoppe/dpa

Eine echte Chelsea-Generalprobe könnte Flick selbst dann nicht abhalten, wenn er es überhaupt wollte.

Denn der 54-Jährige muss in der Abwehr improvisieren, was zum Bundesligadebüt von Álvaro Odriozola (24) führt. Nach den Gelbsperren von Benjamin Pavard (23) und Jérôme Boateng (31) ist Flick zu zwei Wechseln in der Kette gezwungen.

Neben den drei Linksfüßern David Alaba (27), Alphonso Davies (19) und Lucas Hernández (24), der für Boateng in die Startelf rückt, darf sich der im Winter von Real Madrid ausgeliehene Spanier Odriozola endlich richtig beweisen. "Er wird auf der rechten Seite spielen. Er hat es im Training sehr gut gemacht", bestätigte Flick in diesem Kontext.

Der wohl äußerst Odriozola kam bislang erst zu einem Kurzeinsatz im DFB-Pokal.

Das ungewohnte linke Ding mit Alaba und Hernández im Abwehrzentrum soll gegen Paderborn besser funktionieren als beim 45-Minuten-Test vor einer Woche beim 4:1-Sieg in Köln. "Mit dem Spielaufbau war es nicht so leicht mit zwei Innenverteidigern, die über den linken Fuß kommen", erinnerte Neuer. Immerhin war auf ihn im Tor Verlass. "Die Bälle, die er gehalten hat, waren sensationell gut. Manuel ist topfit. Da hat er sich sogar noch verbessert", lobte Flick den 33-Jährigen. Neuer soll dem Verbund Halt verleihen.

Bayern gegen Paderborn - diese Paarung gab es erst einmal in der Arena. Die Ostwestfalen reisten am fünften Spieltag der Saison 2014/15 sogar als Tabellenführer nach München und verloren. Diesmal kommt der SCP als Schlusslicht zum Primus, und Trainer Steffen Baumgart (48) orakelte: "Wenn's normal läuft, kriegen wir ein blaues Auge. Wir kennen die Wucht der Bayern."

Flick geht vor richtungsweisenden Wochen auch mit seiner eigenen Zukunft sehr souverän um. Die Bosse werden eine Entscheidung treffen, ob sie weiter mit ihm zusammenarbeiten wolle. "Wenn es dann so sein sollte, dass sie einen anderen Trainer haben wollen, dann geht bei mir die Welt auch nicht unter, dann geht mein Leben auch weiter", sagte Flick zur Lage.

Flick weiß: Nach Paderborn muss er gerade auch in den zwei Partien gegen Chelsea liefern. Selbstbewusst verwies er aber zuvor auf seine aktuelle Bayern-Bilanz: Von 16 Spielen als Coach gewann er 13 und verlor nur zwei. "Wir haben überwiegend tollen Fußball gezeigt."

Hansi Flick muss gegen den SC Paderborn in der Defensive ungewohnte Wege gehen.
Hansi Flick muss gegen den SC Paderborn in der Defensive ungewohnte Wege gehen.  © Matthias Balk/dpa

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

Mehr zum Thema FC Bayern München:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0