Pyrotechnik: HSV-Modell auch für Aue interessant

Aue - Pyrotechnik spaltet die Fußballwelt. Für die Ultras gehört sie zur Fankultur. Ihr Credo: "Pyrotechnik ist kein Verbrechen." Der Deutsche Fußball Bund (DFB) sieht es freilich anders und verhängt regelmäßig heftige Strafen, was die Klubs teils bluten lässt.

8. Februar: Der DFB erlaubte dem Hamburger SV beim Heimspiel gegen Karlsruhe das Abbrennen von Pyrotechnik. Dieses Modell findet beim FC Erzgebirge Anklang.
8. Februar: Der DFB erlaubte dem Hamburger SV beim Heimspiel gegen Karlsruhe das Abbrennen von Pyrotechnik. Dieses Modell findet beim FC Erzgebirge Anklang.  © imago images/Oliver Ruhnke

Dynamo Dresden löhnte vor Kurzem für zwei Vergehen der eigenen Anhänger zum DFB-Pokalspiel bei Hertha BSC Berlin und im Ligaspiel gegen Wehen Wiesbaden 110.000 Euro.

Beide Male wurde unkontrolliert gezündelt. Gegen Wiesbaden explodierte ein Böller neben Gästekeeper Lukas Watkowiak. Das war ein Unding und wurde zurecht hart sanktioniert.

Es gibt aber auch unverfängliche Pyro-Shows, die Teil einer Choreographie sind. So geschehen Anfang Februar beim Heimspiel des FSV Zwickau gegen 1860 München. Da zündeten die Ultras Nebeltöpfe, um die Fabrikschlote rauchen zu lassen (TAG24 berichtete). Das war schön anzuschauen, wird aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kosten.

Insofern ist interessant, was eine Woche später im Hamburger Volksparkstadion Premiere feierte: ein offiziell vom DFB und den Behörden abgesegneter Pyrotechnik-Einsatz.

Der kommende Aue-Gegner erhielt die Erlaubnis, zehn Rauchtöpfe außerhalb der Zuschauerbereiche unter Aufsicht einer Fachfirma abzubrennen (TAG24 berichtete).

Raachert's bald beim FC Erzgebirge?

FCE-Geschäftsführer Michael Voigt hätte gegen erlaubtes und kontrolliertes Abbrennen von Pyro nichts einzuwänden.
FCE-Geschäftsführer Michael Voigt hätte gegen erlaubtes und kontrolliertes Abbrennen von Pyro nichts einzuwänden.  © picture point/Sven Sonntag

Bei der Erlaubnis handelte es sich "um eine einmalige Ausnahmegenehmigung auf Basis der behördlichen Zustimmung für diesen Spieltag", teilte der DFB mit. Immerhin ein erstes Signal, dass sie im Erzgebirge zur Kenntnis nahmen.

"Dieses Modell wäre mit Sicherheit interessant für uns, in Bezug auf Choreographien, die Pyrotechnik beinhalten. Mir drängt sich zum Beispiel das 'Raachermannel' auf", meint FCE-Geschäftsführer Michael Voigt.

'S Raachermannel muss halt "nabeln". "Hier sind wir als Verein gefragt. Wie schaffen wir es, das Ganze in Abstimmung mit den Fans, Behörden und dem Verband aufziehen?", fragt Voigt.

Eine Lösung wie beim HSV zu finden, schreibt er sich auf die Fahne: "Wenn es in Hamburg funktioniert hat, wieso nicht auch hier bei uns? Kontrollierter Pyro-Einsatz ist allemal besser, als unkontrollierter, schließlich reden wir hier von Fackeln, die gut 1000 Grad Celsius heiß sind. Selbstverständlich braucht es dafür eine fachmännische Durchführung."

Im April 2019 daheim gegen Bochum brannte die Luft im Erzgebirgsstadion. Damals musste der FCE blechen.
Im April 2019 daheim gegen Bochum brannte die Luft im Erzgebirgsstadion. Damals musste der FCE blechen.  © imago images/Karina Hessland

Mehr zum Thema FC Erzgebirge Aue:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0