Aue-Coach Schuster: "Mit Zweitliga-Fußball hatte das wenig zu tun!"

Wiesbaden/Aue - Der FC Erzgebirge Aue flog gestern nicht nur mit einer Niederlage im Gepäck aus Hessen heim, auch eine große Portion Selbstkritik war mit an Bord. Nach dem 0:1 beim SV Wehen Wiesbaden gingen die Veilchen hart mit sich ins Gericht - zu Recht!

Das Siegtor für Wehen Wiesbaden! Paterson Chato (l.) trifft nach einem Eckball, Aues Keeper Martin Männel (r.) ist chancenlos.
Das Siegtor für Wehen Wiesbaden! Paterson Chato (l.) trifft nach einem Eckball, Aues Keeper Martin Männel (r.) ist chancenlos.  © picture point/Sven Sonntag

"Wir haben das Spiel in den ersten 15 bis 20 Minuten verloren. Mit Zweitliga-Fußball hatte das von unserer Seite relativ wenig zu tun", fasste Trainer Dirk Schuster die Pleite kurz und knapp, aber treffend zusammen.

Zwar standen mit dem Anpfiff elf Spieler in Auer Trikots auf dem Rasen, doch mental schien keiner der Jungs anwesend zu sein.

Dabei hatten sich die Sachsen einiges für die Partie beim Tabellenletzten vorgenommen, umgesetzt wurde davon nichts. "Ohne klare Körpersprache, einfache Fehler fabriziert, schlechtes Zweikampfverhalten ... Ich könnte noch weiter ausholen, bitte ersparen Sie mir das", machte Schuster nach der Partie seinem Ärger Luft. "Innerlich brodelt es in mir. In England würde man sagen: I'm very pissed." Auf gut Deutsch: Der 52-Jährige war sehr sauer.

Auch Angreifer Dimitrij Nazarov ging mit der Leistung seiner Mannschaft hart ins Gericht: "So wie wir die ersten 20 Minuten aufgetreten sind, reicht das nicht, um in der 2. Bundesliga Punkte zu holen. Das war gar nichts - von allen!"

Aue-Trainer Schuster zieht Resümee: "So kann man in dieser Liga keine positiven Spiele gestalten!"

"Very pissed!" Aues Coach Dirk Schuster war zu Recht total enttäuscht von der Vorstellung seiner Mannschaft
"Very pissed!" Aues Coach Dirk Schuster war zu Recht total enttäuscht von der Vorstellung seiner Mannschaft  © picture point/Sven Sonntag

Bereits in den ersten fünf Minuten ließen die Veilchen drei Hochkaräter des Gegners zu. "Wir konnten froh sein, dass es da nicht schon 2:0 oder 3:0 gegen uns stand. Dann wäre die Partie schon frühzeitig entschieden gewesen."

Nach dem Führungstreffer von Wiesbadens Paterson Chato (14.) wirkte die Auer Mannschaft zwar wacher, am Spiel teilnehmend, doch der Offensivdrang fehlte völlig.

Erst die späteren Einwechslungen von Pascal Testroet (63.) und Christoph Daferner (72.) brachten etwas Schwung rein. Die Gelb-Rote Karte von Wehens Sebastian Mrowca (68.) half ebenfalls. "Klar haben wir am Ende nochmal Druck machen können. Trotzdem war nichts Zwingendes dabei, was einen Sieg verdient gehabt hätte", so Nazarov.

Immerhin einen positiven Vermerk konnte Coach Schuster am Dienstagabend vornehmen: "Dass wir bis zur letzten Minute die Chance auf den Ausgleich hatten."

Schuster Resümee schließlich: "Wir müssen uns hinterfragen, warum keiner unserer Spieler Normalform erreicht hat. So kann man in dieser Liga keine positiven Spiele gestalten!"

Auch Dimitrij Nazarov (r,.), hier im Zweikampf mit Maximilian Dittgen, ging mit seiner und der Leistung der Kollegen hart ins Gericht.
Auch Dimitrij Nazarov (r,.), hier im Zweikampf mit Maximilian Dittgen, ging mit seiner und der Leistung der Kollegen hart ins Gericht.  © picture point/Sven Sonntag
Chance für Pascal Testroet (hint), doch der Auer Angreifer scheitert an Wiesbadens Schlussmann Heinz Linder.
Chance für Pascal Testroet (hint), doch der Auer Angreifer scheitert an Wiesbadens Schlussmann Heinz Linder.  © imago images/Jan Hübner
2x Gelb = Rot! Schiri Patrick Ittrich (l.) schickt Wiesbadens Sebastian Mrowca vorzeitig zum Duschen.
2x Gelb = Rot! Schiri Patrick Ittrich (l.) schickt Wiesbadens Sebastian Mrowca vorzeitig zum Duschen.  © picture point/Sven Sonntag

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