Bayern-Coach Kovac will Jagd auf BVB machen, CL keine Priorität

Doha (Katar) - Bei der Jagd auf Tabellenführer Borussia Dortmund rückt der FC Liverpool erst einmal in den Hintergrund. Niko Kovac (47) verkündete zum Start in das neue Fußballjahr des FC Bayern München seine Vorsätze für 2019.

Niko Kovac und der FC Bayern München wollen in der Rückrunde angreifen.
Niko Kovac und der FC Bayern München wollen in der Rückrunde angreifen.  © DPA

"Wir müssen zusehen, dass wir bis zu dem Spiel gegen Liverpool in der Bundesliga unsere Hausaufgaben machen. Ich kann nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen", erklärte der Münchner Coach zum Auftakt des Trainingslagers.

Schon beim ersten öffentlichen Training in Doha, als Kovac lautstark Kommandos gab, ging es in der Mittagshitze in Katar ordentlich zur Sache. Robert Lewandowski (30) musste zwischenzeitlich behandelt werden, doch der Torjäger setzte die Einheit vor rund 300 Zuschauern fort.

Rund zwei Stunden ließ Kovac seine Stars schwitzen, bis Donnerstag wird der Übungsleiter der Roten sie in der Regel bei zwei Einheiten täglich fordern.

Sechs Punkte lautet der Rückstand auf Dortmund, den Kovac in der am 18. Januar bei 1899 Hoffenheim beginnenden Rückrunde so schnell wie möglich verkürzen will. Seine Hochrechnung: Der BVB patzt mindestens einmal, dazu gibt es einen Heimsieg am 6. April im Top-Duell gegen den Rivalen aus Dortmund.

"Wir werden nicht mit großartig Krawall und Verbalattacken arbeiten, sondern wir müssen unsere Hausarbeiten machen. Mit Leistungen und guten Ergebnissen können und wollen wir den Druck auf den BVB erhöhen", sagte der 47-Jährige.

In der Champions League werde der Rekordmeister sich im Februar und März der großen Aufgabe Liverpool stellen "und alles tun, sie zu bestehen".

Winterzugänge? Thema offen

Der FC Bayern München bereitet sich in Doha (Katar) auf die Rückrunde vor.
Der FC Bayern München bereitet sich in Doha (Katar) auf die Rückrunde vor.  © DPA

Während Präsident Uli Hoeneß (67) am Samstag in der Heimat am tief verschneiten Tegernsee sein 67. Geburtstag feierte, genoss Kovac die Wärme in Katar. "In Deutschland wäre Fußball im Moment sicher sehr schwierig", sagte der Kroate grinsend.

Nach der Rückkehr von James Rodríguez (27, Außenbandteilriss im Knie) am Freitag war am Samstag auch Mats Hummels (30) nach Rückenproblemen wieder dabei.

Serge Gnabry (23, Muskelfaserriss) ist nach einer Pause laut Kovac wieder voll einsatzbereit, wenngleich er am Samstagvormittag noch individuell arbeitete. Bei Arjen Robben (34, Oberschenkelprobleme) müssen die Münchner noch etwas warten, bei Corentin Tolisso (24) nach dessen Kreuzbandriss wohl bis Mitte März Geduld haben.

Ob der Kader bald verstärkt werden könnte, ließ Kovac offen. Den immer wieder als Zugang gehandelten Callum Hudson-Odoi (18) vom FC Chelsea lobte er und verwies dabei auf das Aufgabengebiet von Sportdirektor Hasan Salihamidzic (24).

"Ob und wann irgendetwas passiert - diese Frage bitte ich an Brazzo zu richten", sagte Kovac. Außer über Hudson-Odoi wird über einen Transfer von Lucas Hernández (22) von Atlético Madrid spekuliert.

Nachdem die Münchner nach einem Traumstart und einer Krise in der Hinrunde wieder die Kurve bekamen, plant Kovac erst einmal mit der seinerzeit rauskristallisierten Stammelf.

"Die Mannschaft, die in den letzten Wochen sehr erfolgreich gespielt hat, hat einen gewissen Vorteil", räumte der Bayern-Coach ein. "Vorteil heißt aber nicht, dass das in Stein gemeißelt ist. Wenn ich das Gefühl habe, dass einer denkt, er ist schon fix drin, kann es passieren, dass er auch fix draußen ist."

Bayern-Trainer Niko Kovac will vor allem in der Bundesliga Jagd auf Borussia Dortmund machen.
Bayern-Trainer Niko Kovac will vor allem in der Bundesliga Jagd auf Borussia Dortmund machen.  © DPA

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