"Brazzo ist keine Bratwurst": Klare Worte von Reiner Calmund für Bayern-Anhänger

München - Viele Fans des FC Bayern München sind nervös. Zwar hat der Meister in der Defensive bereits Neuzugänge verbucht, am anderen Ende des Feldes herrscht jedoch dringender Bedarf. Hasan Salihamidzic (42) steht im Fokus.

Hasan Salihamidzic hat bei den Fans des FC Bayern aktuell keinen leichten Stand.
Hasan Salihamidzic hat bei den Fans des FC Bayern aktuell keinen leichten Stand.  © DPA

Die entscheidende Frage, die sich bislang viele Anhänger der Münchner in diesem Sommer wohl besonders häufig stellen, lautet: Wann kann der 42 Jahre alte Sportdirektor des FC Bayern endlich einen Krachertransfer für die Offensive vermelden?

Zwar soll der Rekordmeister an unzähligen Spielern interessiert sein, mit einigen sogar bereits seit längerer Zeit verhandeln, einen Vollzug, der die Anhänger und Kritiker besänftigen könnte, konnte Salihamidzic bislang jedoch noch nicht vermelden.

Bisher wurden Lucas Hernández (23), der für eine Ablösesumme von 80 Millionen Euro von Atlético Madrid den Weg an die Säbener Straße fand, und Benjamin Pavard (23), der für 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart wechselte, verpflichtet. Beide sind Abwehrspieler, Pavard schwächelte zuletzt.

Ferner wechselte noch Sturm-Talent Jann-Fiete Arp (19) vom Hamburger SV an die Isar. Weiterhelfen wird der Youngster dem FC Bayern in der kommenden Spielzeit, die am 16. August mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC (20.30 Uhr) beginnt, aber wohl kaum.

Eine Kompensation für die Abgänge von Franck Ribéry (36), Arjen Robben (35) und James Rodríguez (27) konnte bislang nicht betrieben werden. Auf den Außenbahnen würde die Last aktuell sogar komplett auf den Schultern von Serge Gnabry (23) und Kingsley Coman (23) ruhen, die beide durchaus Anfällig für Verletzungen sind.

Auch im Sturmzentrum sieht es nicht anders aus. Ein Ausfall von Robert Lewandowski (30) wäre eine Katastrophe, ein Ersatz ist im Kader von Trainer Niko Kovac (47), der Neuzugänge fordert, schlichtweg nicht vorhanden. Angesichts der Anzahl an Spielen, die in einer Saison wettbewerbsübergreifend anstehen, nimmt die teils scharfe Kritik zuletzt zu.

Reiner Calmund verteidigt Hasan Salihamidzic gegen Fan-Kritik

Reiner Calmund verteidigt Hasan Salihamidzic gegen die zunehmende Fan-Kritik.
Reiner Calmund verteidigt Hasan Salihamidzic gegen die zunehmende Fan-Kritik.  © DPA

Da zudem das offene Werben um Leroy Sané (23) offenbar ins Leere läuft, Callum Hudson-Odoi (18) beim FC Chelsea bleiben wird und es von Bayer Leverkusen bezüglich des Interesses an Kai Havertz (20) eine unmissverständliche Absage setzte, ist diese nicht komplett aus der Luft gegriffen.

Timo Werner (23) wird wohl ebenfalls nicht im Bayern-Trikot auflaufen - zumindest nicht in der kommenden Spielzeit. Auch Ousmane Dembélé (22) vom FC Barcelona, der Fans der Bundesliga noch aus seiner Zeit bei Borussia Dortmund bekannt sein dürfte, soll auf dem Zettel stehen. Ein Wechsel nach München scheint aber höchst unwahrscheinlich.

Aufgrund der gegenwärtigen Entwicklungen verlieren die Fans deshalb die Geduld. Die heftige Kritik manifestiert sich in Anfeindungen gegen Salihamidzic und dessen Transferbemühungen.

Dieser erhält nun allerdings Rückendeckung von einer Manager-Legende. Reiner Calmund (70), der 27 Jahre in Leverkusen wirkte und sich einen Namen gemacht hat, verteidigt den unerfahrenen Sportdirektor und verweist im Gespräch mit der Bild darauf, dass sich die Zeiten inzwischen erheblich geändert hätten.

"Es ist nicht mehr so, dass der FC Bayern einen Spieler anruft und der dann sofort in den Flieger steigt", erklärt der 70-Jährige dem Blatt. "Heutzutage haben die ganz großen Stars mehr Möglichkeiten, attraktive Verträge bei Top-Klubs zu unterschreiben. Wirtschaftlich haben die Münchner mit noch finanzstärkeren Klubs in Europa zu kämpfen."

Salihamidzic werde von "Uli Hoeneß (67) und Karl-Heinz Rummenigge (63) über den grünen Klee gelobt. Auch Jupp Heynckes (74) und Peter Hermann (67) haben sich in Gesprächen mit mir immer positiv über ihn geäußert", sagt Calmund. Das habe auch einen Grund: "Brazzo ist keine Bratwurst! Auch wenn es grammatikalisch nicht immer perfekt ist - er spricht Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Serbokroatisch." So einen wie ihn müsse man erstmal finden.

Für die zusehends scheinbar verzweifelten Fans des FC Bayern und die Kritiker des 42-Jährigen hat er deshalb eine klare Botschaft auf Lager: "Warten wir die Transfer-Periode ab, bevor wir urteilen!"

Hasan Salihamidzic (M.) wird von Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Uli Hoeneß (r.) stets gelobt.
Hasan Salihamidzic (M.) wird von Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Uli Hoeneß (r.) stets gelobt.  © DPA

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