Stürmer Modeste: Die verrückte (Nicht?)-Rückkehr nach Köln

Köln – Als die Rückkehr von Anthony Modeste zum 1. FC Köln am 16. November offiziell verkündet wurde, war es eine kleine Sensation. An diesem Donnerstag schließt das Transferfenster. Gibt es noch eine Spielberechtigung für die Rückrunde?

Ab dem 20. November nimmt Anthony Modeste (30) wieder am Mannschaftstraining des 1. FC Köln teil.
Ab dem 20. November nimmt Anthony Modeste (30) wieder am Mannschaftstraining des 1. FC Köln teil.  © DPA

Anthony Modeste hatte den 1. FC Köln im Sommer 2017 für etwa 35 Millionen Euro verlassen - angeblich wären ein halbes Jahr vorher sogar 75 Millionen Euro drin gewesen! Der Stürmer wechselte nach Tianjin Quanjian und unterschrieb dort einen hoch dotierten Vertrag. Glücklich wurde er in China allerdings nicht.

August 2018: Modeste kündigt

Die Gerüchte um eine Rückkehr wurden im August 2018 realistischer, nachdem Modeste seinen Vertrag in China aufgrund ausstehender Zahlungen gekündigt hatte (TAG24 berichtete).

Damals äußerte Modeste den Wunsch, in die Bundesliga zurückzukehren. Zudem war seine Familie in Köln geblieben.

Aber zu einem Zweitligisten? Zumindest war Modeste nun wieder regelmäßig am Geißbockheim zu sehen. Ab Anfang Oktober hielt sich Modeste fit, indem er mit der U21 der Kölner trainierte.

November 2018: FC verkündet Rückkehr

Auch wenn Modeste wieder regelmäßig am Geißbockheim zu sehen war, schien seine Rückkehr noch ein Stück weit weg zu sein. Das änderte sich schlagartig am 17. November.

Im Rahmen einer Vereinsfeier verkündete der 1. FC Köln, dass Modeste einen Vertrag unterschrieben habe. Drei Tage später sorgte sein erstes Training mit den FC-Profis für großen Medienrummel.

Dezember 2018: FIFA-Urteil

Anthony Modeste stellt sich den Fragen nach seinem ersten Training. Auf die Spielberechtigung musste er lange warten.
Anthony Modeste stellt sich den Fragen nach seinem ersten Training. Auf die Spielberechtigung musste er lange warten.  © DPA

Auch wenn der Franzose nun am Kölner Mannschaftstraining teilnahm, ließ seine Spielberechtigung auf sich warten.

Der Verein wollte zunächst noch die Entscheidung der FIFA im Streit zwischen Modeste und seinem Ex-Verein abwarten.

Ein FIFA-Urteil im Dezember bezweifelte die Rechtmäßigkeit der Kündigung von Anthony Modeste, bestätigte aber gleichzeitig auch Vertragsverstöße des chinesischen Vereins.

Der 1. FC Köln wollte die Urteilsbegründung abwarten und rechnete frühestens zur Rückrunde mit einer Entscheidung, ob und wann Modeste spielberechtigt sein würde.

Kurz vor Weihnachten stellte der Verein den Stürmer dann vorübergehend vom Training frei. Anthony Modeste reiste nach Frankreich und nahm Abschied von seinem verstorbenen Vater.

Anfang Januar 2019: Turbulenzen bei Tianjin

Im neuen Jahr gab es Neuigkeiten aus China. Laut Medienberichten wurde der chinesische Vereinsbesitzer von Tianjin Quanjian, Firmenmogul Shu Yuhui, festgenommen.

Der Verein wurde daraufhin umbenannt in "Tianjin Tianhai" und steht seitdem unter der Kontrolle des Verbands (TAG24 berichtete).

Ende Januar 2019: Entscheidung steht aus

Anthony Modeste kündigte an, notfalls vor dem CAS um seine Spielberechtigung zu kämpfen.
Anthony Modeste kündigte an, notfalls vor dem CAS um seine Spielberechtigung zu kämpfen.  © DPA

Langsam aber sicher lief dem FC die Zeit davon. Denn das Transferfenster schließt am 31. Januar um 18 Uhr und eine Einigung war noch immer nicht in Sicht.

Am Rande eines Gerichtstermins wurde bekannt, dass der 1. FC Köln im Winter 2017 ein Angebot aus China erhalten hatte.

Bis zu 75 Millionen standen im Raum, der Verein lehnte jedoch aufgrund der sportlich aussichtsreichen Lage des FC ab (TAG24 berichte).

Am 26. Januar meldete sich dann auch der betroffene selbst erstmals ausführlich zu Wort. Via Instagram veröffentlichte Anthony Modeste ein vierseitiges Statement.

Er wolle endlich wieder spielen und hoffe auf eine Lösung, so der Franzose. Andernfalls werde er vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ziehen.

In Interviews zeigten sich FC-Vizepräsident Schumacher und Geschäftsführer Veh geduldig und optimistisch. Alexander Wehrle reiste nach China, um mit den Club-Verantwortlichen von Tianjin Tianhai zu verhandeln.

Offenbar aufgrund neuer Erkenntnisse entschied sich der Verein dann am 29. Januar doch, die Spielberechtigung für Modeste bei der FIFA zu beantragen (TAG24 berichtete).

Titelfoto: DPA

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