Aues Meyers, Brüder auf der Trainerbank! André: "Nur mit Daniel mache ich das!"

Aue - Niko und Robert Kovac bei den Bayern, Alfred und Joep Schreuder in Hoffenheim, Daniel und André Meyer beim FCErzgebirge: Drei Brüderpaare gibt es im bezahlten Fußball in Deutschland, die sportlich das Sagen haben bei ihren Vereinen.

Reger Austausch von Beginn an: Daniel Meyer (l.), André Meyer (M.) und Marc Hensel.
Reger Austausch von Beginn an: Daniel Meyer (l.), André Meyer (M.) und Marc Hensel.  © Picture Point/Roger Petzsche

Daniel, mit 39 Jahren der Ältere, ist seit einem Jahr Cheftrainer bei den Veilchen, er holte jetzt André (35) an seine Seite. TAG24 hat beide an einen Tisch gesetzt.

TAG24: Wer gibt bei Ihnen den Ton an, der Jüngere oder der Ältere?

André Meyer: "Es geht nicht darum, wer den Ton angibt. Es geht darum, eine einheitliche Marschrichtung vorzugeben. Wir entscheiden uns von der Grundidee Fußball nicht. Fakt ist, es gibt einen Cheftrainer und der heißt Daniel Meyer."

TAG24: Und der hat sich den Bruder gewünscht. Zum einen, um den Rücken zu stärken bei einem möglichen Grummeln und zum anderen weil er weiß, was der Bruder kann?

Daniel Meyer: "Den Rücken zu stärken ist nicht nötig nach dem letzten Jahr. Ich glaube auch nicht, dass der Co-Trainer in der Lage ist, den Rettungsfallschirm aufzumachen, wenn es nötig ist. Es geht darum, die Qualität der Arbeit zu verbessern. Wir wollen junge Spieler entwickeln, Werte schaffen für den Verein. Da brauchst du Manpower und die Qualität, das voranzubringen. Das ist im Vorjahr durch einige unwegbare Situationen nicht gelungen. Es ging jetzt darum, die Stellen so zu besetzen, dass es eine Linie gibt. Da war ich schnell bei ihm. Er kennt mich mein ganzes Leben."

André Meyer: "Zumindest meine 35 Jahre, die ersten vier war Daniel allein."

Zusammen in vorderster Veilchen-Front: Daniel (r.) und André Meyer (2.v.r). Dahinter sitzen der zweite Co-Trainer Marc Hensel und Torwartcoach Max Urwantschky.
Zusammen in vorderster Veilchen-Front: Daniel (r.) und André Meyer (2.v.r). Dahinter sitzen der zweite Co-Trainer Marc Hensel und Torwartcoach Max Urwantschky.  © Frank Kruczynski

TAG24: Präsident Helge Leonhardt sagt, die beiden Brüder sind grundverschieden.

André Meyer: "Wir haben unterschiedliche Wege eingeschlagen. Bei mir war frühzeitig vom Ausbildungsweg das Sportliche klar definiert. Ich bin über die Sporthochschule in Köln ins sportwissenschaftliche Studium rein, habe meine Trainerlizenzen gemacht. Ich war von der Pike auf an der Entwicklung von Spielern dabei. Daniel, Quereinsteiger kann man gar nicht sagen, aber er hat noch Jura studiert, fing im Amateurbereich an. Den kenne ich gar nicht so. Daher unterscheiden wir uns, es ist ein unterschiedlicher Ansatz in der Herangehensweise. Trotzdem haben wir eine identische Vorstellung, wie man Fußball spielt und Emotionen lebt."

TAG24: Leonhardt sagte auch, André habe ihn überzeugt. Er komme nicht, weil er der Bruder ist ...

André Meyer: "Ich wollte keine Familien-Zusammenführung. Ich habe eine klare Vorstellung, was ich tun will. Ich wollte den nächsten Schritt machen, hatte auch andere Gespräche. Es war eine Grundsatzentscheidung: Bleibe ich wie in Fürstenwalde Cheftrainer oder gehe ich in die Rolle des Co-Trainers? Da gibt es nicht viele Konstellationen, die ich umgesetzt hätte. Mit Daniel zusammen ist eigentlich die einzige, wenn ich ehrlich bin."

TAG24: Ziehen Sie in eine WG?

Daniel Meyer: "Nee, nee. Wir haben lange genug in einem gemeinsamen Kinderzimmer verbracht. Jeder hat seine eigene Familie. Wir verbringen hier den größten Teil des Tages zusammen. Da müssen wir uns abends nicht auch noch sehen."

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