FC St. Pauli: Sportchef will ausmisten, diese Spieler kann es treffen

Hamburg - 35 Spieler liefen in dieser Saison bereits für den FC St. Pauli auf. Eine Marke, die in Europa kein weiterer Verein schaffte.

St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann will den Kader des Zweitligisten im Winter verkleinern.
St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann will den Kader des Zweitligisten im Winter verkleinern.  © Timm Schamberger/dpa

Bedingt war diese hohe Anzahl an Spielern durch die massive Verletztenmisere, die den Kiezclub in der ersten Saisonhälfte ereilte.

Nun stehen pünktlich zum Trainingsauftakt am 4. Januar einige Spieler vor ihrer Rückkehr. Daher will Sportchef Andreas Bornemann den Kader in dieser Transferperiode deutlich entschlacken.

"Wir können davon ausgehen, dass aller Voraussicht nach nicht alle Spieler zum Trainingsstart dabei sein werden, da wir die Gruppe straffen wollen, um auch die Trainingsarbeit und Kabinen-Atmosphäre ein bisschen besser zu gestalten", sagte der48-Jährige der Bild.

Einige Akteure könnten daher ihre Zukunft in der Regionalliga-Mannschaft haben, andere den Verein gar verlassen.

Bornemann macht keinen Hehl daraus, wie ein Kader aus seiner Sicht aussehen soll: "Mit einer Kadergröße von 18 Feldspielern plus drei Talenten plus drei Torhütern kann man gut und effektiv arbeiten." Aufgrund der vielen verletzten Spielern sei das bisher kaum möglich gewesen.

Heißt: Eine Vielzahl der Spieler hat im Kader des Zweitligisten keine Zukunft mehr.

Weg der Eingewächse führt in die Regionalliga-Elf

Florian Carstens kam in der Saison nur spärlich zum Einsatz.
Florian Carstens kam in der Saison nur spärlich zum Einsatz.  © Axel Heimken/dpa

Für Eigengewächs Florian Carstens (21) dürfte daher der Weg vorerst wieder in die U23 führen, in der er bereits viermal in dieser Saison zum Einsatz kam. Die Konkurrenz ist in dieser Saison in der Verteidigung einfach zu groß. Zudem scheint Trainer Jos Luhukay kein großer Fan von Carstens zu sein.

Ähnlich sieht es bei Niklas Hoffmann. Der 22-Jährige profitierte zu Saisonbeginn von den Verletzungen seiner Mitspieler, zeigte aber deutliche Schwächen. Eine Trennung ist aber unwahrscheinlich. Sein Weg dürfte, wie der von Carstens, zurück in die U23 führen.

Dort treffen die beiden auch auf Jakub Bednarczyk. Der Pole durfte in dieser Saison einmal für die Profis ran, ansonsten fand er sich aber in der Regionalliga wieder, wo er auch weiterhin spielen wird.

Anders sieht es bei Marc Hornschuh aus. Der 28-Jährige fand sich nach langer Verletzungspause zu Saisonbeginn plötzlich in der Startelf wieder, konnte aber aufgrund der mangelnden Spielpraxis nicht überzeugen. Ein Wechsel im Winter scheint wahrscheinlich.

Der großen Konkurrenz im Mittelfeld ist Talent Ersin Zehir zum Opfer gefallen. In der letzten Saison kam er zu 17 Einsätzen, in dieser Spielzeit absolvierte er lediglich 55 Minuten im Dress des Zweitligisten. Auch der 21-Jährige wird öfter für die Regionalliga-Elf auf dem Platz stehen, als ihm vielleicht lieb ist.

Sommer-Neuzugänge droht der Abschied

Rico Benatelli (links) und Borys Tashchy kamen im Sommer und könnten im Winter schon wieder gehen.
Rico Benatelli (links) und Borys Tashchy kamen im Sommer und könnten im Winter schon wieder gehen.  © Axel Heimken/dpa

Bei Sommer-Neuzugang Rico Benatelli sieht die Lage anders aus. Erst verletzte sich der 27-Jährige, der noch von Ex-Trainer Markus Kauczinski und Ex-Manager Uwe Stöver verpflichtet wurde, dann pendelte er zwischen Tribüne und zweiter Mannschaft.

Auch wenn seine Leistung bei seinem einzigen Auftritt am Millerntor gegen den SV Wehen Wiesbaden ordentlich war, ist Benatelli ein Kandidat für eine Trennung im Winter.

Gleiches gilt für Kevin Lankford. Der 21-Jährige ist seit seinem Wechsel vor einem Jahr nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus gekommen. Aufgrund seiner Vertragslaufzeit (bis Sommer 2022) ist eine Leihe eine gute Option, um dem schnellen Außenspieler Spielpraxis zu verschaffen.

Ein weiterer Kandidat für einen Wintertransfer ist Borys Tashchy. Der Stürmer durfte nur einmal von Beginn an ran und wurde sechsmal eingewechselt. Aufgrund der großen Konkurrenz im Sturmzentrum mit Henk Veerman und Dimitrios Diamantakos ist ein Abschied im Winter wahrscheinlich.

Neuzugänge schließt Sportchef Bornemann fast schon kategorisch aus. Mit einer Ausnahme: "Wenn der Transfer im Vorgriff auf den Sommer getätigt wird, finde ich es immer gut", sagte er, schränkte aber gleichzeitig ein: "Aber ein Wechsel im Winter hat ja meistens Gründe. Da korrigierst du, was im Sommer vielleicht nicht optimal gelaufen oder nicht so aufgegangen ist, wie man es sich vorgestellt hat."

Der FC St. Pauli wird allerdings durch zahlreiche Spieler, die aus ihren Verletzungspausen zurückkehren, schon genug "Neuzugänge" im Kader haben.

Update 12 Uhr: Mats Möller Daehli verlässt den FC St. Pauli

Wie der Verein am Samstag bekannt gab, verlässt Mats Möller Daehli die Kiezkicker mit sofortiger Wirkung (TAG24 berichtete).

Der norwegische Nationalspieler wechselt auf eigenen Wunsch zum belgischen Champions League Teilnehmer KRC Genk.

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