FC St. Pauli verpasst Befreiungsschlag gegen Dynamo Dresden

Hamburg - Da war viel mehr drin! Der FC St. Pauli ist am Freitagabend trotz zahreicher Hochkaräter nicht über ein torloses Unentschieden gegen den Tabellenletzten Dynamo Dresden hinausgekommen. Vor 28.980 Fans im nicht ganz ausverkauften Millerntor-Stadion verpassten die Kiezkicker damit den erhofften Befreiungsschlag.

Rico Benatelli behauptet gegen Josef Husbauer den Ball.
Rico Benatelli behauptet gegen Josef Husbauer den Ball.  © Christian Charisius/dpa

St. Paulis Trainer Jos Luhukay ließ der Partie gegen den Tabellenletzten keine große Bedeutung im Vorfeld zukommen. "Es ist kein Endspiel", sagte der Niederländer einen Tag zuvor.

Seine Mannschaft veränderte er im Vergleich zur dramatischen 1:2-Niederlage bei Holstein Kiel auf einer Position.

Für Johannes Flum, der auf der Bank Platz nahm, rückte Youngster Finn Ole Becker in die Startelf.

Damit durfte Rico Benatelli im Gegensatz zum Hinspiel gegen seine ehemaligen Kollegen aus Dresden auflaufen.

St. Pauli übernahm von Anfang an die Kontrolle und erspielte sich in den ersten 15 Minuten zahlreiche Chancen.

Dir größten Möglichkeiten zur Führung hatten Viktor Gyökeres (12. Minute) und Ryo Miyaichi (15.).

Der Schwede stand nach einer schönen Kombination und Benatelli-Querpass frei vor dem leeren Tor, schoß jedoch Dynamo-Verteidiger Linus Wahlqvist an. Drei Minuten scheiterte Miyaichi am gegnerischen Torwart Kevin Broll und dem Pfosten. Da war sie wieder, die mangelnde Chancenauswertung!

St. Pauli schießt Dresdens Keeper warm

Henk Veerman konnte die vergebenen Chancen kaum glauben.
Henk Veerman konnte die vergebenen Chancen kaum glauben.  © Christian Charisius/dpa

St. Pauli war bis dahin die klar bessere Mannschaft und hätte schon längst führen müssen. Doch besser wurde es nicht. Auch in der Folge ließ die Luhukay-Elf beste Chancen aus, was auch zum Teil an Dresdens Torwart Broll lag, der gefühlt das Spiel seines Lebens machte.

Ein Beispiel: Bei einem abgefälschten Schuss von Gyökeres (28.) war er bereits auf dem Weg in die andere Ecke, lenkte den Ball mit seiner Pranke aber noch zur Seite.

Es war fast schon unglaublich, wie fahrlässig St. Pauli mit seinen Chancen umging. Zur Pause hätte es gut und gerne schon 3- oder 4:0 stehen können, wenn nicht sogar müssen!

Die zweite Hälfte begann, wie die erste endete. Die Luhukay-Elf suchte den Weg nach vorne, Dresden igelte sich in der eigenen Hälfte ein.

Außer zwei Schüssen von Patrick Schmidt (45. und 56.) kam vom Tabellenletzten aus Sachsen bis dato nichts.

Nach 62 Minuten wechselte St.-Pauli-Trainer Luhukay das erste Mal. Für den offensiv glücklosen Gyökeres brachte der Niederländer Luis Coordes.

Schiedsrichter Schlager zeigte kurzzeitig auf den Punkt

Sebastian Ohlsson geht gegen Josef Husbauer ins Kopfballduell.
Sebastian Ohlsson geht gegen Josef Husbauer ins Kopfballduell.  © Christian Charisius/dpa

St. Pauli hatte zwar weiterhin die Kontrolle über die Partie, doch die zwingenden Aktionen blieben offensiv nun aus.

Das Spiel verflachte mit zunehmender Spieldauer, weil sich keine der beiden Mannschaften entscheidend in Szene setzen konnte.

Daher reagierte Luhukay erneut und brachte Christopher Buchtmann für Becker in die Partie (75.). Den erhofften Schwung nach vorne brachte der Zehner aber nicht.

Kurz vor dem Ende sollte Dimitrios Diamantakos den Bock umstoßen. Der Grieche kam für Benatelli.

Aufregung herrschte auf einmal in der 85. Minute. Nach einem Zweikampf mit Luca Zander fiel Chris Löwe zu Boden. Schiedsrichter Daniel Schlager entschied auf Straßstoß.

St. Pauli protestierte vehement und auch zu Recht. Günter Perl meldete sich aus dem Kölner Keller. Anschließend nahm Schlager seine Entscheidung zurück und gab Löwe gelb.

Die Kiezkicker warfen in den Schlussminuten noch einmal alles nach vorne, doch in der Nachspielzeit scheiterten Buchtmann und Miyaichi beide am Aluminium.

So blieb es beim enttäuschenden 0:0 aus St.-Pauli-Sicht. Der erhoffte Befreiungsschlag war das nicht.

Für die Kiezkicker geht es am kommenden Samstag (22. Februar, 13 Uhr) mit dem großen Derby beim Hamburger SV weiter.

So starteten beide Mannschaften in die Partie

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