Irre! Brügge kassiert in der Champions League nach eigenem Tor zwei Platzverweise

Istanbul - Irre Szene! Weil zwei Spieler des FC Brügge in der Champions League nach dem 1:1-Ausgleichstor in der Nachspielzeit bei Galatasaray Istanbul ihren Emotionen freien Lauf ließen, wurden sie vom slowakischen Schiedsrichter Ivan Kruzliak des Feldes verwiesen.

Der FC Brügge glich bei Galatasaray Istanbul in der Nachspielzeit aus und liegt damit in der Tabelle weiter vor dem türkischen Traditionsverein.
Der FC Brügge glich bei Galatasaray Istanbul in der Nachspielzeit aus und liegt damit in der Tabelle weiter vor dem türkischen Traditionsverein.  © dpa/Bruno Fahy/BELGA

Doch was genau war passiert? Die Belgier lagen in einer umkämpften Begegnung mit 0:1 hinten, es lief bereits die Extra-Zeit.

Bei einer Niederlage wäre Brügge in der Gruppentabelle hinter die Hausherren zurückgefallen. Deshalb warf der Traditionsverein noch einmal alles nach vorne - und belohnte sich!

Der pfeilschnelle Linksaußen Krépin Diatta zog von der rechten Seite mit hohem Tempo, viel Dynamik und Wucht vorbei am 122-fachen japanischen Nationalspieler Yuto Nagatomo.

Ganz wie Arjen Robben sprintete er in die Mitte und schoss mit links flach in die lange Ecke zum 1:1 ein (90+2.).

Danach gab es kein Halten mehr: Der elffache senegalesische Nationalspieler zog sich das Trikot aus und rannte überschwänglich jubelnd zu den Brügge-Fans.

Von weiter hinten kam auch noch Brügges Rechtsverteidiger Clinton Mata angerauscht und trat die Eckfahne so heftig, dass diese kaputt ging. Das Problem: Sowohl Diatta, als auch Mata hatten im Spielverlauf bereits die Gelbe Karte gesehen!

Doch in dieser extremen Drucksituation in Verbindung mit der großen Erleichterung über den Treffer mussten die Gefühle raus - was anschließend bitter bestraft wurde. Denn erst zeigte Kruzliak dem Torschützen Gelb-Rot, dann Mata.

Krepin Diatta und Clinton Mata fehlen dem FC Brügge nun gegen Real Madrid

Krépin Diatta (Zweiter von rechts) jubelt ohne Trikot, Clinton Mata (r.) tritt die Eckfahne um. Wenig später sehen beide die Gelb-Rote Karte.
Krépin Diatta (Zweiter von rechts) jubelt ohne Trikot, Clinton Mata (r.) tritt die Eckfahne um. Wenig später sehen beide die Gelb-Rote Karte.  © dpa/Bruno Fahy/BELGA

Damit fehlen beide am letzten Spieltag der Gruppenphase im Heimspiel gegen Real Madrid (11. Dezember, 21 Uhr), wo es für Brügge darum geht, den dritten Platz zu verteidigen und damit international zu überwintern.

Denn bleibt man auf Platz drei, darf man im neuen Jahr in der Europa-League-Zwischenrunde antreten.

Den Rest der fünfminütigen Nachspielzeit überstand Brügge in doppelter Unterzahl und nahm den einen, vielleicht entscheidenden Punkt mit nach Belgien, während sich Gala ärgern dürfte.

Zwar war "den Löwen vom Bosporus" endlich das erste Tor in der diesjährigen Champions League geglückt, doch der eine Punkt hilft "Cimbom" nicht wirklich weiter.

So war Adem Büyüks Treffer äußerst sehenswert, als er eine Flanke so gut annahm, dass er sie volley ins lange Eck jagen konnte, doch Gala hat nach fünf Partien lediglich zwei Punkte auf dem Konto und damit sogar noch einen Zähler weniger als Brügge.

Das späte Remis war daher nur ein weiterer Tiefschlag, insgesamt aber auch wenig verwunderlich, weil Trainer Fatih Termin insgesamt zwölf (!) Spieler fehlten. Auch deshalb entwickelte sich vor 34.500 Zuschauer nur ein mäßiges Fußballspiel, in dem Kampf Trumpf war, spielerische Glanzlichter hingegen Seltenheitswert hatten.

Titelfoto: dpa/Bruno Fahy/BELGA

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