Rote Karte verursacht, Strafstoß verhindert: Video-Schiri spaltet beim FCE die Meinungen

Aue - Spaltpilz Videobeweis: Die einen adeln ihn, weil damit vorangegangene Fehlentscheidungen nochmal korrigiert werden, die anderen tadeln ihn, weil der Eingriff nicht in jedem Spiel gleichermaßen stringent erfolgt, aber dafür allerorten die Emotionen abgetötet werden. Die Auswärtspartie des FC Erzgebirge am Montagabend beim Karlsruher SC gab dafür eine Blaupause ab!

Sören Gonther (Nummer 26) schlägt die Hände vors Gesicht, während Schiedsrichter Sven Waschitzki nach dem vermeintlichen Foul auf den Elfmeterpunkt zeigt.
Sören Gonther (Nummer 26) schlägt die Hände vors Gesicht, während Schiedsrichter Sven Waschitzki nach dem vermeintlichen Foul auf den Elfmeterpunkt zeigt.  © picture point/Sven Sonntag

Im Mittelpunkt stand zunächst folgende Szene: Jan Hochscheidt versuchte in der gegnerischen Hälfte im Halbfeld, Marco Thiede in die Parade zu fahren.

Auf dem nassen Rasen wurde aus der Grätsche zum Ball ein Einsteigen auf die Ferse. Von Schiri Sven Waschitzki gab es dafür Gelb. Man hätte getrost auch "Dunkelgelb" sagen können.

Doch dann kam das Veto von Video-Referee Timo Gerach und damit einhergehend glatt Rot für Hochscheidt. Die Bewertung war extrem knifflig, wie Aues Flügelspieler Florian Krüger zugab:

"Im ersten Moment habe ich die Szene gar nicht gesehen, sondern erst am Bildschirm, als ich beim Videobeweis hinter dem Schiedsrichter stand. Auf den Fernsehbildern sah es brutal aus, aber da war nicht zu sehen, ob er denn nicht nur wegrutscht."

Aue-Kicker Fandrich: "Das eine Mal hat der Video-Schiri uns blöd in die Karten gespielt und das andere Mal rettet es uns."

Sven Waschitzki sah sich die umstrittene Strafraumszene ganz genau am Monitor an.
Sven Waschitzki sah sich die umstrittene Strafraumszene ganz genau am Monitor an.  © picture point/Sven Sonntag

Clemens Fandrich schloss sich dem an: "Es war schwierig zu sehen. 'Janni' sagt, er sei weggerutscht und deshalb auf die Achillesferse gestiegen. Die Rote Karte kann man dann vielleicht vertreten." Nicht zu vertreten war der Foulstrafstoß, den Waschitzki nach vermeintlichem Trikotzupfer von Aues Sören Gonther an Marvin Pourié gab. Auch hier hatte der "Kölner Keller" das letzte Wort - und das zugunsten des FCE.

Fandrich: "In der Situation können wir dem Videobeweis danken. Es bleibt aber eine schwierige Lage, denn es nimmt die Emotionen und dauert. Dadurch gibt es elend lange Nachspielzeiten, wo du komplett im Delirium bist und das Spiel geht immer noch weiter."

Am Videobeweis scheiden sich also weiter die Geister. "Es ist ein emotionales Auf und Ab. Das eine Mal hat es uns blöd in die Karten gespielt und das andere Mal rettet es uns", meint Fandrich.

Den Spielverlauf vom Montagabend wollte er daran allerdings nicht festmachen: "Bis zur Roten Karte haben wir drei 'Riesen', mit denen wir den Deckel draufmachen können. Nach dem Platzverweis wurde es ein anderes Spiel. Es spricht für unsere Moral, wie wir in Unterzahl mit Mann und Maus alles reingeworfen haben. Den Punkt nehmen wir am Ende gerne mit."

Die Proteste der Auer erübrigten sich: Schiri Sven Waschitzki nahm nicht nur den Elfer, sondern auch die Gelbe Karte für Sören Gonther zurück.
Die Proteste der Auer erübrigten sich: Schiri Sven Waschitzki nahm nicht nur den Elfer, sondern auch die Gelbe Karte für Sören Gonther zurück.  © picture point/Sven Sonntag

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