Nach VAR-Chaos! St. Pauli erkämpft sich schmeichelhaften Punkt

Hamburg/Nürnberg - Was für ein harter Fight! Der FC St. Pauli hat sich am Sonntag ein 1:1-Unentschieden beim 1. FC Nürnberg erkämpft. Viktor Gyökeres brachte die Kiezkicker nach Video-Beweis in Führung, Hanno Behrens glich vor 32.117 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion kurz nach der Pause aus.

Viktor Gyökeres schaltet am Schnellsten und erzielt die Führung für die Kiezkicker.
Viktor Gyökeres schaltet am Schnellsten und erzielt die Führung für die Kiezkicker.  © Timm Schamberger/dpa

Vor Spielbeginn überraschte St.-Pauli-Trainer Jos Luhukay mit der Aufstellung. Der Niederländer schickte zum ersten Mal in dieser Saison die gleichen elf Männer auf den Rasen, wie im Spiel zuvor gegen den SV Sandhausen.

Sein Gegenüber, Club-Trainer Damir Canadi, vertraute ebenso seiner Startelf aus der Partie bei Hannover 96.

St. Pauli hatte zu Beginn etwas mehr vom Spiel, die Nürnberger zogen sich in ihre Hälfte zurück und attackierten erst ab der Mittellinie.

Chancen blieben jedoch in der Anfangsviertelstunde Mangelware, da beiden Mannschaften sehr aufmerksam verteidigten. Der Club versuchte es durch Johannes Geis (18. Minute) und Nikola Dovedan (21.) aus der Distanz, doch St.-Pauli-Keeper Robin Himmelmann packte sicher zu.

Nach 23 Minuten rückte Schiedsrichter Lasse Koslowki in den Mittelpunkte. St. Pauli hatte nach einem schönen Angriff durch Viktor Gyökeres die Führung erzielt, doch der Assistent hob zuvor die Fahne und der Referee entschied zuvor beim Pass auf Sebastian Ohlsson auf Abseits.

Doch plötzlich meldete sich der Video-Assistent bei Koslowski, überprüfte die Situation und entschied korrekterweise auf Tor. Die Nürnberger reagierten schockiert und protestierten. Doch der Schiedsrichter blieb bei seiner Entscheidung und der Führung der Kiezkicker.

St. Pauli vor der Pause im Glück

Kapitäne unter sich: Daniel Buballa geht gegen Hanno Behrens in den Zweikampf.
Kapitäne unter sich: Daniel Buballa geht gegen Hanno Behrens in den Zweikampf.  © Timm Schamberger/dpa

Zweites Tor, im zweiten Liga-Einsatz von Beginn an für den schwedischen Stürmer - eine ganz starke Leistung!

Mit Wut im Bauch starteten die Franken einige gefährliche Angriffe. Erst scheiterten Kapitän Hanno Behrens und Robin Hack (31.) an zahlreichen Hamburger Körperteilen, anschließend verfehlte Lukas Jäger (35.) das leere Tor nach einer Ecke. Torwart Himmelmann irrte zuvor durch den Strafraum. Da hatte St. Pauli eine Menge Glück!

Und es wurde nicht ungefährlicher. Der Club hätte sich den Ausgleich vor der Pause noch redlich verdient.

Erst verpasste erneut Behrens (41.) den Ausgleich, anschließend rettete Himmelmann erst nach einem abgefälschten Frey-Pass (42.) und kurz darauf gegen Hack (44.) seine Vorderleute. Der Ausgleich war nur noch eine Frage der Zeit.

Doch er sollte nicht mehr in den ersten 45 Minuten fallen. St. Pauli rettete sich mit der mehr als schmeichelhaften, aber korrekten Führung in die Kabine.

Das Bild auf dem Rasen änderte sich auch nach der Pause nicht. St. Pauli ließ sich immer mehr in die eigene Hälfte zurückdrängen und kassierte folgerichtig nach 51 Minuten den Ausgleichstreffer durch den gebürtigen Elmshorner Behrens.

Schiedsrichter nimmt St.-Pauli-Tor zurück

Marvin Knoll rettet bei einer Ecke per Kopf vor seinem Gegenspieler.
Marvin Knoll rettet bei einer Ecke per Kopf vor seinem Gegenspieler.  © Timm Schamberger/dpa

Für St. Pauli war der Gegentreffer eine Art Weckruf. Die Kiezkicker wurden wieder aktiver und muss nur wenige Minuten später durch Gyökeres wieder in Führung gehen.

Nach feinem Zusammenspiel von Mats Möller-Daehli und Ryo Miyaichi wurde der Schwede frei vor dem Tor angespielt, doch Club-Verteidiger Oliver Sorg grätschte im letzten Augenblick noch dazwischen. Das Spiel stand nun auf Messers Schneide, verlor in der Folge aber etwas an Tempo.

Bis zur 66. Minute, als der Ball plötzlich im Tor der Nürnberger lag. Matt Penney tankte sich auf links toll durch, legte den Ball zurück auf Möller-Daehli, doch bei dessen Schuss stand der Brite im Abseits und behinderte Club-Torwart Christian Mathenia. War das ärgerlich!

In der Folge passierte nicht mehr allzu viel. Nürnberg hatte etwas mehr vom Spiel, doch die Kiezkicker verteidigten mit Herz und Mut.

Dafür brachten sie offensiv aber nicht mehr viel zu Stande. Daran änderte auch die Auswechslung von Torschütze Gyökeres, für den Borys Tashchy kam, nichts.

Bei den Hausherren sah das anders aus. Hack zielte erst per Kopf zu ungenau (81.), zwei Minuten vor dem Ende traf der Youngster nur den Pfosten. Was für ein Glück für St. Pauli!

In der Nachspielzeit hatte Tashchy sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß, doch der Angreifer scheiterte aus wenigen Metern an FCN-Keeper Mathenia. Ein Sieg wäre allerdings auch zu viel des Guten gewesen.

Damit blieb es nach mehr als 90 Minuten beim aus St.-Pauli-Sicht schmeichelhaften 1:1-Unentschieden. Nach starkem Beginn und dem Führungstreffer fanden die Hamburger kaum noch statt. Bis auf das irreguläre Tor von Möller-Daehli kam offensiv nicht viel.

So konnten sich Trainer Luhukay und die Mannschaft bei Keeper Himmelmann und den Nürnberger bedanken, dass am Ende ein 1:1 auf der Anzeigetafel im Max-Morlock-Stadion stand.

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