Hochscheidt trifft, fliegt und schweigt: Aue-Boss Leonhardt: Rote Karte ein Witz!

Aue - Jan Hochscheidt war am Montagabend die tragische Figur! Der 32-Jährige brachte den FC Erzgebirge beim Karlsruher SC (1:1) aus extrem spitzem Winkel in Führung. So wie er traf, packen das nur ganz wenige.

Ein Kunststück! Aue-Kicker Jan Hochscheidt liegt schon im Aus, nachdem er aus spitzem Winkel getroffen hat.
Ein Kunststück! Aue-Kicker Jan Hochscheidt liegt schon im Aus, nachdem er aus spitzem Winkel getroffen hat.  © picture point/Sven Sonntag

Kurz vor der Pause ging Hochscheidt dafür übermotiviert in den Zweikampf, erwischte Gegenspieler Marco Thiede böse an der Ferse und sah nach Video-Beweis Rot. In Unterzahl kassierte Aue in der zweiten Halbzeit durch Anton Fink den Ausgleich.

Hochscheidt - der sein 33. Zweitliga-Tor für Aue erzielte und so mit Rekord-Torjäger Andrzej Juskowiak gleichzog - verstand beim vorzeitigen Gang unter die Dusche die Welt nicht mehr.

Auch nach Abpfiff stand er nicht für Interviewanfragen zur Verfügung. Dafür meldete sich ein anderer deutlich zu Wort! "Die Rote Karte ist ein Witz! Beide sind weggerutscht. Das ist ein Allerweltsfoul", schäumte Aues Präsident Helge Leonhardt vor Wut.

Er stieß sich, wie viele andere auch, vor allem daran, dass es Schiedsrichter Sven Waschitzki eigentlich bei Gelb belassen wollte und erst auf Intervention von Video-Assistent Timo Gerach auf glatt Rot umschwenkte.

Aue-Kepper Martin Männel und Coach Dirk Schuster üben Kritik an Schiedsrichterentscheidung

Schiedsrichter Sven Waschitzki schaute sich die Foulszene an und entschied dann auf Platzverweis.
Schiedsrichter Sven Waschitzki schaute sich die Foulszene an und entschied dann auf Platzverweis.  © picture point/Sven Sonntag

"Aus meiner Empfindung heraus gehen beide Spieler im Vollsprint dem Ball nach und rutschen auf dem nassen Rasen aus. Das hat sogar der Gegenspieler zugegeben", berichtet FCE-Kapitän Martin Männel.

"Es ist ärgerlich, wenn eine Tatsachenentscheidung nochmal revidiert wird und der Schiedsrichter in der Halbzeit selbst sagt, so klar war das Ganze gar nicht", fährt Aues Keeper fort.

Coach Dirk Schuster pflichtet dem bei: "Ich muss für Jan mal eine Lanze brechen. Das ist ein tadelloser Sportsmann. Er hat über 400 Spiele, das war sein erster Platzverweis überhaupt. Selbst sein Gegenspieler sagte dem Schiri, dass beide ausgerutscht sind. Wenn es der Video-Schiedsrichter anders sieht, müssen wir das akzeptieren, auch wenn es das Spiel maßgeblich beeinflusst hat."

Bei einem Mann weniger war abzusehen, wie die zweite Halbzeit verlaufen würde. Karlsruhe musste ohnehin kommen und besaß jetzt auch den ein oder anderen Raum mehr.

Trotzdem gelang es Aue, die Räume geschickt zu verdichten und wenig klare Angriffszüge zuzulassen. Gefahr entstand, wie schon vor dem Platzverweis, meist nur durch Eckbälle. So fiel auch das 1:1, als Fink zur Endstation eines Flipper-Balls wurde.

Schuster war trotzdem wahnsinnig stolz auf die Leistung und Moral seiner Truppe: "Alles was wir in der Pipeline hatten, haben wir rausgefeuert. Die Mannschaft hat ganz großes Herz gezeigt!" Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack. Schuster: "Es würde mich interessieren, wie das Spiel bei elf gegen elf ausgeht. Aber das wird mir keiner sagen können."

FCE-Spieler Jan Hochscheidt trottet enttäuscht in die Kabine.
FCE-Spieler Jan Hochscheidt trottet enttäuscht in die Kabine.  © picture point/Sven Sonntag
Ausgleich für Karlsruhe! Der Ex-CFCer Anton Fink (3.v.r) hat eingenetzt.
Ausgleich für Karlsruhe! Der Ex-CFCer Anton Fink (3.v.r) hat eingenetzt.  © picture point/Sven Sonntag
FCE-Boss Helge Leonhardt
FCE-Boss Helge Leonhardt  © picture point/Sven Sonntag

Mehr zum Thema FC Erzgebirge Aue:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0