St.-Pauli-Trainer Luhukay will von Endspiel gegen Dynamo Dresden nichts wissen

Hamburg - 15. gegen 18.! Am Freitagabend (18.30 Uhr) empfängt der FC St. Pauli am heimischen Millerntor Dynamo Dresden. Für beide Vereine ist die Partie von enormer Bedeutung.

St.-Pauli-Trainer Jos Luhukay geht das Duell gegen Dynamo Dresden mit Ruhe an.
St.-Pauli-Trainer Jos Luhukay geht das Duell gegen Dynamo Dresden mit Ruhe an.  © Christian Charisius/dpa

Der Kiezclub will sich ein kleines Punktepolster verschaffen, die Sachsen möchten den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze herstellen.

Dennoch sieht St.-Pauli-Trainer Jos Luhukay dem Spiel gelassen entgegen. "Es ist kein Endspiel", zeigte er sich entspannt. "Es wird schlimmer gesehen als es ist."

Die nackten Fakten sprechen allerdings Bände.

Aus den drei bisherigen Spielen nach der Winterpause holte seine Mannschaft nur einen Punkt - den immerhin gegen den Tabellendritten VfB Stuttgart.

"Wir hätten vier Punkte mehr holen können", rechnete der Niederländer vor. Gegen die Schwaben hätte man gewinnen müssen und auch gegen Kiel wäre aufgrund des verschossenen Elfmeters in der Nachspielzeit ein Punkt drin gewesen. So aber spitzte sich die Lage vor der Partie gegen Dresden nun zu.

"Wir verschließen die Augen nicht. Entscheidend ist unsere eigene Leistung", erklärte Luhukay. Und die sieht er, zumindest wenn er die vergangenen drei Heimspiele betrachtet, mehr als zufriedenstellend an.

"Sie haben uns Selbstvertrauen gegeben. Wir haben sieben Punkte geholt." Seine Mannschaft brauche vor der Partie gegen den Tabellenletzten und dem zugleich schlechtestem Auswärtsteam der Liga keine Angst haben. "Wir holen noch genug Punkte. Die Tabelle interessiert erst am 34. Spieltag."

Luhukay-Vorgänger nun Dresden-Coach

Im Hinspiel griff Torwart Robin Himmelmann bei einer Ecke daneben.
Im Hinspiel griff Torwart Robin Himmelmann bei einer Ecke daneben.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

So lange sollte der FC St. Pauli aber nicht warten, denn sonst greifen wohl auch die im Fußball üblichen Mechanismen, wie im Dezember 2019 bei Gegner Dresden.

Der Verein trennte sich von Trainer Christian Fiel und holte Markus Kauczinski, Luhukays Vorgänger beim Kiezclub. Daher erwartet der Niederländer auch nicht den gleichen Gegner wie im Hinspiel beim spektakulären 3:3-Unentschieden, bei dem man nach einer halben Stunde mit 3:0 führte und wie der sichere Sieger aussah.

"Es gab viele Veränderungen im Winter bei ihnen. Ich rechne mit vier Neuzugängen", erklärte Luhukay. Auch das Team trete unter Kauczinski mittlerweile anders auf, sowohl taktisch als auch vom Spielsystem her.

Gleiches könnte allerdings auch auf St. Pauli am Freitagabend zutreffen. Dimitrios Diamantakos ist zurück im Kader, wie Luhukay verriet und vielleicht sogar wieder ein Kandidat für die Startelf. "Er ist wieder eine Alternative."

Gespräch mit Veerman nach verschossenem Elfmeter

Stürmer Henk Veerman war nach seinem verschossenen Elfmeter in Kiel untröstlich.
Stürmer Henk Veerman war nach seinem verschossenen Elfmeter in Kiel untröstlich.  © Christian Charisius/dpa

Zuvor hatte sich der Grieche unzufrieden mit seiner Rolle gezeigt und fand sich auf der Bank wieder. "Dass jemand seine Eigeninteressen über die der Mannschaft stellt, können wir nicht gebrauchen", stellte Luhukay klar. Die Thematik sei aber, zumindest vorerst, abgehakt.

Ähnliches gilt für Sturmkollege Henk Veerman und seinen verschossenen Elfmeter in Kiel. "Ich habe mit ihm 20 oder 30 Minuten gesprochen. Ich mache ihm keinen Vorwurf", sagte sein Landsmann und Trainer.

Zwar sei der 28-Jährige nach der Partie untröstlich gewesen, doch Aufbauarbeit musste Luhukay nicht leisten.

"Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam. Von mir aus kann er Freitag wieder einen Elfmeter schießen."

Dann aber hoffentlich mit einem besseren Ende für St. Pauli. Denn nur mit den entsprechenden Toren können auch die nötigen Punkte für den Klassenerhalt geholt werden.

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