FC St. Pauli schlittert nach erneuter Pleite immer weiter in die Krise

Hamburg/Regensburg - Und wöchentlich grüßt das Murmeltier! Seit zehn Wochen und acht Ligaspielen hat der FC St. Pauli kein Spiel mehr gewonnen.

Mit gesenkten Köpfen standen die Spieler nach Abpfiff auf dem Rasen.
Mit gesenkten Köpfen standen die Spieler nach Abpfiff auf dem Rasen.  © Armin Weigel/dpa

Durch die mehr als unnötige 0:1-Niederlage bei Jahn Regensburg spitzt sich die Situation beim Kiezclub immer mehr zu.

Dennoch bleiben die Verantwortlichen ruhig. Sport-Chef Andreas Bornemann stärkte seinem Trainer Jos Luhukay auch nach der erneuten Pleite den Rücken. "Ja, daran hat sich nichts geändert", stellte der 48-Jährige im Anschluss an die Partie klar.

Positiv stimmte die Verantwortlichen das Auftreten der Mannschaft. Während man in der Vorwoche gegen Hannover 96 noch einen Lustlos-Auftritt hinlegte, zeigte St. Pauli über weite Strecken eine gute Leistung.

"Niederlagen sind immer bitter, aber dieses 0:1 gehört sicherlich in die Kategorie bitterste Niederlage", ärgerte sich Bornemann.

Der Tabellen-15. erspielte sich vor allem in den ersten 45 Minuten eine Vielzahl an guten Chancen. Stürmer Henk Veerman scheiterte alleine viermal entweder an sich selbst, der Latte oder Regensburg-Keeper Alexander Meyer.

Chancenwucher bringt Trainer Luhukay um den Verstand

Trainer Jos Luhukay verzweifelte an seiner Mannschaft.
Trainer Jos Luhukay verzweifelte an seiner Mannschaft.  © Armin Weigel/dpa

Ganz anders zeigte sich der Gastgeber. Mit der einzigen zwingenden Möglichkeit in der ersten Halbzeit erzielte Kapitän Marco Grüttner den Siegtreffer.

"Wir haben im Prinzip nichts zugelassen, kriegen aber nach dem Missverständnis zwischen Waldemar Sobota und James Lawrence ein Slap-Stick-Tor und lassen selbst viele Chancen liegen", analysierte Bornemann den Gegentreffer.

In der zweiten Hälfte hatte Mats Möller-Daehli die dickste Chance auf den Ausgleich, als er in der 55. Minute freistehend an Jahn-Torwart Meyer scheiterte.

Vor allem Trainer Jos Luhukay verzweifelte am Chancenwucher, den seine Mannschaft in diesem Spiel betrieb.

"Wir haben es wieder an Effektivität vermissen lassen, das kann man uns vorwerfen. Deshalb müssen wir nach einem Auswärtsspiel wieder einmal mit leeren Händen zurückfahren", beklagte der Niederländern.

Unterstützung aus der Mannschaft für Trainer Luhukay

Philipp Ziereis schlich nach seinem Platzverweis vom Platz.
Philipp Ziereis schlich nach seinem Platzverweis vom Platz.  © Armin Weigel/dpa

Die Art und Weise, wie seine Mannschaft allerdings aufgetreten sei, hat ihm vom Willen und der Bereitschaft her gut gefallen.

Im Gegensatz zur Leistung gegen Hannover war das eine klare Steigerung, die es allerdings auch in den beiden letzten Partien des Kalenderjahres 2019 gegen Wehen-Wiesbaden und Arminia Bielefeld bedarf.

Dass Luhukay weiterhin an der Linie stehen wird, steht anscheinend außer Frage. Denn dafür erhielt der Trainer sogar Unterstützung aus der Mannschaft.

"Der Plan mit der Dreier- bzw. Fünferkette war super. Daran lag es nicht, wir waren richtig gut eingestellt. Der Trainer hat uns gut auf dieses Spiel vorbereitet. Das tut mir denn auch ein bisschen leid. Wenn du drei hundertprozentige Torchancen hast, dann musst du auch einfach mal einen machen", lobte Marvin Knoll.

Zu allem Überfluss sah Innenverteidiger Philipp Ziereis die gelb-rote Karte. "Die erste Gelbe Karte für Ziere war fragwürdig, in der zweiten Aktion geht er zwar dynamisch in den Zweikampf, spielt aber den Ball", ärgerte sich Bornemann. Damit wird Ziereis gegen Wehen-Wiesbaden fehlen und Trainer Jos Luhukay muss wieder einmal seine Startelf umbauen.

Mehr zum Thema FC St. Pauli:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0