Phänomen Erzgebirge Aue! Boss Leonhardt weiß: "Das ist ein Knochengeschäft!"

Aue - Der FC Erzgebirge Aue ist in der 2. Fußball-Bundesliga zur Instanz geworden! Gegen Dynamo Dresden (4:1) bestritt der "Kumpelverein" die 450. Zweitliga-Partie, belegt damit in der ewigen Tabelle mittlerweile Rang 23. Kein Ostverein steht im Fußballunterhaus besser da!

Erst bergab, dann nur noch bergauf: In seinem ersten Jahr als Präsident stieg Helge Leonhardt mit dem FC Erzgebirge ab.
Erst bergab, dann nur noch bergauf: In seinem ersten Jahr als Präsident stieg Helge Leonhardt mit dem FC Erzgebirge ab.  © imago images/Ed Gar

Wie schafft es das "kleine" Aue, seit Jahren beständig im Konzert der Großen mitzuspielen? TAG24 sprach mit FCE-Präsident Helge Leonhardt über ...

… den ostdeutschen Zweitliga-Dino.

"Es ist tatsächlich ein Phänomen, das nicht so einfach zu begründen ist. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle, die teils tief in der Vergangenheit zu suchen sind.

Dazu zählt die Entscheidung, den Verein nach der Wende und dem Ausscheiden der Wismut als Geldgeber in 'Erzgebirge Aue' umzubenennen und damit die Verwurzlung in der Region zu unterstreichen, gleichzeitig aber auch die Wismut-Tradition am Leben zu erhalten.

Bei allem, was wir tun, brauchen wir das Erzgebirge als Flaggschiff, die Leute aus der Region. Hinzu kommen die ökonomischen und sportlichen Entscheidungen, die in den Jahren schon von meinen Vorgängern getroffen wurden."

… kleine Brötchen.

"Wir haben es trotz bescheidener Mittel immer wieder gepackt, die Komponenten Sport und Finanzen unter einen Hut zu bekommen, sowohl was Leistungsfähigkeit also auch Nachhaltigkeit anbelangt. Das lag daran, dass stets unternehmerisch gedacht wurde."

Leonhardt über Aue: "Man muss den Profiverein führen und nicht verwalten!"

Der Schutzpatron des FC Erzgebirge und dessen Macher: Präsident Helge Leonhardt.
Der Schutzpatron des FC Erzgebirge und dessen Macher: Präsident Helge Leonhardt.  © picture point/Sven Sonntag

… die letzten fünf Jahre unter seiner Ägide.

"Als ich antrat, gab es kein Nachwuchsleistungszentrum, kein neues Stadion. Wäre der beheizbare Trainingsplatz nicht gerade fertiggestellt worden, wären selbst die Trainingsbedingungen der ersten Mannschaft für heutige Verhältnisse nur bedingt konkurrenzfähig gewesen.

Wenn ich sehe, was wir mit unseren Mitstreitern erreicht haben, erfüllt mich das schon mit Stolz."

… die Vereinsführung.

"Man muss den Profiverein führen und nicht verwalten, das ist meine Prämisse. Als Präsident repräsentiere ich den Mehrspartenverein nach außen, betreibe Lobbyarbeit.

Als Vorstandsvorsitzender habe ich eine unternehmerische Aufgabe. Mit meinen Vorstandskollegen bin ich für die Exekutive, für das umfangreiche operative Geschäft sowie die strategische Ausrichtung des Lizenz- und Profibereiches unter Aufsicht der DFL zuständig - in voller persönlicher Haftung!

Dort geht es um die Sicherung der Wettbewerbs- und Existenzfähigkeit des Profivereins und finanzielle Entscheidungen im zweistelligen Millionenbereich - im Spieler- und Transferbereich.

Das ist ein Knochengeschäft. Da darf ich nirgendwo unwissend sein, denn am Ende wird man an den Ergebnissen gemessen. Und nur an denen."

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