St.-Pauli-Profi James Lawrence: Wenige Zentimeter retteten seine Karriere

Hamburg - Seit Ende August steht James Lawrence beim FC St. Pauli unter Vertrag. Die Verantwortlichen liehen den Innenverteidiger vom belgischen Top-Club RSC Anderlecht aus. Doch um ein Haar wäre es gar nicht so weit gekommen.

James Lawrence jubelt über sein Tor.
James Lawrence jubelt über sein Tor.  © Imago Images / Beautiful Sports

Seine Laufbahn stand zwischenzeitlich auf der Kippe. Der Vorfall ereignete sich während seiner Zeit in der Nachwuchsmannschaft von Ajax Amsterdam.

"Beim Warmmachen vor einem Spiel mit Ajax spürte ich, wie mein Herzschlag immer schneller wurde", beschrieb James Lawrence den Moment im Fußball-Magazin "11Freunde".

Er habe sich nach eigenen Angaben sofort an einen Trainer gewandt und habe seinen Arm auf die Brust gelegt, damit er das Pochen des Herzens fühlen konnte.

Seine Antwort lautete: "Da stimmt etwas nicht." Lawrence stimmte ihm zu.

Bei einer Untersuchung stellten die Ärzte fest, dass die Herzwand des Walisers angeschwollen war und auf den AV-Knoten, der den Herzschlag reguliert, drückte.

Dadurch sprang sein Puls während der Anstrengung hoch auf 240. "Ich musste mich hinsetzen und erst einmal nach Luft schnappen", erklärte Lawrence. Lebensgefährlich war der Vorfall allerdings nicht.

Wie der Zufall so wollte, wurde einige Wochen zuvor bei einem Mitspieler ebenfalls die sogenannte "Tachykardie" festgestellt. "Allerdings befand sich diese vergrößerte Herzwand bei ihm näher am Herz selbst, wodurch eine Behandlung mit Laser zu gefährlich wurde. Er musste seine Karriere beenden, bei mir konnten die Ärzte problemlos eingreifen", sagte der 27-Jährige.

Mit der Nationalmannschaft soll es zur EM

Gegen Holstein Kiel erzielte James Lawrence in seinem ersten Spiel gleich ein Tor.
Gegen Holstein Kiel erzielte James Lawrence in seinem ersten Spiel gleich ein Tor.  © Christian Charisius/dpa

Ein paar Zentimeter haben daher seine Karriere gerettet. "Bei mir bestand keine Gefahr, dass das Herz und dieser besagte Knoten durch die OP beeinträchtigt werden. Alles verlief bestens und heute besteht bei mir auch null Risiko."

Zum Glück für ihn und seinen derzeitigen Arbeitgeber, den FC St. Pauli. Beim Kiezclub hat sich der Linksfuß schnell als Stammspieler etabliert. In seinem ersten Spiel am Millerntor erzielte er gegen Holstein Kiel auch gleich ein Tor.

"Es war ein fantastisches Gefühl, auf dem Rasen zu stehen. Unsere Fans haben das ganze Spiel über gesungen. Das war unglaublich. Der Sound kam von allen Seiten. Und nach dem Abpfiff haben alle gestanden und applaudiert", beschrieb er seine Gefühle damals.

Anschließend setzten ihn allerdings erst muskuläre Probleme außer Gefecht, zuletzt fehlte er aufgrund von Knieproblemen. Zuletzt stand er bei der 1:3-Niederlage bei Erzgebirge Aue allerdings wieder in der Startelf.

Mit seinen Einsätzen und guten Leistungen will sich Lawrence zudem für die walisische Nationalmannschaft empfehlen, um bei der EM im kommenden Sommer dabei zu sein.

Erst einmal will Lawrence allerdings mit den Kiezkickern am Samstag gegen Hannover 96 (13 Uhr) raus aus der Ergebniskrise. Der FC St. Pauli ist mittlerweile seit sieben Spielen sieglos. Die Abstiegsregion kommt unaufhaltsam näher.

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