Aue-Torjäger Testroet frustriert: "Lief zum Ende hin sehr unbefriedigend"

Novo Sancti Petri - Pascal Testroet fand sich in den letzten Wochen in ungewohnter Rolle wieder. Der 29-jährige Angreifer schmorte drei Zweitliga-Partien in Folge auf der harten Ersatzbank. TAG24 sprach im Spanien-Camp mit einem sichtlich frustrierten Torjäger.

Ablenkung vom sportlichen Frust: Pascal Testroet sucht am Meer nach Muscheln.
Ablenkung vom sportlichen Frust: Pascal Testroet sucht am Meer nach Muscheln.  © picture point/Sven Sonntag

TAG24: Wie fällt ihr Hinrunden-Fazit aus?

Testroet: "Geteilt. Wir haben uns mit 29 Punkten eine super Ausgangslage für die Rückrunde geschaffen. Mit meiner Scorerquote von zehn Punkten in 2. Liga und DFB-Pokal ist es auch persönlich noch eine gute Nummer - genau die Hälfte vom letzten Jahr. Aber zum Ende hin lief es für mich sehr unbefriedigend, was das Ganze überstrahlt."

TAG24: Trainer Dirk Schuster erklärte vor einigen Tagen, dass er mit mehr Wucht, Tempo und Trickreichtum zum Jahresende hin andere Impulse setzen wollte. Wie kommt so etwas an, wenn man in den letzten drei Partien nur auf der Bank saß?

Testroet: "Ich habe diese Aussagen registriert und mit meinen Bezugspersonen intensiv darüber gesprochen. Und dann schauen wir weiter..."

TAG24: Bietet das Spanien-Camp die Chance, auf Reset zu drücken?

Testroet: "Ich muss die Art, wie ich immer gespielt und trainiert habe, beibehalten. Wir besitzen im Training ein Punktesystem und in dem hole ich jeden Monat relativ viele Punkte. Man muss bedenken, dass mich Erzgebirge Aue aufgrund gewisser Attribute wie Power, Wucht, Zweikampfvermögen, das Auge für den Mitspieler und ganz wichtig wegen meiner Abschlussstärke geholt hat. Es wäre Quatsch für mich, jetzt alles zu ändern. Wir haben in den letzten 50 Spielen sehr viele Zähler geholt, wozu ich 30 Scorerpunkte beigetragen haben - das war nicht so unerfolgreich!"

Zumindest die spanische Sonne zaubert "Paco" ein Lächeln ins Gesicht.
Zumindest die spanische Sonne zaubert "Paco" ein Lächeln ins Gesicht.  © Picture Point/S. Sonntag

TAG24: Nagt die gegenwärtige Situation am Selbstvertrauen?

Testroet: "Wenn man 'nicht gebraucht wird', sinkt das Selbstvertrauen. Trotzdem muss ich für mich selbst weiterarbeiten. Indem ich auf meine Eigenschaften eingehe und an ihnen arbeite, hole ich mir das nötige Selbstvertrauen für den Moment, wo ich gebraucht werde. In dieser Situation fragt keiner, was zuvor war. Da muss man funktionieren."

TAG24: Sie haben im Sommer bis 2023 verlängert. Bereuen Sie es jetzt?

Testroet: "Das wird sich zeigen. Die Verlängerung erfolgte damals aus voller Überzeugung."

TAG24: Wie wichtig ist Ihre Familie in der momentanen Situation?

Testroet: "Brutal wichtig! Die letzten Wochen waren schwer. Es freut mich, wenn wir gewinnen. Aber gar keinen Anteil daran zu haben, ist frustrierend. Kommen dann meine Töchter Emilia und Paulina, um den Papa in den Arm zu nehmen, ist schon wieder viel vergessen. Meine Frau ist auch eine wahnsinnige Unterstützung. Seit über zehn Jahren geht sie mit mir durch dick und dünn."

Pascal Testroet scheitert im Test an Magdeburgs Schlussmann Alexander Brunst.
Pascal Testroet scheitert im Test an Magdeburgs Schlussmann Alexander Brunst.  © Sven Sonntag

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