Klopps Horror-Marathon: Liverpool mit Ligapokal-Klatsche gegen Aston Villa

Birmingham - Am Mittwoch bestreitet der amtierende Sieger der UEFA Champions League das Halbfinale bei der Klub-WM im Khalifa International Stadium in Katar. Durch die terminliche Überschneidung musste am Dienstag demzufolge ein B-Team von Trainer Jürgen Klopp im Ligapokal ran - und ging gegen mit 0:5 Aston Villa baden.

Morgan Boyes kommt zu spät und Wesley setzt den 5:0-Schlusspunkt für Aston Villa.
Morgan Boyes kommt zu spät und Wesley setzt den 5:0-Schlusspunkt für Aston Villa.  © Nick Potts/PA Wire/dpa

"Wenn du zu gierig bist, verschluckst du dich", sagte Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl dieser Tage. Ein Sprichwort, welches zur derzeitigen Gratwanderung im Fußball durchaus zutreffend ist.

Auch wenn es bei seiner Aussage um die erneut durchgemischten Karten bei den Übertragungsrechten geht (Ab der Saison 2021/22 teilen sich Amazon Prime und DAZN die Spiele der UEFA Champions League auf), kann man dies auch auf die Situation des FC Liverpool herunterbrechen.

Das Schlimme hierbei: Liverpool verschluckt sich, ohne wirklich etwas dafür zu können.

Der unheimlich enge Terminkalender hat schon vor einiger Zeit bei Trainer Jürgen Klopp für Unverständnis und sogar Boykott-Gedanken gesorgt. Grund ist, dass der FC Liverpool innerhalb von 22 Stunden auf zwei Hochzeiten tanzen muss und dass das jeweilige Parkett über 7000 Kilometer auseinander liegt - Mission Impossible.

So spielte gegen Aston Villa, im eher unter dem Radar laufenden Ligapokal, mit der U23 bestenfalls eine B-Elf der Reds. Und die bekam eine kleine Lehrstunde vom Ligakontrahenten, ohne, dass Klopp selber dabei war.

Ohne die Stars um Mo Salah, Sadio Mané, oder Keeper Alisson Becker waren die Messen bereits nach 45 Minuten gelesen. Mit 0:4 ging es in die Pause. Villas Wesley schraubte in der 90. Minute das Ergebnis dann noch auf 5:0 in die Höhe.

Klopp schießt gegen FIFA und Infantino: "Gefällt vermutlich nicht, was ich sage"

Während die Reserve gegen Aston Villa randurfte, bereitet sich Jürgen Klopp mit seinen Mannen in Katar auf des Spiel gegen Monterrey vor.
Während die Reserve gegen Aston Villa randurfte, bereitet sich Jürgen Klopp mit seinen Mannen in Katar auf des Spiel gegen Monterrey vor.  © Hassan Ammar/AP/dpa

Eine Niederlage, die zu erwarten war und in gewisser Weise auch zu verkraften sein dürfte. Und dennoch: Dieser Tage nahm Trainer Klopp kein Blatt vor den Mund, ließ sich erneut kritisch über die FIFA aus. "Wir hätten es uns anders gewünscht", so der Erfolgscoach zunächst vielsagend.

"Man kann nicht immer noch mehr Turniere hinzunehmen, das funktioniert nicht", fuhr er fort und kritisierte damit den Verband und dessen Präsidenten Gianni Infantino.

Doch damit nicht genug: Er ist sich seiner Worte bewusst, weiß, dass er aneckt mit seiner Meinung. Der FIFA "gefällt vermutlich nicht, dass ich das sage", so der 52-Jährige.

Hintergrund ist nicht nur die derzeitige Doppelbelastung, sondern wohl auch, dass im Sommer 2021 die Klub-WM sogar mit 24 Teams in China ausgetragen werden soll. Ein weiterer Kraftakt für Spieler und Vereine, eine weitere Geldquelle für die FIFA.

Für dieses Jahr ist Liverpool somit erst einmal raus aus dem Ligapokal. Am Mittwoch spielt die erste Garde dann das erste Halbfinale der Klub-WM gegen CF Monterrey aus Mexiko.

Gewinnen die "Reds", wartet im Finale Flamengo Rio de Janeiro mit Ex-Bayern Profi Rafinha (34) auf Jürgen Klopp und seine Mannen.

Ist nicht unbedingt glücklich über die Ansetzungen der Spiele im Dezember: Jürgen Klopp.
Ist nicht unbedingt glücklich über die Ansetzungen der Spiele im Dezember: Jürgen Klopp.  © Rui Vieira/AP/dpa

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