1. FC Köln: So fällt das Hinrunden-Zeugnis für die Spieler aus

Köln – Der 1. FC Köln beendet eine wechselhafte Bundesliga-Hinrunde auf Platz 15 über dem "Strich". Das Halbjahr lief für einige Spieler richtig gut, für andere dagegen enttäuschend. Die Einzelkritik.

Tor

Timo Horn: 3,5

Der 26-Jährige zeigte eine durchwachsene Hinrunde mit einigen Patzern. Zum Ende hin konnte sich Horn wieder etwas stabilisieren. Immerhin dreimal hielt er seinen Kasten sauber. Abstöße und Strafraumbeherrschung bleiben Schwächen.

Da Horn alle 17 Spiele machte, kam kein weiterer Torwart zum Einsatz. Meistens saß Thomas Kessler auf der Bank. Die Talente Julian Krahl und Brady Scott wechseln sich im Tor der zweiten Mannschaft in der Regionalliga ab.

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Abwehr

Rafal Czichos (l) und Sebastiaan Bornauw bildeten zumeist die Innenverteidigung des 1. FC Köln.
Rafal Czichos (l) und Sebastiaan Bornauw bildeten zumeist die Innenverteidigung des 1. FC Köln.  © Marius Becker/dpa

Sebastiaan Bornauw: 2,5

Der Belgier erkämpfte sich auf Anhieb einen Stammplatz in Köln. Nach Stellungsfehlern zu Beginn konnte sich der 20-Jährige steigern und überzeugt durch Schnelligkeit und Zweikampfstärke. Zudem gelangen ihm bereits drei Saisontore.

Rafael Czichos: 3,5

Der Ex-Kieler hat mitunter noch immer Schwierigkeiten mit dem Tempo in der Bundesliga. Auch wenn er durch individuelle Fehler bereits einige Gegentore und Elfmeter verursachte, verleiht er der Kölner Defensive Stabilität.

Kingsley Ehizibue: 4

In vielen Spielen bekamen die Fans den wilden Ehizibue zu sehen. Allerdings ist der Rechtsverteidiger auch schnell und zweikampfstark. Muss aber definitiv an Konstanz und taktischer Reife zulegen.

Noah Katterbach gibt mit seinen 18 Jahren einen erstaunlich abgeklärten Linksverteidiger.
Noah Katterbach gibt mit seinen 18 Jahren einen erstaunlich abgeklärten Linksverteidiger.  © Guido Kirchner/dpa

Noah Katterbach: 3

Der 18-Jährige kam, sah und spielte. Nach seiner Premiere auf Schalke spielte sich der Linksverteidiger im Team fest. Dank seiner Leistungen wird Hector hinten links nicht vermisst.

Jorge Meré: 4

Der Spanier kann mit seiner derzeitigen Situation nicht zufrieden sein. Weder Ex-Trainer Beierlorzer noch sein aktueller Coach Gisdol setzen auf ihn. So verschmort das Potenzial des Innenverteidigers meistens auf der Bank. Bei seinen wenigen Einsätzen spielte Meré auch wegen mangelnder Spielpraxis dann eher schwach.

Benno Schmitz: 5

Der Rechtsverteidiger ist der Backup auf seiner Position. Zum mehr reicht es bei ihm wohl auch nicht. Schmitz verfügt zwar über eine gute Technik, weist jedoch erhebliche Tempodefizite auf.

Lasse Sobiech ist nur vierter Innenverteidiger beim 1. FC Köln und kam lediglich im Spiel bei Union Berlin zum Einsatz. Auch Matthias Bader machte nur ein Spiel in der Hinrunde. Die Perspektive beider Abwehrspieler in der Bundesliga beim FC scheint fraglich.

Mittelfeld

Jonas Hector sammelte als Kapitän schon vier Scorerpunkte.
Jonas Hector sammelte als Kapitän schon vier Scorerpunkte.  © Thomas Frey/dpa

Dominick Drexler: 3,5

Als offensiver Mittelfeldspieler hilft er dem 1. FC Köln am meisten. Drexler steckt nie auf und ist auf dem Platz einer jener "ekligen" Typen, die jede Mannschaft braucht. Könnte seine Effizienz noch steigern.

Jonas Hector: 3

Der Kapitän ging in einigen Spielen mit dem Team unter. Dank seiner Ballsicherheit und Übersicht aber mittlerweile ein wichtiger Faktor im Kölner Mittelfeld. Dazu kommen zwei Tore und zwei Vorlagen.

Marco Höger: 5

Der defensive Mittelfeldspieler bekam seine Chancen, konnte diese aber nicht nutzen. Wirkt körperlich nicht (mehr) dazu in der Lage, dem FC in der Bundesliga helfen zu können

Ismail Jakobs: 4

Der 20-Jährige erhielt seine Chance auf dem linken Flügel. Zeigt großen Einsatz und viel Tempo und belohnte sich in Frankfurt mit seinem ersten Saisontor.

Florian Kainz: 4

Hinter dem Österreicher liegt eine wechselhafte Hinrunde. Einen Stammplatz hatte er nicht, kam dafür oft als Joker. Für ihn sprechen insgesamt drei Assists.

Techniker Louis Schaub scheint im Abstiegskampf kaum gefragt zu sein.
Techniker Louis Schaub scheint im Abstiegskampf kaum gefragt zu sein.  © Johannes Neudecker/dpa

Louis Schaub: 4

Gemessen an seinem Potential kam Louis Schaub zu selten zum Einsatz. Auf seiner Position hat derzeit Drexler die Nase vorne. Ob der Österreicher in der Rückrunde öfter seine Finesse und Kreativität einbringen darf?

Kingsley Schindler: 4,5

Der Neuzugang aus Kiel kam als Flügelspieler und Stürmer zum Einsatz. Läuferisch konnte er überzeugen, fußballerisch blieben Fragen offen. Zuletzt setzte Trainer Gisdol nicht mehr auf ihn. Wird sich steigern müssen.

Ellyes Skhiri: 3,5

Der Tunesier kam als Verstärkung für das defensive Mittelfeld. Wurde dieser Rolle zunächst gerecht, bevor seine Leistungen schwankten. Die Winterpause wird dem laufstarken Abräumer gut tun.

Birger Verstraete: 4

Der Mittelfeldspieler zeigte Anpassungsschwierigkeiten an die neue Liga. Danach solide, aber auch verletzt. Derzeit ist der Belgier nur Ersatz auf seiner Position.

Marcel Risse durfte nur fünfmal als Joker ran, legte immerhin zwei Tore auf. Christian Clemens wartet nach seiner Verletzung noch auf seinen ersten Einsatz. Schlecht lief es für Niklas Hauptmann und Vincent Koziello, die noch gar nicht spielen durften.

Sturm

In der 2. Bundesliga trafen die drei Stürmer Terodde, Modeste und Cordoba zusammen 55 Mal für den 1. FC Köln.
In der 2. Bundesliga trafen die drei Stürmer Terodde, Modeste und Cordoba zusammen 55 Mal für den 1. FC Köln.

Jhon Cordoba: 3

Der Kolumbianer startete mit etwas Verzögerung auch endlich in der Bundesliga durch und ist mit vier Toren der beste Torschütze. Als Anspielstation und Kämpfer in der vordersten Reihe ist er zurzeit im Angriff gesetzt.

Anthony Modeste: 5

Wann findet Anthony Modeste zurück zu alter Form? Der Franzose bekam in der Hinrunde mehrere Bewährungschancen. Ihm gelangen nur ein Tor und ein Assist. Derzeit ist der 31-Jährige ein teurer Joker für den 1. FC Köln.

Simon Terodde: 3,5

Der Zweitligatorschützenkönig erkämpfte sich zwischenzeitlich einen Stammplatz. Terodde machte immerhin drei Tore. Ins aktuelle Kölner Umschaltspiel passt er aufgrund fehlender Dynamik nur als Joker.

Während Darko Churlinov (19) den FC offenbar im Winter verlässt, durfte mit Jan Thielmann (17) ein weiteres Talent aufspielen. Der Stürmer zeigte auf dem rechten Flügel gute Ansätze.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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