Fazit einer starken Aue-Hinrunde: Kontinuität und Weitsicht sind die Trümpfe des FCE!

Aue - Der FC Erzgebirge überrascht nicht nur die eigene Anhängerschaft, sondern auch die Zweitliga-Konkurrenz. Was die Lila-Weißen in der Hinrunde ablieferten, ist à la bonne heure. Getragen von einer extremen Heimstärke behauptet sich der FCE seit Wochen im vorderen Tabellendrittel. Und das kommt nicht von ungefähr!

Leistungsträger wie Pascal Testroet (M.) und Dimitrij Nazarov (r.) konnte der FCE Aue konnte der FCE auf Jahre vertraglich binden.
Leistungsträger wie Pascal Testroet (M.) und Dimitrij Nazarov (r.) konnte der FCE Aue konnte der FCE auf Jahre vertraglich binden.  © picture point/Sven Sonntag

Im Erzgebirge gehen sie geradlinig vor, um als Zweitligist zu reifen. Jahrelang hatte der "Kumpelverein" in der Sommerpause einen Kaderumbruch vollziehen müssen.

Diesmal ist das große Kommen und Gehen ausgeblieben. Es ist sogar gelungen, Leistungsträger wie Pascal Testroet, Dimitrij Nazarov oder Clemens Fandrich langfristig zu binden. Klubboss Helge Leonhardt nennt die richtungweisenden Personalien seinen "Plan 2023".

Da hinein spielte auch die Entscheidung, den streitbaren Daniel Meyer, einer, der Reizpunkte setzte, seinen Gegenüber anpiekste, zugleich auch vor den Kopf stieß, nach dem dritten Spieltag zu beurlauben. Obwohl die Veilchen in der Außendarstellung keine glückliche Figur machten, war der Schritt nachvollziehbar, sogar absehbar.

Zu offensichtlich waren die Differenzen, zu unterschiedlich die Auffassungen.

FCE-Erfolg: Auch ein Verdienst des Aue-Trainers Schuster

In Karl-Marx-Stadt gebürtig, fleißig, akribisch - Coach Dirk Schuster passt perfekt zum FC Erzgebirge Aue. Er ist ein Verfechter des 4-2-3-1-Systems und hat damit Erfolg.
In Karl-Marx-Stadt gebürtig, fleißig, akribisch - Coach Dirk Schuster passt perfekt zum FC Erzgebirge Aue. Er ist ein Verfechter des 4-2-3-1-Systems und hat damit Erfolg.  © picture point/Sven Sonntag

Mit Dirk Schuster bekam Aue seinen Wunschtrainer. Schon im März 2017 hatte der FCE um die Dienste des gebürtigen Karl-Marx-Städters gebuhlt. Schuster ist einer, der als Spieler und Trainer mit Fleiß und Akribie hervorstach und durch seinen regionalen Bezug perfekt ins Profil passt. Allerdings ist der Fußballtrainer des Jahres 2016 keiner, der sich auf der Nase herumtanzen lässt. Das wussten sie im Erzgebirge.

Leonhardt hinderte das nicht daran, nach dem 1:1 in Karlsruhe, eine versteckte Kritik an Schusters taktischer Ausrichtung im 4-2-3-1 zu üben. Für dieses System steht der Ex-Darmstädter. Er ist damit bei den Lilien erfolgreich gewesen, führte sie binnen zwei Jahren von der 3. Liga in die 1. Bundesliga und hielt als Aufsteiger die Klasse. Schuster praktiziert das System auch in Aue.

Fünf Siege und ein Remis vor eigenem Publikum geben ihm Recht. Auswärts stehen dagegen drei Remis und vier Niederlagen zu Buche.

Trübt das die Bilanz? Jein! Bleibt daheim der Erfolg aus, gerät man unweigerlich unter Zugzwang. Gleichzeitig muss jedem bewusst sein, dass Aue am Limit läuft. HSV, Stuttgart oder Hannover können sich aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen aus ganz anderen Regalen bedienen.

Deswegen kann es für die am Sonnabend beginnende Rückrunde nur lauten: Den Fans ist das Träumen erlaubt. Die Entscheidungsträger tun gut daran, auf dem Teppich zu bleiben.

Zwischen Aues Boss Helge Leonhardt (r.) und (Ex-)Coach Daniel Meyer kam es immer wieder zu Differenzen, die Trennung war folgerichtig.
Zwischen Aues Boss Helge Leonhardt (r.) und (Ex-)Coach Daniel Meyer kam es immer wieder zu Differenzen, die Trennung war folgerichtig.  © picture point/Sven Sonntag

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