Aue: Stürmer gegen Stürmer getauscht! Fehlte der Mut zum absoluten Risiko?

Aue - Bielefeld, die Partie ist 70 Minuten alt, es steht 1:0 für die Arminia. Der FC Erzgebirge Aue ist am Drücker, hat die Hoheit über die Partie, kommt aber zu keinen Chancen.

FCE-Trainer Daniel Meyer sah zwar einige Torraumszenen, aber zu wenige Abschlüsse.
FCE-Trainer Daniel Meyer sah zwar einige Torraumszenen, aber zu wenige Abschlüsse.  © Picture Point/S. Sonntag

In den folgenden fünf Minuten nimmt Trainer Daniel Meyer sein Sturmduo Pascal Testroet und Emmanuel Iyoha runter, bringt Dimitrij Nazarov und Florian Krüger.

Fehlte der Mut, mit drei Stürmern alles auf eine Karte zu setzen? "Nein", sagt der Trainer.

Nazarov und Krüger sorgten nochmals für Belebung. "Dima" hatte das 1:1 auf dem Kopf, verzog knapp. Krüger erzielte mit einem herrlichen Heber kurz vor Schluss den Anschluss.

Zwischen beiden Aktionen lag jedoch das kuriose und zeitgleich mehr als vermeidbare 2:0 der Arminen von Fabian Klos, vorbereitet von Keeper Stefan Ortega.

Es ist natürlich im Nachgang rein spekulativ, ob es mit drei Stürmern anders gelaufen wäre, ob der FCE zum durchaus möglichen Punktgewinn gekommen wäre.

Aber Meyer wechselte lieber systemgetreu. "Ich finde, dass unsere Spielstruktur gestimmt hat, wir sind ja zu unseren Möglichkeiten gekommen. Wir hatten eine super Raumaufteilung, haben die Räume immer wieder bespielt. Und wenn du dann sagst, ok, wir bringen einen zusätzlichen Stürmer, dann funktioniert diese Raumaufteilung nicht mehr. Eigentlich waren wir mit der Spielentwicklung ins letzter Drittel zufrieden, da hat es keinen Sinn gemacht, die Ordnung zu verlieren."

Stark gemacht! Florian Krüger (r.) erzielte mit diesem Heber den 1:2-Anschlusstreffer. Zu mehr reichte es aber nicht.
Stark gemacht! Florian Krüger (r.) erzielte mit diesem Heber den 1:2-Anschlusstreffer. Zu mehr reichte es aber nicht.  © Picture Point/S. Sonntag

Er hatte sich im Vorfeld intensiv damit beschäftigt, wie Bielefeld im eigenen Stadion zu bezwingen ist. Daher entschied er sich für das eingespielte 3-5-2 mit Jan Hochscheidt als hängende Spitze.

"Das hat über weite Strecken geklappt, nur haben wir dann eben im letzten Drittel zu spät geflankt, nicht abgeschlossen. Wir hatten genügend Torraumszenen", so Meyer.

Aber die wurden eben nicht bis zum Ende mit aller Macht durchgezogen. "Wir haben zu wenig Abschlüsse, das ist das Thema. Das ist zu wenig. Da fehlt uns derzeit der Killerinstinkt, die Gier, das Tor zu machen."

Die muss aber schnell wieder her, um die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen. Am besten schon am Freitag gegen Heidenheim.

Der Instinkt muss her, verbunden mit der nötigen Galligkeit in der Abwehr und in den Zweikämpfen. Sonst wird es eng.

Enttäuschung pur" Dimitrij Nazarov hatte kurz nach seiner Einwechslung das 1:1 auf dem Kopf, verzog aber knapp. Danach sank er auf den Rasen.
Enttäuschung pur" Dimitrij Nazarov hatte kurz nach seiner Einwechslung das 1:1 auf dem Kopf, verzog aber knapp. Danach sank er auf den Rasen.  © Picture Point/S. Sonntag
Mussten kurz nacheinander vom Feld: Emmanuel Iyoha (v.l.) und Pascal Testroet sitzen bedient auf der Bank.
Mussten kurz nacheinander vom Feld: Emmanuel Iyoha (v.l.) und Pascal Testroet sitzen bedient auf der Bank.  © Picture Point/S. Sonntag

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