FC Erzgebirge Aue: Gegen die Spitzenklubs reicht's auswärts (noch) nicht

Aue - Gegen die Spitzenklubs kann der FC Erzgebirge zuhause mithalten, zu mehr reicht es aber (noch) nicht. Das ist kein Schlechtreden. Vielmehr spiegelt es nackte Tatsachen wider. In Bielefeld (1:3) war es so, beim HSV (0:4) ebenfalls. Das 0:3 beim VfB Stuttgart hat es insofern nur noch einmal bestätigt.

Diese Niederlage ist kein Beinbruch: Die Auer Profis bedankten sich bei den mitgereisten FCE-Fans.
Diese Niederlage ist kein Beinbruch: Die Auer Profis bedankten sich bei den mitgereisten FCE-Fans.  © Picture Point/Roger Petzsche

Dabei begann der "Kumpelverein" im Ländle forsch und stellte den Aufstiegsaspiranten mit seinem Auftreten etwas auf die Probe. "Ich glaube, dass wir den VfB mit unserer Viererkette etwas überraschen konnten, weil sie uns wohl eher mit einer Fünferkette erwartet hatten", meint FCE-Coach Dirk Schuster.

Er ließ mit Marko Mihojevic, Sören Gonther und Jacob Rasmussen drei gelernte Innenverteidiger auflaufen. Dennis Kempe sicherte als linker Außenverteidiger ab. Bei Bedarf werteten John Patrick Strauß (rechts) und Jan Hochscheidt (links) den Abwehrverbund zur Sechserkette auf.

Aue verzichtete aber darauf, sich komplett hinten einzuigeln, sondern setzte auf offensive Akzente. Bekommt John Patrick Strauß hinter seinen Kopfball nach Eingabe von Clemens Fandrich mehr Wucht, steht es nach fünf Minuten 1:0 für die Gäste.

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Christoph Daferner ließ zwei Minuten später die nächste gute Gelegenheit ungenutzt. Stattdessen schnürte VfB-Regisseur Daniel Didavi den Doppelpack.

Sichtlich betrübt zeigte sich "Fanne" nach Abpfiff in der Interviewzone. "Es lief zu Beginn so, wie wir es geplant hatten. Ich denke dabei nicht nur an 'Straußis' Kopfball, sondern auch an Chris Daferner, wo er von Jan Hochscheidt durchgesteckt bekommt. Gehen wir in Führung, will ich mal sehen, wie vor allem auch das Publikum reagiert. Dass wir bei Führung gut verteidigen, wusste Stuttgart", trauert Fandrich den vergebenen Möglichkeiten hinterher.

Aue-Coach Dirk Schuster will Defensive verbessern

Eiskalt: VfB-Star Daniel Didavi (r.) hat zur Stuttgarter Führung getroffen.
Eiskalt: VfB-Star Daniel Didavi (r.) hat zur Stuttgarter Führung getroffen.  © Picture Point/Roger Petzsche

Eine ähnlichen Stimmungstest hätten die Erzgebirger in der Schlussviertelstunde proben können, nachdem sie Stuttgarts Verwaltungsmodus ausschalten konnten und die eingewechselten Florian Krüger sowie Pascal Testroet jeweils das 1:2 auf dem Fuß hatten.

"Wenn es uns da gelingt, den Anschluss zu erzielen, kann es nochmal eklig werden", mutmaßt Fandrich.

So bleibt es im direkten Vergleich mit den Spitzenteams aus Stuttgart und Bielefeld, gegen die Aue jeweils Hin- und und Rückspiel bereits absolviert hat, bei je einem Punkt zuhause und null in der Fremde.

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Es ist Lehrgeld, dass man auch mal zahlen muss - erst Recht im Hinblick auf die kommenden Partien, angefangen am nächsten Sonntag gegen Kiel.

Schuster: "Wenn wir kompakt spielen, uns gegenseitig anleiten, enge Räume haben und defensiv alle gut arbeiten, hat selbst ein VfB Stuttgart seine Probleme gegen uns Chancen zu kreieren."

Clemens Fandrich (M.) zieht hier durch die Stuttgarter Gonzalo Castro (r.) und Nathaniel Phillips.
Clemens Fandrich (M.) zieht hier durch die Stuttgarter Gonzalo Castro (r.) und Nathaniel Phillips.  © DPA/Tom Weller

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