FC St. Pauli: Der Möller-Daehli-Wechsel und seine Folgen

Hamburg - Es war eine große Überraschung! Pünktlich zum Trainingsauftakt verkündete der FC St. Pauli am Samstag den Abschied von Leistungsträger und Publikumsliebling Mats Möller-Daehli.

Nach dem Derby-Sieg küsste Mats Möller-Daehli das St.-Pauli-Wappen.
Nach dem Derby-Sieg küsste Mats Möller-Daehli das St.-Pauli-Wappen.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Der quirlige Norweger verabschiedete sich Richtung Belgien zum Top-Verein KRC Genk um den ehemaligen HSV-Trainer Hannes Wolf.

Damit kam der Verein dem Wunsch seines Spielers nach, sich nach drei Jahren verändern zu wollen. "Er hat uns klar signalisiert, dass er die Chance ergreifen möchte, perspektivisch auf europäischer Ebene zu spielen", erklärte Sportchef Andreas Bornemann.

Möller-Daehli will eben mehr, als nur um die goldene Ananas in der zweiten Liga zu spielen. Und wer will es dem 24-Jährigen verwehren? Immerhin will der Mittelfeldspieler noch auf den norwegischen EM-Zug aufspringen.

Die erste Abfrage für den Leistungsträger hatten die St.-Pauli-Verantwortlichen Ende vergangenen Jahres noch abgelehnt. Doch das Angebot aus Belgien war zu verlockend, gerade zum jetzigen Zeitpunkt, denn im Sommer hatte Möller-Daehli dank einer Klausel gehen können. "Aber zu deutlich schlechteren Konditionen, als es jetzt der Fall ist", betonte Bornemann.

Der Marktwert von Möller-Daehli lag bei zwei Millionen Euro, die Ablösesumme dürfte ein wenig höher liegen. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll sie bei 2,5 Millionen Euro plus Boni abhängig vom Erfolg des KRC Genk liegen. Zudem sei eine Beteiligung bei einem Weiterverkauf vereinbart.

Siege über Wehen Wiesbaden und Bielefeld ohne Möller-Daehli gefeiert

Sportchef Andreas Bornemann sieht Alternativen im Kader.
Sportchef Andreas Bornemann sieht Alternativen im Kader.  © Timm Schamberger/dpa

Mit dem Abgang entsteht beim FC St. Pauli allerdings eine riesige Lücke, die es bis zum Pflichtspielstart am 28. Januar bei der SpVgg Greuther Fürth zu schließen gilt. Doch nur wie?

Der Verein hält sich nach eigenen Angaben alle Optionen offen. Heißt: Entweder es kommt ein neuer Spielmacher oder die Lücke wird intern aufgefangen. "Wir sehen gerade im zentralen Bereich schon auch einige Alternativen, die zuletzt auf dem Platz sichtbar wurden", erklärte Bornemann. "Wir können, müssen aber nicht zwingend nachbessern."

Dass die Mannschaft den Verlust seines Leistungsträgers kompensieren kann, zeigte sie in den beiden letzten Partien des Jahres 2019. Sowohl beim Sieg über den SV Wehen Wiesbaden (3:1), wie auch dem Erfolg über Tabellenführer Arminia Bielefeld (3:0) fehlte Möller-Daehli verletzt.

In beiden Spielen stand Christopher Buchtmann in der Startelf und konnte überzeugen. Der 27-Jährige ist ebenfalls ein feiner Techniker, der sich im Zentrum zu Hause fühlt und das Spiel gestaltet.

Verpflichtung von Leihspielern eine Option

Waldemar Sobota könnte die entstandene Lücke ausfüllen.
Waldemar Sobota könnte die entstandene Lücke ausfüllen.  © Armin Weigel/dpa

Eine weitere Alternative wäre Waldemar Sobota. Der Pole blüht unter Trainer Jos Luhukay gerade auf und spielt für eine Vertragsverlängerung vor. Auch er könnte die entstandene Lücke schließen.

Der Vorteil an einer internen Lösung wäre, dass die Kader-Planung für die kommende Saison mit rund zweieinhalb Millionen Euro in der Hinterhand sicher leichter fallen würde.

So könnte etwa die kolportierte Kaufoption von Abwehrspieler James Lawrence, die im niedrigen siebenstelligen Millionen-Bereich liegen soll, auf einmal doch gezogen werden.

Oder der Verein schafft es, den weiteren Leihspielern, wie Leo Östigard und Viktor Gyökeres (beide Brighton & Hove Albion) einen Verbleib am Millerntor schmackhaft zu machen.

Die Antworten wird der Verein wohl erst am 31. Januar liefern, wenn das Winter-Transferfenster geschlossen hat.

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