Carl Zeiss Jena entlässt Trainer Rico Schmitt!

Jena - Das hatte sich angedeutet, nun ist es offiziell: Rico Schmitt ist nicht länger Trainer des FC Carl Zeiss Jena! Der Tabellenletzte der 3. Liga hat sich von seinem Coach getrennt. Interimsweise übernimmt der bisherige Co-Trainer René Klingbeil.

Für Rico Schmitt ist nach vier Monaten in Jena schon wieder Schluss.
Für Rico Schmitt ist nach vier Monaten in Jena schon wieder Schluss.  © Picture Point/Gabor Krieg

Das gab Jena am späten Mittwochnachmittag bekannt. Darin heißt es: "Geschäftsführung, Gesellschafter und Gremien des FC Carl Zeiss Jena haben sich einstimmig für die sofortige Freistellung Rico Schmitts als Cheftrainer der Drittligamannschaft ausgesprochen. Diese Entscheidung wurde am heutigen Mittwochnachmittag Rico Schmitt in einem persönlichen Gespräch übermittelt."

Als Begründung nannte der Verein: "Ziel ist es, den FCC auf der Trainerposition so aufzustellen, dass der Club frühzeitig über das Saisonende hinaus sportlich planen kann.

Das Anforderungsprofil für den neuen Trainer nannte Jena auch gleich. Derjenige solle versuchen, den Klassenerhalt zu schaffen und falls dies nicht gelingt, den Neuaufbau in der Regionalliga Nordost planen.

Deshalb werde man "die Besetzung dieser Schlüsselposition" mit "der erforderlichen Gründlichkeit" treffen.

Schmitt hatte seinen Job beim FCC am 8. Oktober angetreten und in elf Drittliga-Spielen drei Siege und drei Unentschieden geholt, aber auch fünf Niederlagen kassiert. Zuletzt hatte es einen "Tennisball-Eklat" gegeben. Schmitt soll in der Kabine ausgerastet sein und seinen Spieler Marius Grösch so beschimpft haben, dass der geweint habe (TAG24 berichtete).

Die Qualität des Kaders vom FC Carl Zeiss Jena reicht für die 3. Liga nicht aus

Rico Schmitt wurde vom FCC von seinen Aufgaben entbunden.
Rico Schmitt wurde vom FCC von seinen Aufgaben entbunden.  © Picture Point/Gabor Krieg

Dabei soll Grösch sich nur gemeinsam mit Daniel Stanese mit einem Tennisball in der Kabine aufgewärmt haben, wobei sich Letzterer verletzte.

Das brachte Schmitt offenbar zum Ausrasten. Da Grösch in der Mannschaft aber angesehen ist und als ruhiger Spieler mit guten Manieren gilt, habe sich Schmitt mit dieser Aktion seinen Kredit bei der Mannschaft verspielt.

Die steht ohnehin mit dem Rücken zur Wand: Carl Zeiss hat lediglich 13 Punkte aus 22 Spielen gesammelt und ein ernüchterndes Torverhältnis von 22:48 auf der Habenseite, weshalb man abgeschlagen auf dem letzten Tabellenrang steht und zwölf (!) Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz hat.

Trotz veranlagter Stürmer wie Daniele Gabriele (vier Tore) und Julian Günther-Schmidt (drei Tore) fehlt Jena ein echter Goalgetter.

Winter-Neuzugang Joy-Lance Mickels wird nach seinem Muskelfaserriss noch ein wenig Zeit brauchen, um der Offensivabteilung Schwung verleihen zu können.

Dazu ist die Defensive wacklig, wurde aber mit Aytac Sulu in der Winterpause verstärkt. Schon beim 1:1 am Wochenende bei Eintracht Braunschweig zeigte sich Carl Zeiss gefestigt und einen ganz anderen Auftritt, als die Woche zuvor im Heimspiel gegen den Vorletzten SC Preußen Münster (1:2).

Dennoch dürfte es mit dem erneuten Klassenerhalt nichts werden. Dafür fehlt dem Kader gerade in der Breite die Qualität für die Spielklasse, weshalb eine solch grandiose Aufholjagd wie in der Vorsaison nicht erneut möglich sein dürfte.

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