Aue-Faktor Männel kritisiert neue Regeln: "Wir Torhüter werden ausgebremst!"

Aue - Wenn's gegen Arminia Bielefeld (0:0) brenzlig wurde, war FC Erzgebirge-Keeper Martin Männel gefragt. Er hielt seinen Kasten mit bockstarken Paraden sauber und die Null fest. Selbst in undurchsichtigen Situationen behielt er den Überblick.

Hände hoch! Aues Kapitän Martin Männel fühlt sich von denen neuen Regeln in seinem Torhüterspiel eingeschränkt und fordert von den Schiedsrichtern mehr Fingerspitzengefühl.
Hände hoch! Aues Kapitän Martin Männel fühlt sich von denen neuen Regeln in seinem Torhüterspiel eingeschränkt und fordert von den Schiedsrichtern mehr Fingerspitzengefühl.  © picture point/Sven Sonntag

So auch in der 30. Minute, dem wohl spielentscheidenden Moment. Bielefelds Torjäger Fabian Klos köpfte nach Eingabe von Jonathan Clauss wuchtig aufs Auer Gehäuse.

Männel explodierte auf der Linie, sprang nach rechts und kratzte den Ball weg. Auf oder hinter der Linie? Schiedsrichter Guido Winkmann konsultierte den Kölner Videokeller, wo Bibiana Steinhaus die Szene im Blick hatte. Die einhellige Entscheidung: Kein Tor.

"Er war sicherlich ein Stückchen hinter der Linie. Die Wahrheit werden wir nie so richtig erfahren, aufgrund der mangelnden Bilder, die uns zur Verfügung stehen", bewertete Arminia-Coach Uwe Neuhaus die Situation.

Männel war mitten im Getümmel drin und schilderte seine Sichtweise: "Es war sehr knapp. Mein Gefühl hat mir gesagt, dass er nicht mit vollem Umfang hinter der Linie sein konnte. Die Kameras haben nachher nichts anderes hergegeben."

Die Veilchen schrammten dank ihres Keepers am Fehlstart vorbei, konnten die Wiesbaden-Pleite (0:1) abstreifen. "Das war genau das, worauf es ankam. Ein anderes Gesicht und eine Reaktion zu zeigen", unterstrich Männel.

"Wenn wir gegen Bielefeld nochmal so angefangen hätten, hätte es früh 3:0 für den Gegner gestanden."

FCE-Keeper sorgt zu Jahresbeginn für positive Torwartsituation

Mit dieser starken Parade nach dem Kopfball von Fabian Klos (l.) rettete Martin Männel seinen Veilchen das Unentschieden gegen Bielefeld.
Mit dieser starken Parade nach dem Kopfball von Fabian Klos (l.) rettete Martin Männel seinen Veilchen das Unentschieden gegen Bielefeld.  © picture point/Sven Sonntag

Der FCE-Keeper war ein großer Faktor. Er sorgte zu Jahresbeginn für eine positive Torwartsituation. Nicht mehr selbstverständlich, wie ein Blick zur Konkurrenz zeigt.

Da flogen letzte Woche mit Manuel Riemann (Bochum) und Philipp Kühn (Osnabrück) gleich zwei Schlussmänner mit Gelb-Rot vom Feld.

Extrem bitter war der Platzverweis für Kühn. Der sah gegen Sandhausen nach Foulspiel im Strafraum erst Gelb. Beim anschließenden Elfmeter - den er parierte - verließ er vorzeitig die Torlinie und kassierte seine zweite Gelbe Karte, ergo Gelb-Rot. Möglich macht's Regel 14, die seit dieser Saison greift.

Männel schüttelt da nur mit dem Kopf: "In solchen Situationen wünsche ich mir mehr Fingerspitzengefühl. Wer die Regel so strikt auslegt, schränkt das Torhüterspiel ein."

Zumal es die Regelneuerung ihm und seinen Kollegen ohnehin nicht einfach macht: "Man wird eingebremst, weil man sich erst mit dem Schuss von der Linie wegbewegen darf."

Osnabrücks Keeper Philipp Kühn (r.) erwischte es gegen Sandhausen. Da stellte ihn Schiedsrichter Timo Gerach mit Gelb-Rot vom Platz.
Osnabrücks Keeper Philipp Kühn (r.) erwischte es gegen Sandhausen. Da stellte ihn Schiedsrichter Timo Gerach mit Gelb-Rot vom Platz.  © imago images/osnapix

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