Aue-Präsident Leonhardt fehlt bei manchen Spielern der Stolz!

Aue - Samstagvormittag, 10.30 Uhr, Erzgebirgsstadion, Trainingsplatz 1, auslaufen, Spielerersatztraining! Die Stimmung ist wie die Temperatur im Kessel des Lößnitztals, 0 Grad! Keiner lacht. Wenn gesprochen wird, dann nur leise.

Aue-Präsident Helge Leonhardt (r.) stärkte Trainer Daniel Meyer demonstrativ den Rücken.
Aue-Präsident Helge Leonhardt (r.) stärkte Trainer Daniel Meyer demonstrativ den Rücken.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

"Wir sind nach vier Niederlagen am Stück angeknockt", gab Präsident Helge Leonhardt zu.

Er schaute sich das Training an, das von Daniel Meyer geleitet wurde. Um seinen Hals trug er ein Band, daran baumelte ein kleiner Kasten, die Fernbedienung seines Autos.

"Sieht aus wie ein Blutdruckmessgerät, ich weiß. Könnte ich heute gut gebrauchen so ein Ding", sagte "Leo" mit bittersüßem Humor.

Geschlafen hatte er nach dem 0:1 gegen Heidenheim kaum. "Ich muss jetzt hier sein", verzichtete der Präsident auf die nötige Ruhe.

"Ich muss helfen, wir müssen uns alle aufhelfen. Das Selbstvertrauen ist weg. Wir müssen füreinander da sein, alle. Der Glaube an uns muss zurück", forderte Leonhardt.

Und was sagt er als Chef des Vereins zur aufkommenden Diskussion um Coach Meyer? "Was soll denn ein Trainerwechsel fünf Spieltage vor Schluss bringen außer Unruhe?", fragte der Boss.

"Brauche ich nicht. Wir müssen mit den Spielern arbeiten, anstatt über den Coach zu reden. Die Jungs müssen es richten", erklärte er und holte tief Luft: "Mir fehlt bei manchen der Stolz." Der Stolz, für Aue zu spielen.

"Verbal sind sie alle da, auf dem Platz nicht. Das muss anders werden", forderte Leonhardt, ging auf den Trainingsplatz und nahm Meyer in den Arm - und damit auch in Schutz.

Ernster Blick, denn die Lage wird immer kritischer! Aber für FCE-Präsident Helge Leonhardt ist ein Trainerwechsel kein Thema.
Ernster Blick, denn die Lage wird immer kritischer! Aber für FCE-Präsident Helge Leonhardt ist ein Trainerwechsel kein Thema.  © Picture Point/S. Sonntag

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