Elfmeter verweigert! Aue-Boss Leonhardt sauer auf Schiedsrichter

Aue - Der FC Erzgebirge konnte auch das vierte Spiel im neuen Jahr nicht gewinnen, büßte beim 1:2 gegen Holstein Kiel obendrein seinen Heimnimbus ein. Dabei fing alles verheißungsvoll an. Trifft Florian Krüger in der fünften Spielminute, redet niemand mehr vom Fehlstart.

FC Erzgebirge-Stürmer Florian Krüger am Boden: Alle Proteste beim Schiedsrichter halfen nicht.
FC Erzgebirge-Stürmer Florian Krüger am Boden: Alle Proteste beim Schiedsrichter halfen nicht.  © Picture Point/S. Sonntag

Pascal Testroet machte ein weites Zuspiel fest und steckte zu seinem Sturmpartner durch. Krüger ging ins Duell mit Stefan Thesker, der ihn mit den Armen bearbeitete, aber dennoch nicht am Abschluss hindern konnte.

Allerdings fehlten der nötige Druck und die Genauigkeit, um Keeper Ioannis Gelios zu schlagen. Ungeachtet des vorangegangenen Kontakts blieb die Pfeife von Schiri Dr. Robert Kampka stumm.

Insgesamt eine knifflige Szene. Elfmeter für Aue? Krüger versucht das Ganze aufzulösen. "Von der Wahrnehmung her gab's den ab und zu schon. Er fängt schon einen Meter vor dem Strafraum an, oben zu zerren. Als ich schießen will, weiß ich nicht, ob es unten einen Kontakt gibt. Auf jeden Fall treffe ich den Ball dadurch nicht. Was mich wundert, ist, dass es sich der Schiedsrichter gar nicht anschaut", runzelte der FCE-Angreifer später die Stirn.

Klub-Patriarch Helge Leonhardt wurde derweil deutlicher: "Unglaublich, diese grobe Fahrlässigkeit, dass die handelnden Schiedsrichter inklusive Videoassistent die Szene nicht überprüften. Genau für solche Situationen wurden diese aufwändigen Regeln geschaffen. Das war ein klarer Elfmeter!"

Aue-Stürmer Florian Krüger über 1:2-Pleite: "Doof gelaufen"

Schiedsrichter Robert Kampka entschied sich gegen ein Strafstoß für den FC Erzgebirge.
Schiedsrichter Robert Kampka entschied sich gegen ein Strafstoß für den FC Erzgebirge.  © Picture Point/S. Sonntag

Krüger wollte die erste Heimpleite aber nicht allein daran festmachen: "Ich kann ihn auch einfach reinhauen. Dann kommt die ganze Diskussion gar nicht erst auf." Eine erfrischend selbstkritische Aussage. "Doof gelaufen", fand Krüger und bezog es auf die komplette Partie: "Es war passend zum Tag, mit dem nicht verbundenen Matchglück. Vieles hat für Kiel gespielt, das kein schlechtes Spiel gemacht hat. Die klareren Chancen hatten wir, warfen alles rein und nach dem 0:2 alles nach vorn. Niemand hat sich hängen lassen."

Entschieden wurde die Partie trotzdem in den ersten 45 Minuten, als die Doppelspitze Krüger und Testroet Kiel vor echte Probleme stellte, der FCE daraus aber kein Kapital schlug. "Das hat in der Vergangenheit bereits funktioniert. Es ist auch bekannt, dass wir uns sowohl auf als auch neben dem Platz gut verstehen", sagt Krüger.

Fakt ist aber auch, dass sich die Störche das Sturmduo zur Pause auspickten und ihr Spiel einengten. "In der ersten Halbzeit hatten wir Probleme mit den langen Bällen, weil wir nicht früh genug Druck gaben. Wir standen zwar hoch, konnten diese Bälle aber nicht verhindern", resümierte Kiels Coach Ole Werner im Nachgang.

Dem langen Holz auf Testroet, der das Leder festmachte und weiterleitete, wurde ein Riegel vorgeschoben und hinten die Mitte verdichtet. Dazu wurde Jan Hochscheidt komplett aus dem Rennen genommen.

Kiels Stefan Thesker (l.) versucht, Florian Krüger zu packen...
Kiels Stefan Thesker (l.) versucht, Florian Krüger zu packen...  © Picture Point/S. Sonntag
...und legt gleich mal den Arm um seinen Auer Gegenspieler.
...und legt gleich mal den Arm um seinen Auer Gegenspieler.  © Picture Point/S. Sonntag
FC Erzgebirge-Boss Helge Leonhardt war sichtlich angefressen.
FC Erzgebirge-Boss Helge Leonhardt war sichtlich angefressen.  © Picture Point/Roger Petzsche

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