Rache an FC Bayern: Gelingt Tottenham mit José Mourinho die große Revanche?

München - Im Hinspiel gegen den FC Bayern München unterlag Tottenham Hotspur im Oktober zu Hause mit 2:7. Nach weiteren Pleiten trennte sich der Club von Trainer Mauricio Pochettino (47) - und holte kurzerhand José Mourinho (56).

José Mourinho und Tottenham haben mit dem FC Bayern noch eine Rechnung offen.
José Mourinho und Tottenham haben mit dem FC Bayern noch eine Rechnung offen.  © Martin Rickett/PA Wire/dpa

Dies gibt sich gelassen. Der neue, zuweilen so exzentrische Trainer von Tottenham hat dafür aber auch guten Grund - wenn er mit den Spurs am Mittwochabend (21 Uhr, Sky) in der Champions League beim FC Bayern antritt, geht es im Grunde um nichts mehr.

Beide Mannschaften sind bereits für das Achtelfinale qualifiziert, die Bayern als Gruppenerster. Und der vor Monaten bei Manchester United so verbittert wirkende Mourinho kann ich etwas zurücklehnen, zumal er für das katastrophale Debakel im Hinspiel nicht verantwortlich war.

"Aus emotionaler Sicht bin ich entspannt", hatte der Portugiese schon vor knapp drei Wochen bei seinem Amtsantritt an der White Hart Lane gesagt. "Ich bin motiviert, ich bin bereit." Tatsächlich strahlt Mourinho eine neue, positive Energie aus, die er schon verloren zu haben schien.

Die elfmonatige Pause nach seinem Aus beim Rekordmeister Manchester United tat ihm sichtbar gut, wie Mourinho selbst bestätigte.

Seine Zeit als "The Special One" ist offenbar vorbei. Zumindest vorerst. "Es geht hier nicht um mich", betonte Mourinho und sprach von einer neuen Phase seines Lebens. "In der geht es um die Fans meines Vereins, meine Spieler. Ich bin nur hier, um zu versuchen, allen zu helfen." Das klappt bisher ganz gut.

Vier von fünf Spielen unter Mourinho gewannen die Spurs. Den drei Siegen gegen West Ham United, Olympiakos Piräus und den AFC Bournemouth folgte eine Pleite bei Ex-Club in Manchester. Jedes Mal kassierten die Spurs zwei Gegentore.

Duell mit FC Bayern München: Wer spielt für Tottenham

José Mourinho hat bei Tottenham die Nachfolge von Mauricio Pochettino angetreten.
José Mourinho hat bei Tottenham die Nachfolge von Mauricio Pochettino angetreten.  © John Walton/PA Wire/dpa

Am Samstag beim überragenden 5:0 gegen den FC Burnley spielten die Spurs zu Null und zeigten ihre bisher beste Angriffsleistung unter Mourinho. "Es gibt noch ein paar Löcher und Gelegenheiten für die Gegner, aber wir waren viel, viel, viel stabiler", lobte der Coach und geriet sogar richtig ins Schwärmen. "Das ist der beste Tag, weil es eine komplette Leistung war. Es war perfekt."

Dass die Spurs in München eine ähnliche Vorstellung zeigen, ist nicht zu erwarten. Nicht, weil sie im Hinspiel gegen die Bayern - unter Mourinhos Vorgänger Pochettino - zu Hause desaströs mit 2:7 untergegangen waren, sondern weil Mourinho am Mittwoch mehrere Profis schonen will .

Neben Stürmerstar Harry Kane (26), der gegen Burnley doppelt traf, könnten auch Torschütze Heung-Min Son (27) und der unter Mourinho wiedererstarkte Dele Alli (23) außen vor bleiben.

Gut möglich, dass Mourinho Jungstars wie Troy Parrott (17), Juan Foyth (21), oder Giovani Lo Celso (23) in der Allianz-Arena in die Startelf beordert. "Das ist sehr wichtig für die Spieler", sagte er. Ein Signal für eine weitere Sinneswandlung Mourinhos? In der Vergangenheit wurde er mitunter dafür kritisiert, zu wenig auf den Nachwuchs zu setzen. Bei Tottenham Hotspur wird darauf jedoch besonders viel Wert gelegt.

Dass der Spurs-Coach für neue oder andere Denkansätze und Methoden offen ist, hat er schon angedeutet. "Es ist dieselbe Persönlichkeit, dasselbe Gemüt", sagte Mourinho bei seiner Vorstellung im November über sich, "aber ich sehe die Dinge aus einer anderen Perspektive."

Der FC Bayern München hatte sich in London mit 7:2 durchsetzen können. (Archivbild)
Der FC Bayern München hatte sich in London mit 7:2 durchsetzen können. (Archivbild)  © Matthias Balk/dpa

Titelfoto: John Walton/PA Wire/dpa, Matthias Balk/dpa

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