Wegen Pyro-Strafe: FC Carl Zeiss Jena zieht gegen DFB vor Zivilgericht

Jena - Der FC Carl Zeiss Jena hat sich dazu entschieden, gegen den DFB vor ein Zivilgericht zu ziehen.

Rico Schmitt soll die Mannschaft des FCC in einer schweren Saison noch zum Klassenerhalt führen.
Rico Schmitt soll die Mannschaft des FCC in einer schweren Saison noch zum Klassenerhalt führen.  © imago images / Christoph Worsch

Grund dafür sind die hohen Strafen, die der Verein aus Thüringen wegen Pyro-Einsätzen seiner Fans in der vergangenen Zeit zahlen musste.

Konkret geht es um eine Verurteilung des Vereins durch den DFB zu einer Zahlung von rund 25.00 Euro, so der MDR.

Gegen die Strafe hatte sich der FCC schon durch alle Instanzen des DFB-Gerichts gekämpft, verlor jedes Mal.

Nun will man vor ein Zivilgericht ziehen und die Sache ein für alle Mal klären. Damit sind die Thüringer der erste Verein, der wegen Pyrotechnik vor ein Zivilgericht zieht.

Denn der Drittligist sieht in der Bestrafung durch den DFB ein grundlegendes Problem.

Ein Verein hafte im Fall des Abbrennens von Pyrotechnik durch die Fans, für ein Vergehen, für das er keine Schuld trägt, heißt es in Jena.

So war die hohe Strafe für den Verein bei einem Spiel gegen Großaspach im vergangenen Jahr entstanden, der Verein ist sich aber keiner Schuld bewusst - man habe alles getan, um das Geschehene zu verhindern, eine komplette Einschränkung von Pyrotechnik könne man aber nicht garantieren.

Geschäftsführer Chris Förster verweist zudem auf DFB-Pokalspiele, in denen es dem DFB selber nicht gelungen war, Pyrotechnik zu verhindern. Der FCC will deswegen nun den Schritt vor ein Zivilgericht wagen, sieht die Chance auf einen Sieg höher, als die Risiken der entstehenden Prozesskosten.

Unterstützung erhält man dabei auch von anderen Vereinen. Der HSV musste in der Vergangenheit insgesamt eine Millionensumme blechen, sieht die Bestrafung ähnlich wie der FCC. Mit den Hansestädtern stehe man in Kontakt, heißt es aus Jena und auch Hansa Rostock unterstützt den Gang der Jenaer.

DFbB sieht sich im Recht

Update 14.04 Uhr: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht der Zivilklage des Drittligisten FC Carl Zeiss Jena gegen eine Pyrotechnik-Strafe gelassen entgegen.

"Die verschuldensunabhängige Haftung von Vereinen für das Fehlverhalten von ihnen zuzurechnenden Zuschauern ist seit Jahren vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wie auch vom Bundesgerichtshof anerkannt. Die Entscheidung des Ständigen Schiedsgerichts im Streit um die Strafzahlungen wegen Pyrovergehen von Carl-Zeiss-Jena-Anhängern steht in vollem Einklang mit dieser seit Jahren geklärten Rechtslage", teilte Vizepräsident Rainer Koch am Freitag mit.

Titelfoto: imago images / Christoph Worsch

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