FC St. Pauli feiert Stadt-Meisterschaft: "Viel geiler geht es nicht!"

Hamburg - Der FC St. Pauli hat es geschafft! Die Kiezkicker haben nicht nur den zweiten Derby-Sieg in dieser Saison gefeiert, sondern auch endlich den ersten Auswärtssieg der Saison eingefahren.

Die Spieler des FC St. Pauli freuen sich über den Derby-Sieg.
Die Spieler des FC St. Pauli freuen sich über den Derby-Sieg.  © Axel Heimken/dpa

"Viel geiler geht es nicht, als hier die Misere zu beenden", sagte ein überglücklicher Daniel Buballa.

Der Kapitän der "Kiezkicker" spielte damit auf die unglaubliche Bilanz von 15 nicht gewonnenen Spielen in der Fremde an.

Es war zugleich der erste Auswärtssieg unter der Regie von Trainer Jos Luhukay seit seinem Amtsantritt im April 2019.

Doch nicht nur deswegen kam der Niederländer nach dem Erfolg kaum aus dem Strahlen heraus. In den Katakomben umarmte er innig St.-Pauli-Präsident Oke Göttlich. Beide wussten wohl um die enorme Bedeutung des Sieges.

"Es war ein wichtiger Sieg auch für die Tabelle", erklärte Luhukay. Mit dem Dreier kletterten die Derby-Sieger vorerst auf Rang zwölf.

Dabei begann das Spiel für St. Pauli alles andere als gut. Der HSV hatte in den ersten 20 Minuten zahlreiche Chancen. "Wir haben den HSV nur 15 Minuten spielen lassen und hatten dabei auch Glück", gestand ein sichtlich kaputter Waldemar Sobota.

Sein Trainer war sogar der Meinung, dass der HSV in der Anfangsphase "das Spiel verloren hat." Zweimal rettete sogar das Aluminium für die Kiezkicker. Es war allerdings eine Art Wachmacher. Anschließend zeigte sich St. Pauli eiskalt - endlich mal, mochte man fast schon sagen.

St. Pauli zeigt seltene Effektivität

Robin Himmelmann hielt seinen Kasten gegen den HSV und Bakery Jatta sauber.
Robin Himmelmann hielt seinen Kasten gegen den HSV und Bakery Jatta sauber.  © Christian Charisius/dpa

"Fußball kannst du nicht immer erklären. Im letzten Heimspiel schießen wir 20 Mal aufs Tor, heute machen wir aus drei Chancen zwei Tore. Das ist Wahnsinn", erklärte Torhüter Robin Himmelmann, der zum fünften Mal in dieser Saison seinen Kasten sauber hielt.

Auch Trainer Luhukay zeigte sich in dieser Hinsicht erleichtert. "Wir haben heute eine seltene Effektivität gezeigt."

Mit der Führung im Rücken ließ St. Pauli in den zweiten 45 Minuten nicht mehr viel zu. "Taktisch sind wir es hier und heute mutig angegangen und freuen uns, dass der Plan aufgegangen ist", erklärte Rico Benatelli, der fast sein erster Tor für St. Pauli erzielt hätte.

Doch der Video-Assistant entschied bei seinem Kopfball-Treffer auf Abseits. "So ein Kopfballtor habe ich noch nicht gemacht, aber heute ist das egal. Nur der Derby-Sieg ist heute wichtig", sagte er weiter.

Großen Anteil hatte daran auch der erst 20-jährige Leo Östigard. Der Norweger schmiss sich mit allem, was er hatte, in die Zweikämpfe. "Es war das bislang größte Spiel für mich. Ich bin überglücklich, dass wir das Spiel für uns entscheiden konnten."

Der Blick richtete sich schon nach vorne

Leo Östigard posierte nach dem Sieg mit dem Handy in der Hand vor der Fankurve und machte ein Selfie.
Leo Östigard posierte nach dem Sieg mit dem Handy in der Hand vor der Fankurve und machte ein Selfie.  © Axel Heimken/dpa

Als er zehn Minuten vor dem Ende auf die Uhr schaute, dachte er, dass "wir auch die letzten Minuten überstehen müssen". Und das tat St. Pauli. "Als der Schlusspfiff ertönte, war es ein unglaubliches Gefühl", gab Östigard zu.

Gemeinsam mit den Fans feierte die Mannschaft ausgelassen den zweiten Derby-Sieg der Saison über den Erzrivalen. Doch einige Spieler und auch der Trainer richteten den Blick bereits wieder nach vorne.

"Gedanklich bin ich aber schon beim Osnabrück-Spiel. Wenn der Derby-Sieg Bedeutung haben soll, müssen wir gegen Osnabrück nachlegen", sagte Sobota. Bei einem Sieg und einem entsprechendem Ergebnis könnte St. Pauli am Aufsteiger in der Tabelle vorbeiziehen.

Doch das ist erst einmal Zukunftsmusik.

"Am Ende ist es ein richtiger Sieg, den wir heute feiern werden", erklärte Sobota. Wie ausgelassen, wollte aber niemand sagen. Laut Kapitän Buballa musste das erst noch in der Kabine mit der Mannschaft geklärt werden.

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