Aues Hensel tief beeindruckt: "Musste eine Träne verdrücken!"

Aue - Zwei Trainer, zwei verschiedene Gefühlswelten: Während Aues Interimscoach Marc Hensel am Freitagabend einfach nur überwältigt war, musste VfB Stuttgarts Tim Walter nach dem torlosen Remis beim FC Erzgebirge seiner Unzufriedenheit erstmal ordentlich Luft machen.

Tanzende Veilchen: Die Auer Spieler feierten das Remis mit ihren Fans wie einen Sieg.
Tanzende Veilchen: Die Auer Spieler feierten das Remis mit ihren Fans wie einen Sieg.  © Picture Point/ Sven Sonntag

"Jeder, der das Spiel gesehen hat, weiß, dass es nur einen Sieger hätte geben können und das sind wir", tönte Walter auf der anschließenden Pressekonferenz.

Mit einer Passquote von 92 Prozent und 74 Prozent Ballbesitz diktierte der Bundesligaabsteiger die Partie, gegen disziplinierte "Veilchen" kam Stuttgart aber kaum zu verheißungsvollen Abschlüssen. Und wenn, dann war ein starker Martin Männel im Auer Tor zur Stelle.

"Wir hätten zwei Elfmeter kriegen müssen. Ich dachte, meine Frau pfeift, denn die pfeift auch immer für diejenigen, die die schönsten Trikots anhaben. Und was die im Videokeller machen, weiß auch keiner. Vielleicht war derjenige gerade ein Pausenbrot essen. Uns dann noch mit einer Gelb-Roten Karte zu bestrafen, ist schon sehr frech", meinte Walter.

In der 32. Spielminute brachte Calogero Rizutto Stuttgarts Nicolas Gonzalez im Strafraum zu Fall. Den Elfer konnte man durchaus geben. Felix Zwayer entschied anders. In der 66. Minute hob Borna Sosa ab. Zwayer entschied auf Schwalbe und zeigte dem bereits verwarnten VfB-Profi Gelb-Rot.

Weil sich Walter weiter in seine Kritik hineinsteigerte, konnte sich Hensel ein Lächeln nicht verkneifen.

Marc Hensel begeistert von Team und Fans des FC Erzgebirge Aue

Schiri Felix Zwayer (r.) zeigte Stuttgarts Borna Sosa (Nummer 24) die Gelb-Rote Karte.
Schiri Felix Zwayer (r.) zeigte Stuttgarts Borna Sosa (Nummer 24) die Gelb-Rote Karte.  © Imago Images / Sportfoto Rudel

Sein erster Satz, als sein Gegenüber dann fertig war, hatte es in sich: "Ich habe das Spiel etwas anders gesehen. Es war ein sehr gerechtes Unentschieden, das mit etwas Glück auch ein Dreier hätte werden können."

Die Leistung seiner Elf hatte den 33-Jährigen sichtlich beeindruckt. Auch was die "Veilchen-Fans" ablieferten, ging ihm sichtlich nahe.

"Marc Hensel" tönte es nach Abpfiff von den Rängen. Die Sprechchöre sorgten für Gänsehaut. "Schon als ich zum Stadion gefahren bin und Leute sah, die noch mit 'Hensel-Trikots' herumlaufen, habe ich eine Träne verdrücken müssen. Da wird man sentimental", meint Hensel.

Diesen Kultstatus hat er sich als Spieler von 2008 bis 2013 hart erarbeitet. Als Interimscoach setzt er nahtlos daran an, wenngleich die Herausforderungen ganz andere sind.

"Ich musste harte Personalentscheidungen treffen, was überhaupt nicht meins ist. Den Jungs ins Gesicht zu sagen, warum sie nicht spielen, waren die schwierigsten Momente überhaupt." Dazu zählte die Maßnahme, Pascal Testroet auf die Bank zu setzten und erst reichlich eine Viertelstunde vor Schluss zu bringen.

"Trotzdem kam er rein und war sofort da. Auch wenn sein Kopfball nicht reinging. Wie er sich da hochschraubt, ist schon stark gewesen. Bei ihm muss man noch dazu sagen, dass er sich mit einem Infekt durch die letzten Tage geschleppt hat und trotzdem an der Kette zog", verrät Hensel.

Elfmeter? Stuttgarts Nicolas Gonzalez landete nach dem Zusammenprall mit Calogero Rizutto neben dem Feld.
Elfmeter? Stuttgarts Nicolas Gonzalez landete nach dem Zusammenprall mit Calogero Rizutto neben dem Feld.  © DPA/Robert Michael
Von Aues Interimstrainer Marc Hensel (l.) gab's Beifall. VfB-Coach Tim Walter schimpfte wie ein Rohrspatz - während des Spiels und nachher noch mehr... (Bildmontage)
Von Aues Interimstrainer Marc Hensel (l.) gab's Beifall. VfB-Coach Tim Walter schimpfte wie ein Rohrspatz - während des Spiels und nachher noch mehr... (Bildmontage)  © Picture Point/ Sven Sonntag/imago images/Sportfoto

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