FC Erzgebirge Aue bald gegen FC Bayern? "Schaun mer mal"

Aue - Der FC Erzgebirge Aue mischt weiter die 2. Bundesliga auf. Was bis hierhin abgeliefert wurde, ist ganz großes Kino! Der Kumpelverein hat nach 14 Spieltagen stolze 23 Zähler eingefahren und jagt (!) damit der Zweitliga-Spitze hinterher.

Die Auer Fans sind von den Auftritten ihrer Veilchen begeistert - im Erzgebirge herrscht Fußball-Euphorie.
Die Auer Fans sind von den Auftritten ihrer Veilchen begeistert - im Erzgebirge herrscht Fußball-Euphorie.  © picture point/Sven Sonntag

"Der Sieg gegen St. Pauli war wichtig, sonst wirst du lethargisch", meint FCE-Präsident Helge Leonhardt zum 3:1 gegen den "Kiezklub".

Während jetzt anderswo schnell Aufstiegsambitionen herbeigeredet werden, halten sie im Erzgebirge die Bälle flach.

Schließlich wurde vor der Saison nicht mal eine Aufstiegsprämie ausgehandelt, wie Leonhardt bestätigt: "Die gibt es nicht. Ich mahne auch dringend dazu, auf dem Boden zu bleiben."

In seinen Worten liegt eine Schärfe, die nochmal unterstreicht, wo Aue herkommt. "Wenn ich in meiner Amtszeit zurückschaue, standen wir noch nie so gut da wie jetzt", unterstreicht Leonhardt.

Dass das ach so kleine Aue, über das Ex-Bayern-Boss Uli Hoeneß vor kurzem noch frotzelte (TAG24 berichtete), jetzt richtig Schlagzeilen macht, dürfte für ihn eigentlich Genugtuung sein.

"Uli Hoeneß ist Vollprofi und weiß doch genau, wo Aue liegt. Er hat doch sogar schon ein Bier mit uns getrunken", erinnert sich Leonhardt an Ende Oktober 2005 zurück. Die Bayern gastierten damals im DFB-Pokal im Lößnitztal.

"Außerdem plauderte ich in meinem Sommerurlaub mehrfach mit Uli Hoeneß über Fußball und Gott und die Welt. Also alles lieber mit Humor betrachten", so Leonhardt.

Aue konnte seinen Kader mit Gonther und Mihojevic qualitativ verstärken

Ja, er lebt noch! Nicht nur der Holzmichl (l.), sondern auch Bayerns jetzt ehemaliger Präsident Uli Hoeneß, der mit den Münchnern 2005 in Aue zum DFB-Pokal zu Gast war.
Ja, er lebt noch! Nicht nur der Holzmichl (l.), sondern auch Bayerns jetzt ehemaliger Präsident Uli Hoeneß, der mit den Münchnern 2005 in Aue zum DFB-Pokal zu Gast war.  © imago images/Action Pictures

Doch zurück ins Jetzt. Da bestechen die Erzgebirger nicht etwa mit Gastfreundschaft, sondern dem kompletten Gegenteil.

Das zielt nicht auf den idiotischen Bierbecher-Werfer ab, der kurz vor Schluss der Pauli-Partie in die Nähe von Gäste-Keeper Robin Himmelmann traf, sondern vielmehr auf Aues Heimstärke.

Fünf Siege und zwei Remis aus sieben Partien sind ein Faustpfand.

Leonhardt: "Ich will unseren Erfolg nicht nur daran festmachen. Vielmehr ist bei uns eine generelle Stabilität eingekehrt. Wir konnten den Leistungskader halten und mit Sören Gonther und Marko Mihojevic qualitativ verstärken. Aber das ist nur ein Aspekt. Unsere Jungs sind nicht nur auf dem Spielfeld ein Team, wie das vielleicht andernorts ist, sondern auch neben dem Platz echte Kumpel. Und das merken die Fans und honorieren es mit ihrer Begeisterung."

Es ist also noch einiges drin! Sogar der Aufstieg? "Schaun mer mal", hält es Aues Klub-Patriarch mit "Kaiser" Franz Beckenbauer.

Von FCE-Boss Helge Leonhardt gab's Applaus für den Auftritt gegen St. Pauli und die restlichen Heimspiele in dieser Saison. Die Äußerungen von Bayerns Ex-Präsident Uli Hoeneß kann er mit Humor nehmen.
Von FCE-Boss Helge Leonhardt gab's Applaus für den Auftritt gegen St. Pauli und die restlichen Heimspiele in dieser Saison. Die Äußerungen von Bayerns Ex-Präsident Uli Hoeneß kann er mit Humor nehmen.  © Picture Point/S. Sonntag

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