FC St. Pauli: Marvin Knoll äußert trotz Derby-Sieg seine Enttäuschung

Hamburg - Beim FC St. Pauli herrschte nach dem zweiten Derby-Sieg der Saison über den Erzrivalen Hamburger SV pure Freude. Bei Marvin Knoll (29) hingegen war die Stimmung zweigeteilt.

Marvin Knoll und die anderen St.Pauli Spieler freuen sich über den Derbysieg im Volksparkstadion.
Marvin Knoll und die anderen St.Pauli Spieler freuen sich über den Derbysieg im Volksparkstadion.  © imago images / Baering

"Geil", sagte er schlicht nach der Partie und lehnte sich zur Erholung auf die Absperrung in der Mixed-Zone. Der Mittelfeldspieler musste erst einmal durchatmen. Das Spiel hatte Kraft gekostet.

"Der HSV war zu Beginn sehr stark, dann machen wir aber die Tore", erklärte Marvin Knoll. Zu diesem Zeitpunkt saß der Bartträger allerdings noch auf der Bank. Erst nach einer guten halben Stunde kam er für Youngster Finn Ole Becker in die Partie.

"Er war nicht so im Spiel. Mit Knoll wollten wir mehr Stabilität bekommen, weil wir auf der linken Seite keinen Zugriff bekommen haben", begründete Trainer Jos Luhukay den Wechsel.

Knoll hatte allerdings gehofft, dass er schon zum Anpfiff auf dem Platz stehen würde. "Ich sollte Mittelfeld-Mentalität reinbringen, mein Spiel spielen und das habe ich gemacht." Fast hätte er seine gute Leistung nach der Halbzeit sogar krönen können.

Erst scheiterte Knoll mit einem Kopfball an HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes (51. Minute), sieben Minute später schlenzte er einen Freistoß knapp neben das Tor. "Das wäre auch zu viel des Guten gewesen", scherzte der 29-Jährige. Mit dem Tor wäre das Spiel aus seiner Sicht aber entschieden gewesen.

Knoll verzichtet auf Trikottausch mit HSV-Spielern

Den Freistoß setzte der Linksfuß knapp neben das Tor.
Den Freistoß setzte der Linksfuß knapp neben das Tor.  © Axel Heimken/dpa

Neben der großen Freude offenbarte der Linksfuß aber auch seinen Frust über die zurückliegenden Wochen. "Das war eine ziemlich harte Zeit. Die letzten fünf Spiele habe ich keine Sekunde gespielt. Das tut schon weh, wenn du für den Verein, den du ins Herz geschlossen hast, nicht spielen darfst", gestand Knoll.

Daher sei es umso schöner gewesen, dass "ich in so einem Spiel sehr früh reingekommen bin. Ich denke, meinen Wert, den ich habe, konnte ich zeigen". In der Tat - mit seiner Leistung kann er sich Hoffnung auf weitere Einsätze in der nahen Zukunft machen.

In erster Linie dürfte das Ziel die Partie am kommenden Sonntag gegen den VfL Osnabrück sein. "Jeder kennt die Tabelle. Wenn wir in den nächsten Spielen aber nicht punkten, hat uns der Derbysieg auch nichts gebracht. Für den Kopf war der heute ganz, ganz wichtig", sagte Knoll, der fort fuhr: "Wir müssen die Euphorie mitnehmen. Der Sieg muss uns Kraft geben."

In der Hinrunde tat er das nur bedingt. Von den folgenden zehn Partien konnte nur eine gewonnen werden. Auf eine Wiederholung würden Knoll und der FC St. Pauli sicherlich gerne verzichten.

Einen Seitenhieb gegen den Erzrivalen, dem er in der Vorsaison schon den Aufstieg nicht wünschte, konnte sich der 29-Jährige nicht verkneifen. "Mit wem hätte ich denn tauschen sollen?", antwortete er auf die Frage, warum er immer noch im St.-Pauli-Trikot in den Katakomben des Stadions stand. "Unser Trikot steht mir besser."

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