St. Pauli-Trainer spricht nach geplatzem Aufstiegstraum Klartext

Hamburg - Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat Jos Luhukay als neuen Trainer installiert, um im Saison-Endspurt im Aufstiegskampf mitzumischen. Das Vorhaben ist gescheitert.

Jos Luhukay ist erst seit knapp zwei Wochen Trainer des FC St. Pauli.
Jos Luhukay ist erst seit knapp zwei Wochen Trainer des FC St. Pauli.  © dpa/Axel Heimken

Jos Luhukay ist ernüchtert. Vor knapp zwei Wochen trat er seinen Job beim Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli voller Eifer an, jetzt ist der Optimismus verflogen.

"Spiel und Ergebnis sind frustrierend und irritierend, denn es hat sich in der Trainingswoche nicht angedeutet", sagte Luhukay nach der 0:3-Klatsche beim 1. FC Heidenheim am Ostersonntag.

Der FC St. Pauli ist dadurch in der Tabelle von Platz vier auf Platz acht abgerutscht. Das Torverhältnis aus den vergangenen sechs Spielen spricht Bände: 2:14.

Der bislang anvisierte Relegationsplatz ist bei sechs Punkten Rückstand und einem negativen Torverhältnis außer Reichweite.

Der Trainer, so hatte er bei seiner Vorstellung bekannt, wollte die Mannschaft schnell kennenlernen und im Aufstiegsrennen mitmischen.

Kennengelernt hat er sie, allerdings von ihrer negativen Seite. Dem durchwachsenen Einstand gegen Arminia Bielefeld (1:1) folgte die deutliche Pleite und die Fortsetzung der seit Wochen anhaltenden Leistungsdelle.

Spieler von St. Pauli nach dem Schlusspfiff gegen Heidenheim.
Spieler von St. Pauli nach dem Schlusspfiff gegen Heidenheim.  © DPA/Christoph Schmidt

Auch Sportchef Andreas Rettig war von dem schwachen Auftritt seiner Mannschaft überrascht: "Nach der zweiten Halbzeit gegen Bielefeld und den guten Eindrücken der Trainingswoche fehlen mir gerade die Worte. Es hat nichts auf so ein Spiel hingedeutet".

Dabei hatten Rettig und Vereinspräsident Oke Göttlich den Trainerwechsel vorgenommen, um für den Saison-Endspurt einen Impuls zu setzen. Unter Ex-Trainer Markus Kauczinski holte die Mannschaft zuletzt lediglich einen Punkt aus vier Spielen.

Deshalb sah Göttlich einen Trainerwechsel für notwendig an, "um die Saison sportlich erfolgreich zu beenden", wie er sagte.

Bislang allerdings ist kein Effekt festzustellen. "Wir geben seit Wochen ein desolates Bild ab", meinte Torwart Robin Himmelmann. Die Profis behaupteten, der Trainer habe eine gute Taktik für das Spiel in Heidenheim entwickelt.

Lediglich an der Umsetzung habe es gehapert. "Wir hatten einen guten Plan, wollten offensiver spielen. Auch wenn nicht alles klappt, musst du dir wenigstens den Arsch aufreißen und laufen. In der ersten Hälfte war das nicht der Fall", sagte Mittelfeldspieler Marvin Knoll.

Auch Führungsspieler Johannes Flum gab sich selbstkritisch: "Wir haben über das ganze Spiel die Zweikämpfe nicht gewonnen. Das ist kein Kopf-Problem, das ist ein Zweikampf-Problem."

Die Hamburger müssen jetzt aufpassen: Sollte sich der Trend der vergangenen Wochen fortsetzen, könnte die Mannschaft sogar im Mittelfeld der Tabelle versinken.

Titelfoto: dpa/Axel Heimken

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