Nur 2:2! St. Pauli verspielt 2:0-Führung gegen den KSC

Hamburg - Das gibt es nicht! Der FC St. Pauli hat gegen den Karlsruher SC eine 2:0-Führung verspielt und musste sich vor 29.546 Zuschauern am Millerntor am Ende mit einem 2:2 (0:0) begnügen. Diamantakos sorgte mit zwei Elfmetern für die Tore der Kiezkicker, Lorenz und Pourié glichen aus.

Finn-Ole Becker geht gegen Marvin Wanitzek in den Zweikampf.
Finn-Ole Becker geht gegen Marvin Wanitzek in den Zweikampf.  © Daniel Bockwoldt/dpa

St. Paulis Trainer Jos Luhukay warf nach dem Pokal-Aus gegen Eintracht Frankfurt mal wieder ordentlich die Rotationsmaschine an und veränderte seine Startelf auf fünf Positionen.

Für Jan-Philipp Kalla, Marvin Knoll, Viktor Gyökeres (saßen alle auf der Bank) und Sebastian Ohlsson, der nicht im Kader stand, begannen Luca Zander, Ryo Miyaichi, Finn-Ole Becker und Dimitrios Diamantakos.

Zudem erstickte Luhukay die Torwart-Diskussion im Keim und vertraute wie gewohnt Robin Himmelmann zwischen den Pfosten.

Die Anfangsphase gehörte klar den "Kiezkickern", die vom Anstoß an die Initiative übernahmen.

Vor allem Waldemar Sobota machte in den ersten Minuten auf sich aufmerksam. Erst setzte er nach einem tollen Solo einen Schuss aus 20 Metern über das Tor (4. Minute), kurz darauf rettete KSC-Keeper Benjamin Uphoff gegen den 32-Jährigen.

In der Folge verlor die Partie etwas an Tempo, auch weil St. Pauli leichte Fehler im Aufbauspiel passierten, die die Gäste allerdings nicht nutzen konnten.

Und dann muss nach einer guten Viertelstunde die Führung für die Hausherren fallen. Diamantakos tauchte nach Becker-Pass frei vor dem KSC-Tor auf, doch sein Schuss strich knapp am Pfosten vorbei. Die größte Chance bis dahin.

Ziereis mit Profi-Comeback nach Kreuzbandriss

Dimitrios Diamantakos blieb zweimal vom Punkt eiskalt und jubelte anschließend mit seinen Teamkollegen.
Dimitrios Diamantakos blieb zweimal vom Punkt eiskalt und jubelte anschließend mit seinen Teamkollegen.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Nach einer halben Stunde folgte bei St. Pauli der nächste Verletzungsschock. Matt Penney schlich vom Platz, Luhukay brachte Philipp Ziereis für den Engländer.

Für Ziereis war es der erste Einsatz seit rund zehn Monaten. Im Januar riss sich der Innenverteidiger das Kreuzband und gab erst in den vergangenen Wochen bei zwei Einsätzen in der Regionalliga-Elf sein Comeback.

Bis zur Pause herrschte anschließend mehr Krampf und Kampf auf dem grünen Rasen. Beide Mannschaften erspielten sich nur halbgare Chancen, der Schiedsrichter Christoph Günsch tat mit teils fragwürdigen Entscheidungen sein Übriges.

Und direkt nach der Pause geriet der Referee gleich wieder in den Fokus. Nach einem Zweikampf zwischen Daniel Buballa und Marco Thiede im KSC-Strafraum zeigte er auf den Punkt. Doch plötzlich schaltete sich der Video-Assistent ein.

Günsch schaute sich die Situation noch einmal selbst an und blieb nach sage und schreibe drei Minuten bei seiner Meinung.

Den fälligen Strafstoß verwandelte schließlich Diamantakos im linken Ecke. Uphoff hatte die Ecke zwar geahnt, blieb aber ohne Chance. Verdiente Führung für St. Pauli!

Wieder ein Gegentor nach einer Standard-Situation

Finn-Ole Becker (links) und Kevin Lankford konnten nicht glauben, was in den Schlussminuten noch passierte.
Finn-Ole Becker (links) und Kevin Lankford konnten nicht glauben, was in den Schlussminuten noch passierte.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Die "Kiezkicker" hatten die Partie weiter im Griff und kamen nach einer Stunde zu einem weiteren Elfmeter.

Im Anschluss an einen Freistoß ging Miyaichi mit dem Kopf zum Ball, Gegenspieler Lukas Fröde aber mit dem Fuß. Gefährliches Spiel und somit Elfmeter.

Diamantakos schnappte sich erneut die Kugel und versenkte sie zentral im Tor. 2:0 für St. Pauli!

Die Kiezkicker ließen mit der Führung im Rücken den Ball laufen, brachte sich aber selbst in Gefahr.

Die Gäste kamen nach vor allem Standardsituationen (Kopfball von Gordon, 71.) und leichten Ballverlusten der Kiezkicker zu Chancen (Pourié, 75.), konnten diese aber nicht nutzen.

Zehn Minuten vor Ende wechselte Trainer Luhukay ein zweites Mal. Für den unermüdlichen Sobota durfte Kevin Lankford ran. Zudem durfte Henk Veerman nach langer Verletzungspause ein paar Minuten Luft schnuppern. Er kam für Mats Möller-Daehli.

Unmittelbar vor dieser Auswechslung erlebten die "Kiezkicker" aber einen Schock. Wie aus dem Nichts kamen die Karlsruher zum Anschlusstreffer. Marc Lorenz hatte zu viel Zeit am Strafraum und schoss ins lange Eck ein. Keeper Himmelmann konnte dem Ball nur hinterherschauen. Plötzlich war wieder Spannung in der Partie.

St. Pauli ließ sich plötzlich weit in die eigene Hälfte drücken und tatsächlich kam der KSC noch zum Ausgleich. Nach einer Ecke drückte Pourié den Ball über die Linie. Unglaublich, wie der FC St. Pauli hier die Führung und die Kontrolle aus des Spiels aus der Hand gab.

So blieb die Luhukay-Elf auch im vierten Liga-Spiel in Folge ohne Sieg!

Für die "Kiezkicker" geht es bereits am kommenden Freitag weiter. Dann ist der VfL Bochum zu Gast am Millerntor.

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